Kein Öffnungsdatum in Sicht

Bremer Kinos bleiben geschlossen

Während die Kinos in anderen Bundesländern wieder geöffnet haben, warten die Bremer Betreiber noch immer auf einen Stichtag.
26.05.2020, 05:00
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Bremer Kinos bleiben geschlossen
Von Katharina Frohne
Bremer Kinos bleiben geschlossen

Leere in den Lichtspielhäusern: Wann es für Kinos wie dem Cinespace in der Waterfront weitergeht, ist offen.

Christina Kuhaupt

Gunnar Burmester ist enttäuscht. Seit Wochen, sagt der Geschäftsführer des Cinespace in der Waterfront, verfolge er die Pressekonferenzen der Landesregierung, „aber von den Kinos redet kein Mensch“. Burmester will wissen, wann er wieder öffnen darf – immerhin sei es den Kollegen in Hessen schon seit dem 9. Mai erlaubt, Besucher zu empfangen.

Auch in Sachsen und Schleswig-Holstein haben erste Kinos wieder den Betrieb aufgenommen, Mecklenburg-Vorpommern zog an diesem Montag nach, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt sollen im Laufe der Woche folgen. In Bremen indes, sagt Burmester, warteten er und die anderen Betreiber bislang vergeblich auf einen Stichtag. „Man gewinnt den Eindruck, dass sich für unsere Lage niemand interessiert.“

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Dabei sei er vorbereitet. „Das Ticket-Buchungssystem haben wir schon entsprechend umgestellt“, sagt er. Wer etwa mit seinem Partner komme, erhalte einen Sitzplatz neben seiner Begleitung, drumherum würden Sitze blockiert – „so, dass die anderthalb Meter Sicherheitsabstand sich gut einhalten lassen“. Schutzmasken seien während der Filmvorführung selbst dann nicht notwendig; wer allerdings auf die Toilette gehen (und sich somit nah an anderen Besuchern vorbeibewegen) oder im Foyer aufhalten wolle, müsse Schutzmaske tragen. Zudem sei geplant, Filme leicht zeitversetzt starten zu lassen, um Foyer und Gänge möglichst leer zu halten.

Ganz ähnlich handhaben es die Betreiber, die ihre Lichtspielhäuser schon wieder öffnen durften. Auch in den deutschlandweit vertretenen Kinos der Cinemaxx-Gruppe wird darauf gesetzt, den persönlichen Kontakt so gering wie möglich zu halten. Tickets etwa können online gekauft werden, Snacks per Karte gezahlt. „Ein ganz normaler Kinobesuch ist das zwar nicht“, sagt Gunnar Burmester vom Cinespace, „aber ich denke, so können wir unseren Gästen trotzdem einen schönen und sicheren Besuch bei uns bieten.“

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Robert Erdmann von den Bremer Filmkunsttheatern, zu denen Schauburg, Atlantis und Gondel zählen, zeigt sich da deutlich zurückhaltender. „In unseren kleineren Sälen dürften wir bei anderthalb Metern Abstand so wenige Plätze vergeben, dass wir auf eine Auslastung von
25 bis 30 Prozent kämen“, sagt er.

Für ihn hänge deshalb viel davon ab, welche Sicherheitsmaßnahmen bei einer Wiederöffnung verpflichtend seien. „Für uns kommt es ganz darauf an, was gefordert ist – wenn der Betrieb sich für uns dann nicht so gestalten lässt, dass er wirtschaftlich ist, können wir nicht wieder öffnen.“ Auch er hätte sich daher mehr Orientierung vonseiten der Regierung gewünscht. „Man gewinnt den Eindruck, dass die Kinos an letzter Stelle stehen“, sagt er.

Eine entsprechende Nachfrage bei der zuständigen Innenbehörde ergab an diesem Montag nichts Neues: Wann die Kinos in Bremen öffnen dürfen, könne „derzeit noch nicht“ beantwortet werden, sagte Sprecherin Rose Gerdts-Schiffler.

Eine Entscheidung, wie es mit den Bremer Kinos weitergeht, könnte in der kommenden Woche fallen. Am Dienstag kündigte Bürgermeister Andreas Bovenschulte in der Senats-Presskonferenz an, dass sich der Senat in der nächsten Woche mit der Situation der Kinos, Theater und Konzertsälen befassen wolle.

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