Klinikum Links der Weser

Breites Echo auf Pläne für Herzzentrum

Ein Neubau des Bremer Klinikums Links der Weser als Herz- und Gefäßzentrum, ermöglicht durch einen privaten Investor: Auf diese Pläne gibt es unter den Fachpolitikern der Bürgerschaft ein breites Echo.
30.04.2021, 05:00
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Breites Echo auf Pläne für Herzzentrum
Von Jürgen Theiner
Breites Echo auf Pläne für Herzzentrum

Neubau durch Investoren? Über die Zukunft des Klinikums Links der Weser wird aktuell diskutiert.

Roland Scheitz

Investorenlösung für einen Neubau des Klinikums Links der Weser (LdW): Eine solche Option für die Zukunft des Krankenhausstandortes in Obervieland steht im Raum. Wie berichtet, könnte ein international tätiger Technologiekonzern als Geldgeber auftreten und die Immobilie an eine Betreibergesellschaft vermieten, an der neben dem städtischen Klinikkonzern Gesundheit Nord (Geno) auch zwei am LdW ansässige, große Praxen niedergelassener Ärzte beteiligt sind.

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Was ist von einem solchen Modell der Public-private-Partnership (PPP) - also eines gemeinsamen Projekts von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft - zu halten? Die meisten Gesundheitspolitiker der Bürgerschaftsfraktionen zeigen sich grundsätzlich gesprächsbereit, haben aber vor allem großen Informationsbedarf. Dazu zählt auch die Frage, ob das LdW künftig überwiegend oder sogar ausschließlich als Zentrum für Herz- und Gefäßmedizin profiliert werden soll.

Aus Sicht der SPD-Gesundheitspolitikerin Ute Reimers-Bruns ist es in jedem Fall sinnvoll, sich mit den Vorstellungen der örtlichen Projektbetreiber und des möglichen Investors vertraut zu machen. Grundsätzlich sei sie PPP-Projekten nicht abgeneigt, wenn sich bei genauer Prüfung zeigt, dass die öffentliche Hand Vorteile daraus ziehen kann.

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„Das muss geprüft und diskutiert werden“, sagt auch die Grünen-Fachpolitikerin Ilona Osterkamp-Weber. Die beabsichtigte Stärkung der Herzmedizin am LdW sei zu begrüßen. Osterkamp-Weber gibt aber zu bedenken: „Die Gesundheit Nord hat in erster Linie den Auftrag, die Bremer Bevölkerung mit klinischen Leistungen zu versorgen. Das sollte man immer mitdenken, wenn über Leuchtturmprojekte mit großem Einzugsgebiet gesprochen wird.“

Rainer Bensch (CDU) sieht Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) am Zuge. Es fehle eine strategische Landeskrankenhausplanung, in der Aussagen zu den Entwicklungsperspektiven der einzelnen Klinikstandorte gemacht werden. Vorher mache es wenig Sinn, sich mit Einzelvorhaben zu beschäftigen. Auch Magnus Buhlert (FDP) fordert, das „strategische Instrument der Landeskrankenhausplanung zu nutzen“. Im Grundsatz spreche aber nichts dagegen, bei der Weiterentwicklung eines Klinikstandortes Investoren und niedergelassene Ärzte einzubeziehen.

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Nelson Janßen (Linke) sieht Krankenhausinvestitionen dagegen als „öffentliche Aufgabe“. Wenn Länder wie Bremen hierzu aufgrund ihrer Finanzlage kaum in der Lage seien, müsse der Bund auf diesem Feld eine aktive Rolle übernehmen.

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