Vor dem kleinen Finale um Platz drei Bremer drücken Jogis Jungs die Daumen

Bremen. Heute verabschiedet sich die deutsche Nationalmannschaft aus Südafrika - und die Bremer sind überzeugt davon, dass Jogis Jungs die WM als Drittplatzierte verlassen. Schon nach dem Halbfinale am Mittwoch war dies die Prognose
08.07.2010, 15:25
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Bremer drücken Jogis Jungs die Daumen
Von Daniel Stöckel

Bremen. Rund 8500 Fans hatten sich am Mittwochabend auf dem Domshof versammelt, um das WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Spanien auf der Großbildleinwand zu verfolgen. Darunter war auch eine Handvoll Spanier, die bis dahin aber nur zaghaft ihre mitgebrachten Flaggen in Rot-Gelb schwenkten."Mein Herz sagt mir, dass Spanien 3:1 gewinnt“, sagte der 16 Jahre alte Carlos vor dem Anpfiff. "Aber mein Hirn sagt, Deutschland gewinnt 2:0“.

Auch mehrere Niederländer waren auf den Domshof gekommen und drückten Deutschland die Daumen. Kim hatte ein orangefarbenes Holland-Trikot mit der Nummer 23 und dem Namen Rafael van der Vaart angezogen. Auf die Wange hatte er sich eine deutsche Flagge malen lassen. "Wir wollen Deutschland als Gegner im WM-Finale", sagte sein Nebenmann Benjamin aus Rotterdam, der neben einem Oranje-Shirt einen schwarz-rot-goldenen Hut auf dem Kopf und eine Blumenkette in den deutschen Farben um den Hals trug.

Auf der Bühne gab unterdessen Werder Bremens Ehrenspielführer Frank Baumann den Fans einen ungefähren Einblick, was rund 10.000 Kilometer vom Domshof entfernt vor dem Anpfiff des Spiels in der deutschen Kabine los sein könnte. "Die taktischen Sachen sind im Vorfeld besprochen worden, jetzt geht es nur doch darum, die Jungs aufzuputschen."

Was das Ergebnis anging, hatte Baumann allerdings kein gutes Gefühl. "Aber das war bis jetzt immer so. Die Jungs sind gut drauf und haben eine gute WM gespielt. Ich glaube, dass Mertesacker heute per Kopf trifft", sagte Baumann, bevor er einen Fußball signierte und per fulminantem Rechtsschuss ins Publikum beförderte.

Während der Partie der DFB-Elf gegen die Iberer war die Spannung auf dem Domshof deutlich zu spüren. Bei jeder Chance der Spanier wurde gezittert, jede der wenigen vergebenen deutschen Torgelegenheiten wurde von ratlosem Kopfschütteln begleitet. Ihren Höhepunkt erreichte die Enttäuschung dann nach dem Puyol-Kopfball zum 0:1 aus deutscher Sicht.

Nach dem Abpfiff verließen die deutschen Fans entweder schnell den Domshof oder blieben niedergeschlagen auf dem Boden sitzen. An einigen Stellen war die Enttäuschung der deutschen Fans so groß, dass sogar Tränen flossen.

Grund zum Feiern hatten verständlicherweise die spanischen Fans. Carlos war einer der wenigen, der ein strahlendes Lächeln aufgesetzt hatte. Und den niederländischen Fans war es dann offenbar doch egal, dass der Finalgegner am kommenden Sonntag nicht Deutschland heißen wird. Sie hüpften fröhlich im Kreis und schwenkten ihre Bierbecher.

Im Gegensatz zu den vergangenen WM-Spielen fiel nach der Partie der schwarz-rot-goldene Autokorso in der Bremer Innenstadt aus. Auch am Breitenweg unter der Hochstraße fand am Mittwochabend keine Fußball-Party statt.

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