Auszeichnung für Förderung von Vielfalt Bremer Diversity Preis wird zum siebten Mal verliehen

Am Dienstagabend wurde zum siebten Mal der Bremer Diversity Preis „Der Bunte Schlüssel – Vielfalt gestalten!“ verliehen. Die Auswahl aus den 22 Bewerbungen viel der Jury nicht leicht.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Bremer Diversity Preis wird zum siebten Mal verliehen
Von Jan-Felix Jasch

Am Dienstagabend wurde zum siebten Mal der Bremer Diversity Preis „Der Bunte Schlüssel – Vielfalt gestalten!“ verliehen. Die Auswahl aus den 22 Bewerbungen viel der Jury nicht leicht.

Dirk Jakobs, Leiter des Global Diversity Office der Daimler AG, erzählt von einem Auto. Von einem sehr komfortablen Fahrzeug, das sich in China schlecht verkauft habe. Man habe nicht beachtet, dass der Besitzer dort in der Regel auf der Rückbank des Autos sitze und von einem Fahrer gefahren werde. Die Vordersitze waren jedoch deutlich luxuriöser ausgestattet als die Rückbank. „Warum also sollte jemand in China dieses Auto kaufen?“, fragt Jakobs.

Vielfältige Gesellschaft

Unsere Gesellschaft ist vielfältig. Das haben auch Jakobs und seine Kollegen erkannt. Kulturelle Unterschiede wirken sich auf das Kaufverhalten aus. Und auch in Bremen leben Menschen ganz verschiedener Herkünfte, sexueller Identitäten, Religionen sowie mit geistigen und seelischen Behinderungen.

Viele von ihnen haben eine berufliche Heimat in Unternehmen und anderen Einrichtungen gefunden. Diese Organisationen sollen mit dem Bremer Diversity Preis „Der Bunte Schlüssel – Vielfalt gestalten!“ gefördert werden.

Jakobs erzählt die Geschichte des Autos in China bei der Verleihung des Preises – als ein Beispiel dafür, wie wichtig Diversität ist. Der Preis ist der einzige seiner Art in Deutschland und wurde am Dienstagabend bereits zum siebten Mal seit 2010 verliehen.

22 Bewerbungen gingen ein

Aus 22 Bewerbungen von öffentlichen Einrichtungen, Non-Profit-Organisationen, Initiativen und privatwirtschaftlichen Unternehmen aus Bremen und Bremerhaven zeichnete die Jury das „Café Brand“ und das „Steptext Dance Project“ aus.

„Die Auswahl war sehr schwer“, sagt Doris Heitkamp-König, Jurymitglied und Mitinitiatorin des Preises, „das Thema ist angekommen. Viele Menschen und Unternehmen beschäftigen sich damit.“ Neben den beiden Organisationen wurde mit Claudia Kessler zum fünften Mal eine Bremer Diversity-Persönlichkeit geehrt.

Diversität wird im Duden als Vielfalt oder Vielfältigkeit definiert. Aus soziologischer Sicht bedeutet der Begriff jedoch mehr. Es geht um die Anerkennung von Gruppen mit individuellen Merkmalen wie Ethnie, Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung und Religion. Diversität steht für die Herstellung von Chancengleichheit für Gruppen, die nach eben jenen Merkmalen benachteiligt werden.

Konzept wird als Leitbild verwendet

Seit Ende der 1990er Jahre wird das Konzept auch in der Europäischen Union als Leitbild verwendet. In der deutschen Gesetzgebung sind Angehörige dieser Gruppen seit 2006 im sogenannten Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz vor Diskriminierung geschützt.

Der Bremer Diversity Preis ist im Jahr 2010 vom Zentrum für Interkulturelles Management und Diversity der Hochschule Bremen entwickelt worden. Seit 2012 wird er in Kooperation mit dem Mercedes-Benz-Werk Bremen an Organisationen und Personen verliehen, die Vielfalt in besonderer Weise fördern und durch gezielte Maßnahmen die positive Wirkung nach außen tragen.

Alle Preisträger erhalten eine Skulptur der Worpsweder Künstlerin Gisela Eufe. Die beiden Organisationen erhalten außerdem ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro.

Jakobs lüftet zwar nicht das Geheimnis, wie sich das Auto jetzt verkauft. Das ist aber auch nicht wichtig. Wichtig ist für ihn, was er zum Ende seines Vortrages sagt: „Es kann nicht genug Menschen geben, die sich für Diversity interessieren und engagieren.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+