Mehr Schutz in der Pandemie gefordert

Kritik von Berufsschullehrern

An Berufsschulen sei die Infektionsgefahr höher als an allgemeinbildenden Schulen, sagt der Lehrerverband VLB. Deshalb müsse das Personal hier schneller geimpft werden.
16.04.2021, 05:00
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Kritik von Berufsschullehrern
Von Sara Sundermann
Kritik von Berufsschullehrern

Stellen Tests für Lehrkräfte eine besondere Risiko-Situation dar, weil sie ihren Schülern dann nahe kommen müssen? Berufsschullehrer kritisieren dies.

Sven Hoppe, DPA

Über den Kopf der Beschäftigten hinweg wolle die Bildungssenatorin unbedingt die Schulen offen halten, dabei sei gerade an Berufsschulen die Ansteckungsgefahr in der Pandemie besonders groß. Das kritisiert der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen in Bremen (VLB).

„Unsere Schülerinnen und Schüler sind eben nicht nur zu Hause und in der Schule unterwegs, sondern auch in den Ausbildungsbetrieben, wo sie Kontakte haben, zum Beispiel auch in Friseursalons“, sagt Eckhard Friedrichs, Landesvorsitzender des VLB. Gerade die Auszubildenden im dualen System unterschieden sich „unter Corona-Gesichtspunkten ganz erheblich von Schülerinnen und Schülern der allgemeinbildenden Schulen“, formuliert der VLB in einem Schreiben. In dem Verband sind nach eigenen Angaben 200 von rund 700 Berufsschul-Lehrkräften im Land Bremen Mitglied.

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Lehrkräfte würden bei positiv getesteten Schülern in ihren Klassen nicht in Quarantäne geschickt, weil es heiße, sie würden ja Abstand halten, sagt Friedrichs. Dies sei aber so nicht richtig: Allein schon für die Durchführung der Corona-Schnelltests in den Klassen, die ab kommender Woche verpflichtend wird, müssten Lehrer den Kindern und Jugendlichen nahe kommen, um die Probeflüssigkeit auf die Tests zu träufeln.

Der VLB fordert, Berufsschul-Lehrkräfte müssten schneller getestet werden: „Wegen des besonderen Risikos sollten sie bei der Impfreihenfolge eigentlich in die Gruppe der Grundschul-Lehrkräfte eingestuft werden.“

Dass die Abitur-, Kammer- und Abschlussprüfungen trotz Pandemie durchgeführt werden sollen, befürwortet der VLB. Schüler sollten nicht „ein Leben lang mit dem Makel einer Prüfung zweiter Klasse leben müssen“, sagt Friedrichs. Allerdings hätte man aus Sicht des VLB die Inhalte der Prüfung schon zu Beginn des Schuljahres verringern sollen. Dafür sei es jetzt aber zu spät.

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