Engagement für die Feuerwehr „So viel Einsatz rührt einen“

Zwölf Jahre hat Christian Patzelt ehrenamtlich im Vorstand der Landesjugendfeuerwehr Bremen mitgearbeitet, war neun Jahre davon Landesjugendfeuerwehrwart. Nun hat er dieses Amt in jüngere Hände übergeben.
23.02.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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„So viel Einsatz rührt einen“
Von Ulrike Troue

Herr Patzelt, was hat Sie dazu bewogen, nicht wieder für das Amt als Landesjugendfeuerwehrwartes zu kandidieren?

Christian Patzelt: Aus dem richtigen und wichtigen Grund, auf diese Weise junge Leute in Funktionen bekommen zu können, zumindest für kurze Lebensabschnitte, weil sich Lebenswelten schnell ändern können. Zudem bin ich seit 2009 als Stellvertreter im Amt, seit 2012 Landesjugendfeuerwehrwart und habe bei der Wiederwahl 2018 schon angekündigt, dass ich nach weiteren drei Jahren die Leitung an neue Köpfe abgeben will.

Was war für Sie das schönste Ereignis während Ihrer neunjährigen Amtszeit?

Ohne Frage die drei Landeszeltlager 2011, 2015 und 2019 mit Kindern, Jugendlichen und immer zwischen 80 und 100 freiwilligen Helfern, die dafür ihren Sommerurlaub opfern. So ein Großereignis gemeinsam zu organisieren, zu gestalten und so viel freiwilligen Einsatz zu erleben, damit Kinder und Jugendliche eine tolle Freizeit am Werdersee verleben können, das rührt einen schon.

Welche war die schwierigste Aufgabe?

Es war sehr schwer, sich dieser pandemischen Lage zu stellen, dass Jugendarbeit, die vor allem durch persönliche Begegnungen funktioniert, nicht mehr stattfinden kann. Ansonsten bin ich sehr glücklich, dass es keine Krisen gab. Selbst die kurzzeitige wetterbedingte Evakuierung am ersten Abend im Zeltlager 2015 lief super. Wir hatten die große Chance, proaktiv viele Themen zu beackern: Prävention zu Kindeswohlgefährdung und Antirassismusarbeit zum Beispiel.

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Was würden Sie sich für die Entwicklung der Jugendfeuerwehr Bremen wünschen?

Vor allen Dingen einen Superstart für die Neugewählten. Dass sie so viel Vertrauen und Bereitschaft erleben, wie ich sie erfahren habe. Jugendfeuerwehr kann nicht durch wenige Köpfe funktionieren, sondern nur als große Jugendfeuerwehr-Familie und Bereitschaft zusammenzuarbeiten.

Ist Ihr Rückzug zugleich ein Abschied von der Jugendfeuerwehr?

Nein, es ist kein Abschied. Ich bin seit September 2017 Bundesjugendleiter der Deutschen Jugendfeuerwehr und kann mir gut vorstellen, hier weiterzumachen.

Mit welchen Aufgaben sind Sie in dieser Funktion betraut?

Die Deutsche Jugendfeuerwehr ist der Spitzenverband für 16 Landesjugendfeuerwehren mit fast 300.000 Mitgliedern, denen ich fachlich vorstehe. Da geht es viel mehr um Jugend-, Vereins- und Verbandspolitik, auch um das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt. Das alles findet auf Bundesebene professionalisiert durch ein Büro in Berlin und eine hauptamtliche Struktur statt. In Bremen haben wir alle Bälle ehrenamtlich jongliert, Fragen und Themen der Kinder- und Jugendhilfe selbst aufgearbeitet. In einer Großstadt wie Bremen sind auch andere Themen relevant als im ländlichen Raum, zum Beispiel die Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr.

Das Gespräch führte Ulrike Troue.

Info

Zur Person

Christian Patzelt

war zwölf Jahre im Vorstand der Jugendfeuerwehr (JFW) Bremen, neun Jahre Landesjugendfeuerwehrwart. Der 39-Jährige engagiert sich auf Bundesebene weiter ehrenamtlich für die JFW.

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