Nächste Runde im Tarifstreit Bremer Lehrer blockieren Kreuzung

Statt im Klassenraum verbrachten viele angestellte Lehrer in Bremen den letzten Schultag vor den Osterferien am Bahnhof oder am Flughafen. Dort demonstrierten sie, um die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen unter Druck zu setzen.
24.03.2015, 21:00
Lesedauer: 1 Min
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Bremer Lehrer blockieren Kreuzung
Von Nikolai Fritzsche

Statt im Klassenraum verbrachten viele angestellte Lehrer in Bremen den letzten Schultag vor den Osterferien am Bahnhof oder am Flughafen. Dort demonstrierten sie am Dienstag zeitgleich, um die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen unter Druck zu setzen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte zum Streik aufgerufen. Nach ihren Angaben waren es 180 Lehrer, die Zug- und Flugreisende über die Streikziele informierten: Die Gehälter der angestellten Lehrer sollen an die der Beamten angenähert werden. Derzeit gibt es Unterschiede von mehreren Hundert Euro.

Für einige Minuten blockierten die Lehrer die Kreuzung Breitenweg/Herdentor unter der Hochstraße. Sie wollten so darauf hinweisen, dass die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) ihrer Ansicht nach eine Blockadehaltung einnimmt. In den bisherigen drei Verhandlungsrunden haben die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Sie machen Kürzungen bei der Betriebsrente zur Bedingung für einen Tarifabschluss.

Als „Testballon“ bezeichnete Christian Gloede, Landesvorstandssprecher der GEW Bremen, das „erpresserische“ Vorgehen der TdL. „Wenn die Arbeitgeber im Länderbereich damit durchkommen, wird es anschließend die Bundes- und Kommunalbeschäftigten sowie die Beamten treffen.“ Lohnerhöhungen an Kürzungen bei der Altersversorgung zu koppeln sei „skandalös und eines öffentlichen Arbeitgebers unwürdig“, sagte Gloede.

Da nur ein Achtel aller Lehrer in Bremen Angestellte sind, führen ihre Streiks nicht zu größerem Unterrichtsausfall. So war es auch am Dienstag. Die Lehrer diskutierten darüber, wie ihre verbeamteten Kollegen sich an Streiks beteiligen könnten.

Der nächste Verhandlungstermin zwischen den Angestellten im öffentlichen Dienst und der TdL ist der kommende Sonnabend. Eine Einigung hält Andreas Staets, Geschäftsführer der GEW Bremen, für unwahrscheinlich. Für diesen Fall haben die Lehrer sich gestern vorbereitet: In Workshops diskutierten sie auch über das, was Staets als „letztes Mittel“ bezeichnete: einen unbefristeten Streik nach den Ferien.

Auch am Mittwoch wird gestreikt: Im Stadtamt kann es zu Einschränkungen kommen, weil dessen Mitarbeiter zum Ausstand aufgerufen sind. Wer keinen Termin hat, sollte auf einen anderen Tag ausweichen.

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