Heißester Tag in einem Juli

Bremer aufgepasst: Kühle sich, wer kann

Kein Allzeitrekord, aber immerhin der heißeste Tag in einem Juli: auf 37,4 Grad Celsius brachte es der Donnerstag. Ob im Schwimmbad, am See oder im Supermarkt, froh war, wer sich abkühlen konnte.
25.07.2019, 20:20
Lesedauer: 2 Min
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Von Nina Willborn und Lisa-Maria Röhling
Bremer aufgepasst: Kühle sich, wer kann

Sofortkühlung verspricht der Neptunbrunnen auf dem Domshof.

Torsten Spinti

Auch wenn‘s für den Allzeitrekord nicht gereicht hat und das Thermometer am Bremer Flughafen gegen 15 Uhr bei „nur“ 37,4 Grad Celsius stehenblieb: Der Donnerstag hat trotzdem eine Bestmarke geknackt und geht als immerhin heißester Tag in einem Juli in die Wetteraufzeichnungen ein – locker abgekocht wurden die 36,8 Grad aus dem Jahr 2015, wie Holger Bockholt, Sprecher des Klimahauses in Bremerhaven, bestätigt. Auch in der Seestadt gibt‘s jetzt mit 35,6 Grad einen neuen Juli-Rekord.

37,4 Grad, die sich wie mindestens 45 anfühlten: Für die meisten Bremer und ihre Gäste, die hier gerade die Ferien verbringen oder arbeiten mussten, gibt es in diesen heißen Hundstagen nur ein Ziel: Abkühlung. Eine Mehrheit wählte den kürzesten Weg an eine der Wasserstellen der Stadt. Ob am Café Sand, am Werdersee oder in den Freibädern: Andrang allerorten.

Alleine im Stadionbad wurden bis zum Nachmittag 3100 Besucher gezählt, laut Laura Schmitt, Sprecherin der Bremer Bäder GmbH, fast doppelt so viele wie an einem normalen Sommertag. Auch ins Sebaldsbrücker Schloßparkbad strömten 3000 Gäste, das Westbad und Blumenthal verkauften jeweils mehr als 1500 Eintrittskarten.

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An den Bremer Badeseen machen sich allerdings nicht nur die Gäste breit, sondern aufgrund der Hitze auch zunehmend die Blaualgen. Das Gesundheitsamt rät deshalb seit Donnerstag vom Baden im Unisee ab, die Bakterien in hoher Konzentration können Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. „Leider beginnt auch im Waller Feldmarksee eine Blaualgenblüte“, heißt es in einer Mitteilung, deshalb raten die Experten auch hier vor allem empfindlichen Personen vom Schwimmen in dem Gewässer ab.

Wer keine Zeit für einen Badbesuch hatte, verlängerte vielleicht den Einkauf um einen ausgedehnten Stopp vor den Kühltheken der Supermärkte, machte während der Radtour kurz mal eine Pause im Schatten oder streckte die Füße zwecks Sofortkühlung in den Neptunbrunnen auf dem Domshof. Ebenfalls ein Hit in diesen Tagen: Gefrorenes Wasser in allen Geschmacksrichtungen zur inwendigen Kühlung – ungünstig nur, wenn der Eis-Kiosk wie der am Waller Sand ausgerechnet dann dicht ist, wenn man davorsteht.

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Einen erhöhten Verbrauch verzeichnen bei Tageshöchstwerten weit jenseits der 30 Grad auch die Wasserversorger. An einem durchschnittlichen Julitag fließen laut SWB rund 90.000 Kubikmeter Wasser durch Bremer Leitungen, an heißen wie diesen mehr als 110.000 Kubikmeter. Wasser, das übrigens zu 100 Prozent aus Grundwasserquellen abgezapft wird, rund 80 Prozent davon aus Niedersachsen. SWB und Umweltressort haben schon zum verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser aufgerufen.

Den hat, in einem etwas erweiterten Sinn, auch ein Lilienthaler Unternehmen bewiesen. Schon während der ersten Hitzewelle im Juni spendeten die Geschäftsleute 6000 Trinkwasserflaschen an die Innere Mission. Die Flaschen werden immer noch verteilt, laut Innere-Mission-Sprecherin sind sie eine wichtige Hilfe für wohnungslose Menschen. „Eine tolle Aktion“, sagt sie. Auch Bertold Reetz, Leiter des Bereichs Wohnungslosenhilfe, sagt: „Der Zugang zu Trinkwasser ist für diese Menschen wichtig. Auch deshalb wünsche ich mir mehr Trinkbrunnen für die Stadt.“

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