Jugend forscht 2016 Bremer Duo erfolgreich bei Jugend forscht

Bremen·Paderborn. Zwei Bremer gehören zu den Gewinnern des Jugend-forscht-Bundesentscheids 2016: Alpay Yildiray (18) und Moritz Rocker (17) vom Ökumenischen Gymnasium Bremen. Da technische Systeme wie elektronische Steuerungen immer größer und komplexer werden, fragten sich die Bremer Schüler, wie einfach eine Hardware eigentlich aufgebaut sein darf, damit sie bestimmte Programme noch ausführen kann?
30.05.2016, 00:00
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Bremen·Paderborn. Zwei Bremer gehören zu den Gewinnern des Jugend-forscht-Bundesentscheids 2016: Alpay Yildiray (18) und Moritz Rocker (17) vom Ökumenischen Gymnasium Bremen. Da technische Systeme wie elektronische Steuerungen immer größer und komplexer werden, fragten sich die Bremer Schüler, wie einfach eine Hardware eigentlich aufgebaut sein darf, damit sie bestimmte Programme noch ausführen kann?

Als Aufgabe wählten sie eine Muster­erkennung mithilfe selbstlernender künstlicher Intelligenz. Der Prozess läuft dabei so ab: Einlesen der Muster-Signale – Verarbeiten – Ausgeben des erkannten Musters. Die Eingabe erfolgt über ein Netzwerk aus fünf mal fünf Schaltern. Welche davon eingeschaltet sind, wird von einem Mikrocontroller erkannt und durch Leuchten der entsprechenden LEDs im 5x5-LED-Ausgabe-Gitter gezeigt. Für die Programmierung ihres minimal dimensionierten Mikrocontrollers nutzten sie Verfahren der Daten-Komprimierung und neuronaler Netzwerke. Für die Programmierung einer Zeichenerkennung, die handschriftliche Eingaben in gelernte Kategorien einsortiert, wurde das Duo von der Jury als Sonderpreisträger geehrt. Beide erhielten jeweils ein Stipendium für einen Studienplatz an der Universität der Bundeswehr.

Nicht ausgezeichnet, aber ebenfalls im Finale mit dabei waren auch Chiara Tappermann (18) und Konrad Alfes (19) vom Bremer Kippenberg-Gymnasium, die ein neues Konzept für Unterkünfte für Menschen auf der Flucht in Paderborn vorstellten. Aus gleichseitigen Drei- und Fünfecken entwickelten sie drei halbkugelartige Formen, die, je nachdem welches Material eingesetzt wird, Schneelasten gut tragen, besonders windstabil oder gut durchlüftet sind. Die Flächenelemente sind einSandwich aus Aluminiumplatten und einer isolierender Styropor-Schicht. Als Gerüst dienen Bambusstangen mit eigens entwickelten Verbindungsstücken. In einem selbst gebauten Mini-Windkanal wurden Modelle der Zelte getestet.

Sehr stark vertreten in Paderborn war das Alte Gymnasium Bremen, das Henrik Feuersänger (16) und Tobias Henke (17) besuchen. Sie nahmen am 51. Bundesfinale mit Untersuchungen zum Wachstumsverhalten von Schleimpilzen in geografischen Räumen teil. Arta-Anushirwan Safari (16) vom Alten Gymnasium Bremen zeigte in seinem Wettbewerbsbeitrag, welche Faktoren darüber bestimmen, wie schnell Atome schwingen, und warum sich die Frequenzen voneinander unterscheiden. Mit einer speziellen Simulationsmethode berechnete er die Schwingungen von Ethan, Ethen und Ethin – dreier einfacher Moleküle, bei denen je zwei Kohlenstoffatome miteinander verknüpft sind.

Ebenfalls vom Alten Gymnasium kam Eva Fricke (16), deren Arbeit das Geheimnis mathematischer Zaubertricks lüftet. Im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften hatten sich Nina Korczykowski (16), Laura-Emely Luschka (16) und Pia Quaas (16) vom Lloyd-Gymnasium Bremerhaven mit ihrer Analyse des Ahlenmoors in Niedersachsen für das Finale qualifiziert. Sie zeigten in ihrem Beitrag auf, welchen Beitrag Moore zum Klimaschutz leisten und wann vor diesem Hintergrund eine Wiederherstellung ehemalige Moorflächen sinnvoll ist.

Insgesamt hatten sich 191 Nachwuchsforscher aus ganz Deutschland mit 110 Projekten für das Finale in Paderborn qualifiziert. Sie präsentierten am vergangenen Wochenende ihre Projekte in sieben Fachgebieten: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik sowie Technik. Die Sonderpreise an Alpay Yildiray (18) und Moritz Rocker (17) wurden bereits am Sonnabend im Schützenhof von Paderborn verliehen. Yildiray hat bereits 2013 bei Jugend forscht mitgemacht. Zusammen mit Jan Buschmann hatte der Gymnasiast damals einen Unterwasserroboter gebaut und beim regionale Vorentscheid erklärt, welche Pläne er für den Roboter hegte: „Man könnte damit Offshore-Parks untersuchen“.

Wenngleich am Sonntag Bremen bei der Ehrung der Bundessieger leer ausging, so war dennoch allein die Teilnahme am Finale für alle Bremer Teams Bestätigung und Ansporn zugleich. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka, die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Bremer Bildungssenatorin Claudia Bogedan sowie die stellvertretende Ministerpräsidentin und Schulministerin von Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann,hatten zuvor die Stände der Finalisten besucht.

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