Geld für sozial benachteiligte Stadtteile

Zwei Millionen Euro für lebendige Quartiere

Mit einem neuem Landesprogramm will der Senat Förderprojekte in den Stadtteilen besser vernetzen. Eigens dafür ist eine Koordinierungsstelle in der Senatskanzlei eingerichtet worden.
02.09.2020, 05:00
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Zwei Millionen Euro für lebendige Quartiere
Von Timo Thalmann
Zwei Millionen Euro für lebendige Quartiere

Auch sehr kleine, sozial benachteiligte Quartiere sollen vom neuen Landesprogramm profitieren, unter anderem die Alwin-Lonke-Straße in Grambke.

Christian Kosak

Mit zwei Millionen Euro jährlich hat der Senat das Landesprogramm „Lebendige Quartiere“ auf den Weg gebracht. Das Geld soll Stadtteilen und Wohnvierteln mit besonderen sozialen Herausforderungen zu Gute kommen. Etwa 400.000 Euro sind für Quartieren in Bremerhaven vorgesehen, die übrigen 1,6 Millionen verbleiben in der Stadt Bremen. Das Sozialressort neu angesiedelte Landesprogramm ergänzt dabei bereits bestehende Projektförderungen der Stadtentwicklung oder Gesundheitsvorsorge in den Stadtteilen. Ein zusätzlicher Innovationsfonds, der in diesem Jahr noch 500.000 Euro und im kommenden Jahr 700.000 Euro bereitstellt, soll helfen, Finanzierungslücken zu schließen, die sich zwischen den einzelnen Programmen auftun können.

„Es kommt immer wieder vor, dass sinnvolle Vorhaben und Investitionen unterbleiben, weil zum Beispiel Folgekosten nicht von einer Projektförderung gedeckt seien“, erläutert Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) die Idee des Innovationsfonds. Das Ziel sei in jedem Fall, die vorhandenen Förderinstrumente noch besser miteinander zu vernetzen. Gerade bei der Abstimmung zwischen den zahlreichen Programmen, gebe es noch Luft nach oben. Das liege daran, dass bewährte Projektförderungen wie zum Beispiel „Lebendige Zentren“ oder „Wohnen in Nachbarschaften (Win)“ unter anderem auf Bundesprogrammen beruhten. Damit seien sie in erster Linie ihrer jeweiligen fachlichen Zielsetzung verpflichtet. Für den Innovationsfonds werde innerhalb der Senatskanzlei darum eine neu geschaffene Koordinierungsstelle mit zwei Mitarbeitern die Verzahnung der vielfältigen Maßnahmen sicher stellen.

„Wir wollen mit dem neuen Programm eine ganzheitliche und langfristige Quartiersentwicklung voranbringen, bei denen so unterschiedliche Aspekte wie Klimaanpassung, Gesundheit, Mobilität, aber auch Sicherheit, Sauberkeit oder die Frage der Barrierefreiheit zusammen gedacht werden“, ergänzt Bausenatorin Maike Schaefer (Grüne). Was das konkret bedeutet, erläutert Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne). Demnach besteht das Landesprogramm aus drei Säulen. Zum Ersten sollen damit die bislang einer befristeten Projektförderung unterworfenen Quartierszentren und damit die Quartiersmanager des Win-Programms institutionell gefördert und gesichert werden. Zum Zweiten ist das Programm nicht mehr ganzen Stadtteilen verpflichtet, sondern kann auch Maßnahmen in schwierigen Kleinst- und Sondergebieten auf den Weg bringen. Und zum Dritten soll mit dem Geld von Anfang an die soziale Entwicklung in neuen Quartieren begleitet werden, in denen der Senat einen Anteil von 30 Prozent gefördertem Wohnungsbau vorschreibt.

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