Nutzen von Astra-Zeneca überwiegt Schaden

„Verzögerte Impfungen kosten Leben“

Wissenschaftler des Bremer Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (Bips) krtiisieren die Entscheidung, Astra-Zeneca nur noch an Personen über 60 zu vergeben.
03.04.2021, 05:00
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„Verzögerte Impfungen kosten Leben“
Von Timo Thalmann
„Verzögerte Impfungen kosten Leben“
Robert Michael / dpa

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie (Bips) aus Bremen warnen vor einer verlangsamten Impfkampagne durch die Entscheidung, den Impfstoff von Astra-Zeneca nur noch an über 60-Jährige zu verimpfen. In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnen sie vor, dass der Nutzen einer Impfung auch von Jüngeren mit dem Vakzin den möglichen Schaden weit übersteigt. „Wenn alle Personen in Deutschland in der Altersgruppe von 35 bis 54 Jahren mit dem Impfstoff von Astra-Zeneca geimpft werden würden, würde man etwa 77 Todesfälle durch Hirnvenenthrombosen erwarten“ heißt es in dem Schreiben. Dagegen rechnen die Autoren die Zahl der Toten durch Corona-Infektionen, die für die Altersgruppe zu erwarten sind. Das seien aufgrund der Infektionszahlen allein im März 155 Todesfälle. „Die Infektionen, die über alle Altersgruppen hinweg im März gemeldet wurden, werden zu etwa 4000 Todesfällen führen. Pro Woche ergeben sich daraus 1000 Todesfälle, die man durch eine rechtzeitige Impfung hätte vermeiden können“ heißt es in dem Schreiben weiter. In der jetzigen Situation sei es sehr kritisch, einseitige Entscheidungen zu treffen, die nur auf mögliche seltene Nebenwirkungen fokussieren, kritisieren die Bips-Forscher.

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