Gesellschaft Bremer Kinder heißen oft Marie und Leon

Bremen. Marie und Leon waren im vergangenen Jahr die beliebtesten Namen für Bremer Neugeborene. Die Favoriten aus dem Vorjahr, Sophie und Luca, wurden damit abgelöst. Insgesamt liegen Bremer Eltern im Bundestrend und entwickeln bei der Namenswahl mehr Einfallsreichtum denn je.
09.01.2010, 15:21
Lesedauer: 2 Min
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Von Sebastian Manz

Bremen. Marie und Leon waren im vergangenen Jahr die beliebtesten Namen für Bremer Neugeborene. Die Favoriten aus dem Vorjahr, Sophie und Luca, wurden damit abgelöst. Insgesamt liegen Bremer Eltern im Bundestrend und entwickeln bei der Namenswahl mehr Einfallsreichtum denn je. Bei manchen Namensvorschlägen, die das Standesamt zur Eintragung vorgelegt bekam, gab es allerdings Diskussionsbedarf.

'Grundsätzlich haben alle Eltern das Recht, den Vornamen ihrer Kinder frei zu wählen', sagt Sven Möller-Deeke. Er ist Leiter des Standesamtes Bremen-Mitte. Bisweilen kommen er und seine Kollegen jedoch ins Grübeln, wenn Eltern ihre Namenswünsche präsentieren.

Es gibt zwei Kriterien, die ein Name erfüllen muss, damit er vor den Standesbeamten besteht. Zum einen muss er es ermöglichen, das Geschlecht des Trägers zu identifizieren. Und: 'Es dürfen keine lächerlich wirkenden Namen sein oder welche, die sich wahrscheinlich als lebenslange Belastung erweisen', erläutert Möller-Deeke. In solchen Fällen versuchen die Mitarbeiter des Amtes auf die Eltern einzuwirken. Bei der Geschlechtszuordnung kann es unter Umständen schon helfen, wenn das Kind noch einen Zweitnamen bekommt, der jeglichen Zweifel ausräumt.

Falls sich trotz aller Diskussion keine Lösung finden lässt, werden die Eltern an die Namensforscher der Universität Leipzig oder der Gesellschaft für deutsche Sprache verwiesen. Dort entscheiden Gutachter über die Zulässigkeit der Vorschläge. 'Diese Lösung ist aber unglücklich, weil die Gutachten Geld kosten', erklärt Möller-Deeke. Zahlen müssen die Eltern.

Seine Behörde hat im abgelaufenen Jahr über 3000 verschiedene Jungen- und Mädchennamen eingetragen - bei knapp 5300 Geburten allein in Bremen Stadt. Damit liegt die Hansestadt voll im Trend. 'Die Vielfalt an Vornamen hat sich bundesweit enorm erhöht', sagt Gerhard Müller von der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden. Während sich die Deutschen vor etwa 50 Jahren noch aus einem Vorrat von bis zu 1000 Vornamen bedienten, seien mittlerweile weit mehr als 10000 Rufnamen im Umlauf.

In Bremen hatten fast 30 Prozent der Eltern, die im vergangenen Jahr Nachwuchs bekommen haben, ausländischen Hintergrund. Auch diese Tatsache fördert die Namensvielfalt deutlich. 'Der Ideenreichtum der Eltern ist schon interessant, macht unsere Arbeit aber auch manchmal schwierig', sagt Möller-Deeke. Und so gibt es seit ein paar Monaten Bremer, die Adonis, Bamba, Mao, Freedom, Prince oder Rabbi heißen, und Bremerinnen, die auf die Namen Cleopatra, Sunshine, Princess, Jaguar oder Tigerlily hören. Der beliebteste muslimische Name der Stadt rangiert auf Platz 40 der Liste: Ali.

Insgesamt werden die Namen internationaler, stellen die Standesbeamten fest - nicht nur in Bremen, sondern weltweit. Trotzdem bleiben regionale Unterschiede. So weicht etwa der Geschmack niedersächsischer Eltern merklich von dem der Bremer ab. Im benachbarten Bundesland war 2009 Hanna der beliebteste Mädchenname und Lukas der Favorit bei den Jungs.

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