Ein Passagier berichtet aus einem Flugzeug / Zeuge sieht Flugobjekt vom Boden aus / Fachleute rätseln über Ursache

Bremer beobachten Ufo aus unterschiedlichen Perspektiven

Bremen. Diesen Tag wird Herbert Kotzab so schnell nicht vergessen. Er war unter den 76 Passagieren, deren Maschine aus München nicht auf dem Bremer Flughafen landen konnte, weil ein unbekanntes Flugobjekt in der Luft war.
08.01.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Imke Molkewehrum und KIRA PIEPER, STEFAN LAKEBAND
Bremer beobachten Ufo aus unterschiedlichen Perspektiven

Herbert Kotzab erlebte als Passagier an Bord einer umgeleiteten Maschine, wie die Entdeckung eines unbekannten Flugobjekts den Flugverkehr über Bremen beeinflusste.

Frank Thomas Koch

Diesen Tag wird Herbert Kotzab so schnell nicht vergessen. Er war unter den 76 Passagieren, deren Maschine aus München nicht auf dem Bremer Flughafen landen konnte, weil ein unbekanntes Flugobjekt in der Luft war. „Der Pilot hat uns gesagt, dass wir uns auf Kollisionskurs mit einem Hubschrauber befinden, der unbeleuchtet und unterhalb des Radars fliegt“, sagt der 48-jährige Professor der Universität Bremen, der sich als Vielflieger bezeichnet. Er habe diese ehrliche Ansage richtig gefunden. Hätte der Pilot von einem technischen Defekt gesprochen, wäre die Aufregung viel größer gewesen, ist sich Kotzab sicher. „So waren aber alle sehr ruhig und gefasst.“ Da die Flugsicherung zwei Mal keine Landeerlaubnis erteilte, musste das Flugzeug zwei Mal durchstarten. „Beim zweiten Mal war mir schon etwas mulmig“, sagt Kotzab.

Insgesamt eine Stunde verharrten die Passagiere – unter denen vor allem Urlauber gewesen seien – angeschnallt in ihren Sitzen, während die Maschine über der Hansestadt kreiste. „Ich habe währenddessen kein Ufo gesehen“, sagt der 48-Jährige. Dann habe der Pilot schließlich entschieden, auf den Flughafen Hannover auszuweichen. Dort sei allen Passagieren die Erleichterung anzusehen gewesen. Beschwerden habe es keine gegeben, sagt Kotzab. Mit einer Verspätung von über drei Stunden kamen die Fluggäste schließlich per Bus in Bremen an. „Trotz dieses Zwischenfalls werde ich wieder in ein Flugzeug steigen“, sagt Kotzab.

Währenddessen beobachteten mehrere Bremer das vermeintliche Ufo vom Boden aus. Einer von ihnen war Dominique Höber. Der 16-Jährige ist sich sicher, gegen 18 Uhr ein sehr lautes Flugzeug gehört zu haben. Als das Geräusch gegen 19 Uhr immer noch zu hören war, blickte der Jugendliche aus Gröpelingen aus dem Fenster. Das Flugzeug habe vorne scheinwerferartige Lichter gehabt, sowie grüne und rote Positionslichter. „Allerdings war es viel lauter als ein normales Flugzeug. Das hat auch meine Aufmerksamkeit erregt.“ Irgendwann sei das Flugobjekt davon geflogen, später aber wieder gekommen. „Etwa vier bis fünf Mal ging das so“, erinnert sich Höber. Dann sei das Objekt komplett verschwunden. Neben dem lauten Geräusch sei besonders auffällig gewesen, dass das unbekannte Flugobjekt in nur etwa 100 bis 200 Meter Höhe geflogen sei.

Interessierte spekulieren nun über die Art und Herkunft des unbekannten Objekts am Himmel. Andreas Vogel, Leiter des Olbers Planetariums in der Bremer Neustadt, geht nicht davon aus, dass es sich um ein außerirdisches Raumschiff gehandelt hat. „Wahrscheinlich war es ein nicht gemeldetes Flugobjekt, wie ein Wetterballon“, sagt er. Möglich sei aber auch ein Himmelskörper der ungewöhnlich hell strahlt“, so Vogel. Bei Venus und Jupiter sei es häufig so. „Wenn der Himmel wolkenverhangen ist, sieht man oft nur das Licht der Planeten“, erklärt Vogel. Durch die Wolkendecke sehe es dann zusätzlich so aus, als würden sich die Himmelskörper sehr schnell bewegen. „Das ist aber eine optische Täuschung.“

Auch Ufo-Forscher Peter Hattwig rätselt über das unbekannte Flugobjekt. Doch er glaubt ebenfalls nicht an Außerirdische: „Es ist eher unwahrscheinlich, dass ein Objekt, das über Häuser fliegt, ein außerirdisches Flugobjekt ist“, meint der 72-jährige promovierte Ingenieur. Meist handele es sich bei solchen Fluggeräten um Himmelslaternen oder Drohnen von Hobbybastlern, so Hattwig. Kennzeichen für ein außerirdisches Flugobjekt sei, dass es sich „ohne jeden irdischen Stimulus“ bewege. Vielfach sei bei näherem Hinsehen jedoch erkennbar, dass diese von Menschen gefertigten Objekte durch den Wind beeinflusst werden oder Motorengeräusche abgeben. Er selbst habe noch nie ein außerirdisches Flugobjekt gesehen.

Weitere Informationen zu dem Thema unter www.weser-kurier.de/bremen

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