Mehr Familienzeit für Väter

Bremer Koalition fordert Verbesserungen bei der Elterngeldreform

Bremen soll sich in Berlin dafür einsetzen, dass Elterngeld vor allem für Väter attraktiver wird. Das fordern Bremer Linke, Grüne und SPD für die von der Bundesregierung geplanten Reform des Elterngelds.
29.07.2020, 05:00
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Bremer Koalition fordert Verbesserungen bei der Elterngeldreform
Von Nina Willborn
Bremer Koalition fordert Verbesserungen bei der Elterngeldreform

Dass Väter Elterngeld und -zeit in Anspruch nehmen, ist noch nicht Normalität. Aber ihre Zahl wächst.

Uwe Anspach/dpa

Die Bundesregierung will das Elterngeld und die Elternzeit reformieren. Im Februar hat das Haus von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) einen ersten Gesetzesentwurf an die Länder und verschiedene Verbände verschickt, sie können Stellung nehmen. In Bremen haben sich SPD, Grüne und Linke darauf verständigt, dass sich der Senat auf Bundesebene vor allem dafür einsetzen soll, das Angebot der Elternzeit vor allem für Väter attraktiver zu machen und homosexuelle oder queere Elternpaare, auch wenn sie nicht verheiratet sind oder in eingetragener Partnerschaft leben, in Fragen des Anrechts heterosexuellen gleichzustellen.

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Nach wie vor nehmen wesentlich weniger Väter als Mütter die seit 2007 bundesweit mögliche berufliche Auszeit, um Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Die Tendenz steigt aber. In Bremen bezogen im Jahr 2018 laut Daten des Statistischen Bundesamts insgesamt 15 194 Personen Elterngeld, davon 20,1 Prozent Väter, also etwa 3000. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 lag ihr Anteil noch bei etwa 2100 (16,7 Prozent) von insgesamt 12 630 Bezieherinnen und Beziehern. Väter nehmen aber nicht nur weniger Elterngeld in Anspruch, sie bleiben auch kürzer zu Hause, um etwa neugeborene Kinder zu betreuen als die Mütter. Drei Viertel der Väter bezögen das Elterngeld nur im Umfang von bis zu zwei Monaten, schreiben die Fraktionen in ihrem Antrag.

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Aus Sicht der rot-grün-roten Koalition soll die aktuell geltende Regelung der Partnermonate, die Eltern dann in Anspruch nehmen können, wenn beide Elternteile zeitgleich Elterngeldmonate anmelden, grundsätzlich erhöht werden. Im Moment gilt für Paare, dass sie 14 Monate Elterngeld beziehen können, wenn von einem der Elternteile mindestens zwei Partnermonate genutzt werden, die genaue Aufsplittung ist frei.

Arbeiten beide Eltern in Teilzeit, können sie seit 2015 über die Variante „Elterngeld Plus“ insgesamt bis zu 28 Monate gefördert werden. Linke, SPD und Grüne können sich vorstellen, die Elternzeit insgesamt zu verlängern. „Der rot-grün-roten Koalition in Bremen ist es ein besonderes Anliegen, dass Väter möglichst früh und möglichst lange in einer partnerschaftlichen Betreuung und Erziehung der Kinder aktiv sind. Dies gilt es weiter voranzutreiben“, heißt es in dem Antrag der Fraktionen.

Die Reform, die die Familienministerin anstrebt, soll das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz vereinfachen und Familien so die partnerschaftliche Aufteilung der Zeit zwischen Job und Kinderbetreuung erleichtert werden, unter anderem in flexibleren Modellen von Teilzeitarbeit. Zu den Punkten mit Änderungsbedarf zählt auch, dass künftig Eltern von Frühchen länger Elterngeld beziehen sollen können.

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