Arbeit und Wurzeln Bremer Zahlen: Erwerbstätige mit und ohne Migrationshintergrund

Wie viele Erwerbstätige in Bremen haben eigentlich einen Migrationshintergrund? Und wo arbeiten sie häufiger als Bremer ohne Migrationshintergrund? Die Stadt in Zahlen.
29.06.2020, 05:00
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Bremer Zahlen: Erwerbstätige mit und ohne Migrationshintergrund
Von Eva Przybyla

Einen Migrationshintergrund hat jeder Vierte in Deutschland, in Bremen sogar jeder Dritte. Das geht aus dem jüngsten Mikrozensus des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden hervor. Demnach haben 236.000 Bremerinnen und Bremer ausländische Wurzeln. Sie haben also einen ausländischen Pass, wurden erst nach der Geburt eingebürgert oder haben mindestens ein Elternteil, auf das eines dieser Kriterien zutrifft. Vertriebene des Zweiten Weltkriegs werden nicht mitgezählt.

Repräsentative Ergebnisse

Wenn man erfahren will, wo und wie Bremer mit Migrationshintergrund häufig arbeiten, kann man ebenfalls die Ergebnisse des jährlich erhobenen Mikrozensus zurate ziehen. Bundesweit werden dafür ein Prozent aller privaten Haushalte befragt.

In Bremen waren es 2018 nach Angaben des Statistischen Landesamts insgesamt rund 3600 Haushalte. Die Ergebnisse der Befragung zu Einkommen, Aus- und Weiterbildung, Kinderbetreuung und vielem mehr sind repräsentativ.

Auch wenn die Stichprobe klein ist, fallen die hochgerechneten Ergebnisse groß aus. Demnach gab es in Bremen 2018 rund 330.000 Erwerbstätige.

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Das Bundesland zeigt eine relativ gleichmäßige Verteilung von Erwerbstätigen mit und ohne Migrationshintergrund über diverse Branchen. Rund ein Drittel der Erwerbstätigen hat demzufolge einen Migrationshintergrund. Sie stellen auch genau ein Drittel der 21 000 Selbstständigen in der Hansestadt. Von den Arbeitern haben jedoch mehr als die Hälfte aller Beschäftigten einen Migrationshintergrund.

Leicht überproportional im Handel oder Gastgewerbe vertreten

Ein Blick auf die Branchen zeigt, dass Erwerbstätige mit ausländischen Wurzeln leicht überproportional im Produzierenden Gewerbe, im Handel, Gastgewerbe sowie im Kfz-Wesen vertreten sind. Bei den öffentlichen und privaten Dienstleistungen haben dagegen mehr als 70 Prozent der Erwerbstätigen keinen Migrationshintergrund.

Aufschluss über die Art der Beschäftigung von Arbeitnehmern mit und ohne Migrationshintergrund geben repräsentativen Daten der Arbeitnehmerkammer. 2019 hat die Kammer dafür insgesamt 1918 Interviews mit Arbeitnehmern aus der Beschäftigtendatei der Bundesagentur für Arbeit geführt. Anders als bei den Erwerbstätigen hat demnach nur ein Viertel der abhängig Beschäftigten einen Migrationshintergrund. Diese Zahl erfasst jedoch auch Beschäftigte, die zwar in Bremen arbeiten, aber im Umland wohnen.

Häufiger in befristeten Arbeitsverhältnissen

Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen Arbeitnehmern mit und ohne Migrationshintergrund bei der Art der Beschäftigung. Demnach arbeiten Beschäftigte mit ausländischen Wurzeln deutlich häufiger in befristeten Arbeitsverhältnissen als Beschäftigte ohne ausländische Wurzeln.

Außerdem sind sie häufiger als Leiharbeiter tätig und arbeiten öfter nachts. Bei den Ausbildungsabschlüssen zeigt sich, dass Beschäftigte mit und ohne Migrationshintergrund bei den Universitätsabschlüssen gleichauf liegen. Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund haben jedoch häufiger keinen Schulabschluss.

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