Verein 23 Bremer Grüne lehnen FDP-Vorstoß zum Kulturareal Güterbahnhof ab

Die Bremer FDP will den Verein 23 vom Güterbahnhof vertreiben. Stattdessen soll dort ein Therapiezentrum für für Suchtkranke errichtet werden. Die Grünen-Fraktion lehnt den Vorstoß ab.
07.12.2022, 14:33
Lesedauer: 1 Min
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Von Andy Wackert

Als Schlag ins Gesicht von mehr als 300 Kulturschaffenden des Vereins 23 bewertet die Grünen-Fraktion die Forderung der FDP, sie zugunsten der Drogenszene vom Güterbahnhof zu vertreiben. Das teilten die Grünen am Dienstag mit. Für die Nutzung des Areals hat der Verein laut Mitteilung im Vorjahr einen Nutzungsvertrag über zehn Jahre mit der Option für weitere fünf Jahre erhalten. Dies hätten die Liberalen „offenbar übersehen“. Im Zusammenhang mit den Nutzungsrechten habe die Stadt in den Brandschutz investiert. Die kulturpolitische Sprecherin der Grünen, Kai Wargalla, bezeichnet den Antrag der FDP als unseriöse Schaumschlägerei, der den ernsten Problemen rund um den Bahnhof nicht ansatzweise gerecht werde: „Die FDP will die Axt an einen kulturellen Leuchtturm der Stadt legen. Das lehnen wir entschieden ab.“ Die Grünen stünden fest an der Seite der Kulturschaffenden.

Therapeutisches Zentrum


Die Bürgerschaftsfraktion der Liberalen hatte angeregt, auf dem Güterbahnhofsgelände ein „einmaliges therapeutisches Zentrum für Suchtkranke“ zu errichten. Mit den ansässigen Künstlerinnen und Künstlern solle in einen intensiven Dialog getreten werden, ob sie möglicherweise andere Orte der zentralen Innenstadt mit Leben füllen könnten, so die FDP.
„Auf dem Gelände des Güterbahnhofs ist ein attraktiver Mix aus Ateliers, Proberäumen, Kreativwirtschaft und Sporteinrichtungen entstanden, wie es ihn so kein zweites Mal in Bremen gibt“, so Wargalla weiter. Man haben den haben den Künstlerinnen und Künstlern mit dem langfristigen Nutzungsvertrag eine verlässliche Perspektive gegeben. „Daran werden wir nicht rütteln.“

„Keine Ahnung von Kultur“


Die FDP zeige deutlich, dass sie weder Ahnung von der Kunst- und Kulturszene Bremens hat, noch deren Wert für die Stadtentwicklung erkenne. Nach Auffassung der Grünen hätte es die FDP nie gewagt, ähnliche Forderungen gegen ein Wirtschaftsunternehmen ohne Absprache einfach so in die Welt zu setzen. „Da herrscht anscheinend die Wahrnehmung: Mit Subkultur kann man das ja machen“, so die kulturpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion .

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