Für Menschen mit geistiger Behinderung

Bremer Krebsgesellschaft veröffentlicht Broschüren in leichter Sprache

Die Bremer Krebsgesellschaft hat zwei Infohefte in leichter Sprache veröffentlicht. Die Broschüren sollen grundlegende Informationen zur Früherkennung und zu Behandlungen von Krebs einfach erklären.
12.11.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Bremer Krebsgesellschaft veröffentlicht Broschüren in leichter Sprache
Von Lisa Urlbauer
Bremer Krebsgesellschaft veröffentlicht Broschüren in leichter Sprache

Die neuen Broschüren der Bremer Krebshilfe in leichter Sprache sollen mehr Menschen den Zugang zu Informationen über Krebs-Früherkennung und Erkrankungen ermöglichen.

Jan-Peter Kasper

Bremen. Die Bremer Krebsgesellschaft hat zwei Infohefte in einfachem Deutsch für Menschen mit Behinderungen veröffentlicht. Einer aktuellen Studie der Ärztekammer Nordrhein und der Universität Witten/Herdecke zufolge nehmen beeinträchtigte Menschen Vorsorgeuntersuchungen für Krebs deutlich seltener in Anspruch als der Durchschnitt der Bevölkerung. Die Broschüren „Onkologie-Führer in Leichter Sprache“, entwickelt vom Universitätsklinikum Jena und der Thüringischen Krebsgesellschaft sowie „Krebs-Früherkennung leicht erklärt“, sollen dabei helfen, diese Lücke zu schließen. „Es ist wichtig, Menschen mit kognitiven Einschränkungen einzubinden“, sagt der Vorsitzender der Bremer Krebsgesellschaft, Reinhard Hübotter.

„Es gibt solche Broschüren in dieser Form noch nicht“, sagt Projektverantwortliche Carolin Hauer. Was ist Krebs? Wie stellt der Arzt Krebs fest? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Diese und weitere grundlegende Fragen beantwortet der Onkolgie-Führer auf gut 40 Seiten in kurzen Erklärtexten und mit vielen gezeichneten Bildern. Ergänzend dazu hat die Bremer Krebsgesellschaft eine zehnseitige Broschüre zur Früherkennung der häufigsten Krebsarten bei Männern und Frauen herausgegeben.

„Man kann besser mit Dingen umgehen, wenn man über sie Bescheid weiß“, sagt Hauer. „Wissen kann Ängste abbauen.“ Darüber hinaus könne es die Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung stärken, wenn sowohl sie als auch die Personen, die sie betreuten, umfassend informiert würden. Auch andere können laut Hauer von den Texten in leichter Sprache profitieren: Menschen, die nicht so gut lesen oder Deutsch sprechen könnten, ältere Personen und an Demenz Erkrankte. „Auch für emotional sehr belastete Menschen können diese Broschüren ein guter Einstieg sein.“

Nach Angaben von Carolin Hauer sind die Broschüren ab sofort in Wohn- und Werkstätten für behinderte Menschen sowie in mehreren Arztpraxen verfügbar. Bei Interesse können die beiden Hefte in leichter Sprache bei der Bremer Krebsgesellschaft kostenfrei bestellt werden.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+