Kurzzeitiger Aufnahmestopp Gesperrte Stationen in mehreren Bremer Krankenhäusern

Nach Corona-Ausbrüchen und Sperrungen von Stationen konnten mehrere Bremer Kliniken am vergangenen Wochenende keine Patienten mehr aufnehmen. Die Gesundheitsbehörde sieht jedoch keine grundsätzlichen Probleme.
28.01.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Gesperrte Stationen in mehreren Bremer Krankenhäusern
Von Jürgen Theiner

Die Corona-Pandemie verursacht Engpässe in den Krankenhäusern oder verschärft bestehende Kapazitätsprobleme. Wie jetzt bekannt wurde, hatten sich am vergangenen Wochenende mehrere Kliniken aus der Akutversorgung neuer Patienten abgemeldet, darunter das Rote-Kreuz-Krankenhaus (RKK) mit Ausnahme der Covid-Versorgung und der Gefäßchirurgie, das St. Joseph-Stift und partiell auch das Gröpelinger Diako.

Dort waren die Intensivstation und die Covid-Station für Neuaufnahmen blockiert. Auch im Verbund der Gesundheit Nord (Kliniken Mitte, Ost, Nord und Links der Weser) gab es Abmeldungen diverser Stationen. Nach Informationen des WESER-­KURIER wurden vor diesem Hintergrund einige Patienten, die stationär hätten aufgenommen werden sollten, in Krankenhäuser im niedersächsischen Umland gebracht. Eine offizielle Bestätigung war hierfür allerdings nicht zu erhalten.

Lesen Sie auch

Die Ursachen für den ungewöhnlichen Kapazitätsengpass waren offenbar vielfältig. Mehrere Häuser hatten zuletzt mit Corona-Ausbrüchen zu tun, einige Stationen befinden sich in Quarantäne. Zugleich steht aktuell die Intensivstation am Klinikum Ost nicht zur Verfügung. Sie musste nach einem Wasserschaden Ende vergangener Woche vorläufig geschlossen werden.

Stößt die klinische Versorgung in Bremen allmählich an ihre Grenzen? Nein, sagt der Sprecher des Gesundheitsressorts, Lukas Fuhrmann. Nach seiner Darstellung stehen sowohl die Kliniken untereinander als auch mit der Gesundheitsbehörde kontinuierlich in Kontakt und stimmen sich ab, wenn bestimmte Behandlungskapazitäten zeitweise vom Netz genommen werden müssen. Das gelte nicht nur für das Stadtgebiet, sondern auch auf Landesebene. „Wir hatten schon Verlegungen von Patienten von Bremerhaven nach Bremen, auch das ist kein Problem“, so Fuhrmann. Aus seiner Sicht hat sich die Zusammenarbeit zwischen den kommunalen Krankenhäusern und den frei-gemeinnützigen Kliniken gerade in Pandemiezeiten bewährt. Insbesondere die notfallmedizinischen Bereiche der einzelnen Häuser seien sehr gut untereinander vernetzt. Fuhrmann: „Wir mussten da noch nie akut eingreifen.“

Lesen Sie auch

Bei der Steuerung der Aufnahmekapazitäten von Kliniken hilft in Bremen seit 2017 die Online-Datenbank „Ivena“. Das Meldesystem ist in Rettungswagen und -leitstellen verfügbar. Es zeigt an, welche Behandlungsmöglichkeiten in welchen Häusern aktuell zur Verfügung stehen. Notfallmediziner sehen so auf einen Blick, wo sie einen Patienten am besten einliefern können. In Fachkreisen ist allerdings auch bekannt, dass „Ivena“ nicht immer verlässlich ist. Das liegt nicht an der Technik, sondern an der Neigung mancher Klinikleitungen, ihre Kapazitäten in der Datenbank als ausgelastet anzuzeigen, obwohl durchaus noch Luft ist.

In der Gesundheitsbehörde weiß man um dieses Problem. „Wir gucken schon genau, warum sich ein Haus mit bestimmten Bereichen abmeldet“, sagt Lukas Fuhrmann. Es gebe dazu einen regelmäßigen Austausch mit den Kliniken. „Wenn ein Krankenhaus mit einem bestimmten Bereich vom Netz geht und die Gründe dafür aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar sind, dann gehen wir der Sache auch auf den Grund“, sagt der Behördensprecher.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+