Hackerspace und Computermuseum Oldenburg beteiligen sich am Wochenende im Einkaufszentrum Berliner Freiheit / Verkaufsoffen Bremer Computerbörse will zurück zu ihren Wurzeln

Neue Vahr Südwest. „Stöbern, staunen, informieren“– unter diesem Motto soll sich die diesjährige Ausgabe der Bremer Computerbörse am kommenden Wochenende, 7. und 8.
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von CHRISTIANE MESTER

„Stöbern, staunen, informieren“ – unter diesem Motto soll sich die diesjährige Ausgabe der Bremer Computerbörse am kommenden Wochenende, 7. und 8. August, wieder näher an ihren Wurzeln orientieren. Wie damals, Ende der 80er-Jahre, „als noch die wahren Freaks ihre Teile getauscht haben“, sagt Frank Springer, der Manager des Einkaufzentrums Berliner Freiheit, das die Veranstaltung seit einigen Jahren ausrichtet. Das Programm richte sich aber genau wie in den Vorjahren an die „breite Öffentlichkeit“, und der Sonntag ist verkaufsoffen. Die Atmosphäre von damals ein wenig aufleben lassen sollen Aussteller wie der Hackerspace Bremen, das Computermuseum Oldenburg oder die Roboter AG des Neuen Gymnasiums Oldenburg.

In den vergangenen Jahren sei die Traditionsveranstaltung doch „sehr auf den Verkauf ausgelegt“ gewesen, sagt Melanie Lochmann von der Marketingagentur, die das Centermanagement mit der Programmorganisation beauftragt hat. Das Mitmachen solle in diesem Jahr nun wieder mehr im Vordergrund stehen. „Auf diese Weise konnten wir auch das Computermuseum wieder für die Veranstaltung gewinnen.“ Die Museumsmacher informieren über den Siegeszug der Heimcomputer und laden die Besucher ein, Technik-Geschichte physisch greifbar zu erfahren. Am Stand der Retro-Spektive geht es ähnlich haptisch zu: Pac-Man, Frogger, Outrun und Karate Champ – für ein Wochenende sind die alten Videospiele wieder da und zwar nicht nur als Online-Version.

Wenn es dann während der beiden Tage rund um das Einkaufszentrum immer mal wieder knallt, zischt und kracht, zeigt das Universum Bremen eine seiner Wissenschafts-Shows, die es sonst nur gegen Eintritt im Science-Center zu sehen gibt. Wer mehr über die Porträt-Fotografie oder Techniken der digitalen Bildbearbeitung erfahren möchte, kann sich am Stand der Bremer Volkshochschule bei Live-Kursen weiterbilden. Die Stadtbibliothek möchte im Rahmen der Computerbörse zur kritischen Auseinandersetzung mit Online-Netzwerken anregen und bietet in ihren Räumen einen Facebook-Check an. Eltern, deren Kinder immer „dieses Minecraft“ zocken, sollen mehr darüber erfahren können, was der Nachwuchs da eigentlich treibt und es am besten gleich selbst ausprobieren.

Darüber hinaus gibt es auf der Bühne der Berliner Freiheit über den Tag verteilt verschiedene Vorträge, bei denen es um Internetsicherheit, das Bezahlen im Netz und Browsereinstellungen gehen soll. Ansässige Unternehmen nutzen die Veranstaltungstage dazu, ihre neuesten Produkte vorzustellen. Im Telekom-Shop präsentieren die Mitarbeiter, was unter dem Schlagwort „Smart Home“ zu verstehen ist, und das Autohaus Weller möchte über Fahrassistenz-Systeme informieren.

„Elektronische Artefakte“

Wie jedes Jahr treffen sich in diesem ganzen Trubel wie eh und je auch die Computerbastler. Einer von ihnen ist Robert Weissmantel. Der 62-Jährige aus Findorff wird „wie immer“ seinen eigenen Stand aufbauen, an dem er Computer- und Rundfunkteile anbietet – oder wie er sagt: „Elektronische Artefakte aus dem 20. Jahrhundert.“ Als Gründungsmitglied des einstigen Bremer Computer Clubs, den es inzwischen nicht mehr gibt, habe er die Börse Ende der 80er-Jahre mit initiiert, erzählt er. Seit den Anfängen im Bürgerzentrum habe sich viel verändert, der Selbstbau sei längst aus der Mode gekommen und damit auch die Flohmärkte, auf denen die Teile getauscht und gehandelt worden seien: „Früher war es normal, sich alles einzeln zu kaufen, die Platine, das Gehäuse und den Rechner dann selbst zusammenzubauen.“ Zu dieser Zeit habe es in der Region viele Veranstaltungen von und für Computerbastler gegeben. Mit den ersten Notebooks habe sich das geändert. „Aus den USA gleich mit importiert wurde der Trend, den Rechner fertig zu kaufen.“ Heute muss niemand mehr selbst Hand anlegen: „Der Computer ist zur Black-Box geworden“, konstatiert Weissmantel.

Der neuen Zeit kann aber auch ein Kenner wie er einiges abgewinnen: „Es ist toll, wie viele Anwendungen und Apps es inzwischen gibt und dass so etwas heutzutage quasi von jedem entwickelt werden kann.“ Beteiligung findet er wichtig und zeigt sich zufrieden mit dem neuen Konzept der Computerbörse: „Die Veranstaltung hatte und hat immer auch eine Mittlerfunktion gehabt: Präsentation von aktueller Technik - auf Consumerniveau, kombiniert mit aktuellen Anwendungsideen für ein Publikum, das durchaus gemischt war und ist.“

Die Computerbörse ist am Sonnabend, 7. November, von 10 Uhr bis 18 Uhr und am Sonntag, 8. November, von 13 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

Das Programm im Detail: Am Sonnabend, 7. November, 10.30 bis 11 Uhr: Sicherheit im Netz; 11.15 bis 11.45: Porträt-Fotografie; 12 bis 12.30 Uhr: Universum-Show; 12.40 bis 13 Uhr: Musik und PC; 14 bis 14.30 Uhr: Universum-Show; 14.45 bis 15 Uhr: Robo-Cup; 15.15 bis 15.45 Uhr: Porträt-Bildbearbeitung; 16 bis 16.30 Uhr: Universum-Show; 16.45 bis 17 Uhr: Robo-Cup; 17.05 bis17.25 Uhr: Plug-ins/Add-ons. Am Sonnabend zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek: Handyspiel und Suchtpotenzial, Facebook-Check, Minecraft.

Am Sonntag, 8. November: 13.15 bis 13.35 Uhr: Sicheres Bezahlen; 14 bis 14.30 Uhr: Universum-Show; 14.40 bis 15 Uhr: Plug-ins/Add-ons; 15.30 bis 16 Uhr: Musik und PC; 16 bis 16.30 Universum-Show; 16.40 bis 17 Uhr: Sicherheit im Netz; 17 bis 17.30 Uhr: Universum-Show.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+