Pläne der Bildungsdeputation Vier zusätzliche Oberschulen für Bremen

In Bremen sollen vier zusätzliche Oberschulstandorte entstehen, das hat die Bildungsdeputation am Mittwoch beraten. Zudem gibt es weitere Perspektiven für den weiteren Schuleinstieg ab dem 18. Mai.
07.05.2020, 08:30
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Vier zusätzliche Oberschulen für Bremen
Von Lisa-Maria Röhling

Das Bildungsressort hat die sogenannte Schulstandortplanung, die erstmals 2018 beschlossen wurde, angepasst und plant, vier zusätzliche Oberschulen zu gründen. Ein entsprechender Entwurf ist am Mittwoch der Bildungsdeputation vorgelegt worden. Zuletzt hatte der Senat der Gründung von acht zusätzlichen Grundschulen in den kommenden Jahren zugestimmt.

Hintergrund der veränderten Planungen sind neue Daten des Statistischen Landesamtes, die erstmals eine Prognose über das Jahr 2025 hinaus bis zum Jahr 2028 zulassen. „Wir weiten unseren Planungszeitraum damit aus“, erklärte Senatorin Claudia Bogedan (SPD) in der Deputation. Im Senatsbeschluss zur Schulplanung aus dem Oktober 2018 war verabredet worden, den Ausbau in regelmäßigen Abständen zu aktualisieren.

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So zeigen die neuen Zahlen, dass die Schülerzahlen zwar weiterhin steigen, allerdings nicht so sehr wie ursprünglich prognostiziert. Trotzdem geht das Statistische Landesamt von einem Schülerzuwachs im Grundschulbereich von knapp 15 Prozent, im Bereich der weiterführenden Schulen von knapp zehn Prozent bis 2025 aus.

Der Platzbedarf wird im Stadtgebiet West genauso wie in Nord besonders hoch eingeschätzt: Die neue Planung geht davon aus, dass alleine in den Grundschulen im Bremer Westen 463 zusätzliche Plätze bis 2028 nötig sind, in Nord 674. An den weiterführenden Schulen sind es 630 und 901 zusätzlich benötigte Schulplätze. Angesichts der sich verändernden Sachlage plant die Bildungsbehörde jetzt um: Während einige Ausbaubestrebungen wie die an der Roland-zu-Bremen-Schule in Huchting zurückgeschraubt werden, sollen nun vier Oberschulen neu gegründet werden.

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Die erste am Standort Borchshöhe in Vegesack war bereits vor einigen Monaten angekündigt worden. In der Neustadt könnte eine Oberschule an der Delmestraße am Standort der gerade umbenannten Inge-Katz-Schule in Betracht kommen. In Grambke gibt es Überlegungen, den Standort des Schulzentrums an der Alwin-Lonke-Straße, die mutmaßlich auf das Gelände der Wollkämmerei umziehen soll, als Oberschule zu nutzen. Zuletzt soll eine weitere Oberschule in Osterholz dazukommen.

Der bisherige Entwurf hat sowohl bei den Regierungs- als auch den Oppositionsfraktionen Anklang gefunden. Abgeschlossen sind die Planungen noch nicht: Mit dem vorgelegten Entwurf will die Behörde nun in ein Beteiligungsverfahren gehen, um sowohl Beiräte als auch Interessenvertretungen die Möglichkeit zu geben, sich bei den weiteren Planungen einzubringen – in Zeiten von Corona allerdings voraussichtlich nur virtuell. „Wir wollen diesen ehrgeizigen Fahrplan aufrecht erhalten“, so Bogedan. Ein Beschluss ist für den Sommer angedacht.

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Neben der Schulstandortplanung stand außerdem eine Bildungsprämie für angehende Erzieherinnen und Erzieher an den Fachschulen für Sozialpädagogik auf der Tagesordnung der Bildungsdeputation. Ab August bekommen Schülerinnen und Schüler einen monatlichen Zuschuss von 300 Euro, lernen sie in Teilzeit sind es 200 Euro. Damit soll die Ausbildung an den Fachschulen aufgewertet werden, um so letztlich dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Die Beratungen der Bildungsdeputation zu den Corona-Maßnahmen sind auf die kommende Woche verschoben worden. Grundsätzlich sei das Ziel, dass man weniger und kürzere Unterrichtseinheiten plane, um so möglichst viele Schülerinnen und Schüler im Wechsel in die Klassenzimmer zu holen. Laut der Senatorin ist es denkbar, dass ab dem 18. Mai zumindest Grundschüler in Kleingruppen mindestens einmal die Woche den Unterricht besuchen.

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