Konzerte in der Schweiz Bremer gehen mit Element of Crime auf Tour

Vier Brüder aus Bremen werden als Vorband von Element of Crime auftreten. Für sie eine große Chance. Denn durch die große Konzert-Reise nimmt das Brüder-Projekt ganz plötzlich Fahrt auf.
31.10.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Bremer gehen mit Element of Crime auf Tour
Von Pascal Faltermann

Vier Brüder aus Bremen werden als Vorband von Element of Crime auftreten. Für sie eine große Chance. Denn durch die große Konzert-Reise nimmt das Brüder-Projekt ganz plötzlich Fahrt auf.

Gerade einmal acht Jahre trennen die vier Brüder. Joshua, David, Manuel und Benjamin Weingärtner stammen aus Bremen. Sie hören unterschiedliche Musik, haben ihre eigenen musikalischen Vorlieben, spielen verschiedene Instrumente. In ihrer Band mit dem Namen Vows finden die verschiedenen Einflüsse zusammen. Seit gut zwei Jahren gibt es die Gruppe. Es sind gemeinsame Songs entstanden, sie haben ein Album aufgenommen und bislang eine Handvoll Konzerte zusammen gespielt.

Das alles war ein Anfang, ein Hobby, eine Leidenschaft. Und jetzt? Jetzt nimmt das Brüder-Projekt ganz plötzlich Fahrt auf: Das Quartett fährt mit der Band Element of Crime um Sänger und Buchautor Sven Regener auf Tour. Eine Woche Schweiz, vom 15. bis 21. November. Es geht in große Hallen, auf große Bühnen.

Zusammenhalt steht im Vordergrund

Die Familie, der Zusammenhalt, das Miteinander – das stand schon immer im Vordergrund. Im Garten der Eltern spielten die vier Jungs zusammen Fußball, saßen mit Vater und Mutter gemeinsam am Lagerfeuer. Die Instrumente waren stets in der Nähe. Musik gemacht wurde irgendwie immer. Das war auch so, als aus den Jungen Männer wurden. David veranstaltete Konzerte im Wohnzimmer oder in kleineren Lokalitäten. Die anderen drei arbeiteten in Clubs, vorwiegend im Tower Musikclub. Nach der Schule verließen alle vier irgendwann einmal die Hansestadt. Oldenburg, Kaiserslautern, Berlin, Neuseeland – die jungen Männer zog es fort.

Die Brüder spielten bereits mit anderen Musikern zusammen in der Band We fixed the Catapult. Doch irgendwann verließen die Mitglieder die Band. Es vergingen ein paar Jahre, dann kamen David (Gitarre, Gesang) und Manuel (Schlagzeug) wieder zusammen. Wenig später stößt Benjamin dazu, irgendwann ist auch Bassist Joshua, der Jüngste, wieder dabei. „Wir wollten weiterhin zusammen Musik machen“, sagt David Weingärtner. Die Gruppe lebt von der Verbundenheit der Brüder. Sie verstehen sich blind.

Album-Produktion durch Crowdfunding

Es entstehen erste Songs, die an zehn Tagen in einem Studio in Zusammenarbeit mit Produzent Dennis Jüngel in einem umgebauten Schloss nahe Dresden aufgenommen werden. Musik zwischen US-amerikanischem Postrock und Indiepop, mit britischem Wave vermengt. Die Finanzierung der Album-Produktion war nicht einfach: Über eine Crowdfunding-Aktion holen die Weingärtners einen Teil der Ausgaben wieder rein.

„Unsere Eltern haben uns zu Weihnachten einen zweiten Teil geschenkt“, sagt David. „Und den Rest haben wir aus eigener Tasche finanziert“, ergänzt Joshua. Das Album, das den Namen der Band trägt, erscheint nur auf Vinyl und digital als MP3. Den Vertrieb übernehmen die Männer selbst, ein Label, eine Plattenfirma gibt es bisher nicht. Die vier Bremer machen alles selbst. Doch das könnte sich schnell ändern.

David, der freiberuflich in einer Berliner Musikagentur arbeitet, hat darüber Charlotte Goltermann, die Managerin von Element of Crime, kennengelernt. „Sie hat mitbekommen, dass ich selbst Musik mache“, sagt David. Als sie nach seiner Musik fragte, spielte er ihr einen Song vor. Wenig später kam das Angebot. Die Managerin hatte den Bandmitgliedern von Element of Crime die Musik gezeigt. Die gefiel ihnen. „Die Musik der beiden Gruppen passt soundmäßig schon irgendwie zusammen, auch wenn es im Grunde etwas anderes ist“, sagt Joshua. Aber beides sei eben handgemacht.

Tour ist eine Chance für die Band

Nun heißt es im November: Schaffhausen, Luzern, Thun, Solothurn und Zürich. Für die Band ist das eine Chance. Die Brüder müssen dafür Urlaub nehmen. Die Finanzierung der Tour sei gesichert, sagen sie. Natürlich alles eher mit geringem Budget, zudem müssen sie einen eigenen Techniker mit auf die Tour nehmen. Es gebe immer wieder auch Bands, die bei solchen Touren drauf zahlen.

„Worüber man nie genug lernen kann, ist, wie man sich auf der Bühne verhält, wer man dann ist“, sagt David Weingärtner. Auf der Bühne sei man ein ganz anderer Mensch als im Privaten. Von den erfahrenen Musikern von Element of Crime können sie sich in der Hinsicht einiges abschauen: Tricks gegen Unsicherheiten und Aufregung. Zudem sei bei größeren Konzerten eine ganz andere Professionalität gefragt, erklärt Joshua, der als angehender Veranstaltungskaufmann bei der Bremer Agentur Cult Pro auch größere Produktionen beispielsweise in der ÖVB-Arena mit organisiert hat.

Ein bisschen warm gespielt haben sich die Vows-Mitglieder bereits bei Konzerten zusammen mit der Band Oracles in Bremen (Tower), Berlin und in Hamburg. Am 11. November folgt die Generalprobe für die Schweiz-Tour: Mit der Gruppe Odd Couple steht ein Konzert in der Umbaubar in Oldenburg auf dem Zettel. Dann geht es auf Konzert-Reise mit dem erfahrenen Ex-Bremer Sven Regener.

Mehr Informationen zur Band gibt es im Internet unter vowsmusic.bandcamp.com/track/vows oder vows.band.
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