Bauarbeiten am Breitenweg Bremer Discomeile droht Verkehrschaos

Am Bremer Breitenweg herrscht momentan der Dauerstau. Durch die Arbeiten am Gewoba-Gebäude und dem Start des Umbaus der Discomeile wird die Hochstraße mindestens bis 2019 verengt.
23.08.2018, 20:19
Lesedauer: 2 Min
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Bremer Discomeile droht Verkehrschaos
Von Pascal Faltermann

Wir befinden uns im Sommer 2018. Ganz Bremen ist besetzt mit Baustellen. Ganz Bremen? Nein. Eine von zahlreichen Clubs bevölkerte Meile leistete eher unfreiwillig den Baumaschinen und Arbeitern Widerstand. Seit Jahren tat sich an der Bremer Discomeile so gut wie nichts. Sie dümpelte und gammelte vor sich hin. Doch seit ein paar Tagen merken es vor allem die Autofahrer – am Breitenweg tut sich etwas. Wer über die Hochstraße Richtung Rembertiring fährt, muss sich auf Wartezeiten von 20 bis 30 Minuten einstellen.

Weil das Gewoba-Gebäude am Ende der Hochstraße saniert wird, ist nur eine Fahrspur frei. Autos müssen sich erst im Reißverschlussverfahren einordnen, dann quetschen sich die Fahrzeuge der Spur neben der Hochstraße hinein – das dauert. Die Fußgänger- und Radfahrerampel trägt zudem ihren Teil bei. Besser wird die Situation nicht, denn der Umbau der Discomeile soll im September endlich starten. Es wird mit einer Bauzeit von etwa neun Monaten gerechnet. Derzeit arbeiten die Leute von Hansewasser und SWB bereits an der Meile: Sie verlegen Leitungen.

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Doch dass es an der Clubmeile nun endlich los geht, kann der ein oder andere kaum glauben. Die Vorgeschichte des Umbaus, der den Partybereich sicherer und attraktiver machen soll, zieht sich schon jahrelang hin. Die ersten Pläne gab es bereits im Jahr 2012. In der Sitzung der Bau- und Verkehrsdeputation am Donnerstagnachmittag war der Umbau auch wieder einmal Thema. Eigentlich war es nur ein aktueller Sachstandsbericht der Baubehörde, der auf der Tagesordnung stand. Doch diesem war ein ausführliches Konzept zur Umgestaltung der Discomeile angefügt.

Das brachte SPD-Politiker Sükrü Senkal, der bei dem Thema immer wieder Druck macht, fast auf die Palme. Ärgerte er sich in einer der vergangenen Sitzungen noch darüber, dass das große Konzept des Berliner Planungsbüros Topotek 1 komplett fehlte, kritisierte er nun, dass die 115 Konzeptseiten den Deputierten seit 2015 vorenthalten wurden. Senkal redete sich fast in Rage: „Ich bin sprachlos, wie mit diesem Thema umgegangen wird.“ Seit drei Jahren lägen die Pläne vor, doch sie seien nie beraten worden, weil sie den Deputierten nicht vorgestellt wurden. „Ich fühle mich getäuscht“, so Senkal. Auch mit den Maßnahmen, die nun angegangen werden, sei er nicht zufrieden. Claudia Bernhard (Linke) stimmte dem SPD-Politiker zu: Es könne nicht sein, dass das alles so lange dauert.

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Wim Petry, Stadtplaner aus dem Bauressort, erklärte, dass die Planungen mit der Gewoba abgestimmt werden mussten. Das Wohnungsunternehmen hat im Juli mit der Sanierung und der Erweiterung ihres Hauptgebäudes begonnen. Der Ausbau der Discomeile wird laut Petry nun in einen ersten Bauabschnitt vom Herdentorsteinweg bis zur Dis­cothek Stubu angegangen und in einem zweiten Schritt, nach Fertigstellung der Gewoba, voraussichtlich Ende 2020. Bereits im ersten Abschnitt wird eine der beiden Fahrbahnen an der Meile weggenommen, der Gehweg verbreitert und ein Fahrradweg angelegt.

Insgesamt kostet die gesamte Maßnahme 1,6 Millionen Euro, im Haushalt sind zwei Millionen Euro eingeplant. Provisorische Maßnahmen wie eine dauerhafte Sperrung in der Nacht, die ursprünglich geplant waren, aber nicht rechtzeitig mit den Discobetreibern vereinbart werden konnten, seien aufgrund der aktuellen und zukünftigen Baustelleneinrichtungen nicht durchführbar, heißt es aus der Baubehörde. Allerdings könne die geplante regelmäßige nächtliche Sperrung der Discomeile an Wochenenden umgesetzt werden, wenn der Bauabschnitt Mitte 2019 fertig ist.

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