Video-Serie "Bremen tanzt" Teil 4 Bremer Männerformation auf Weltmeisterkurs

Bremen. Die erste und einzige Männerformation bundesweit kommt aus Bremen und will bei den Gay Games in Köln Weltmeister werden. Zusammen mit einer Bremer Frauenformation bereiten sich die Nordlichter zurzeit in Köln auf den Tanzsportwettbewerb am 5. August vor.
03.08.2010, 12:26
Lesedauer: 3 Min
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Von Barbara Debinska

Bremen. Bremer Männer schreiben Tanzsport-Geschichte – die erste und einzige Männerformation bundesweit, so der Club der Rosatanzenden, kommt aus Bremen und will bei den Gay Games in Köln Weltmeister werden. Zusammen mit einer Bremer Frauenformation bereiten sich die Nordlichter zurzeit in Köln auf den Tanzsportwettbewerb am 5. August vor.

Mit rund 10.000 Athleten sind die achten Gay Gameslaut Veranstalter weltweit der größte schwul-lesbische Sport- und Kulturevent, der in diesem Jahr erstmals in Deutschland stattfindet. Das Turnier um den Titel der Gay Games wird nur alle vier Jahre ausgetragen. Köln steht damit in der Tradition von Austragungsorten wie San Francisco, Vancouver, New York, Amsterdam, Sydney und Chicago.

Vom 31. Juli bis zum 7. August messen sich eine Woche lang Teilnehmer aus 70 Nationen in 35 Sportarten. Alter, Geschlecht, Leistung, Herkunft oder Religion spielen dabei keine Rolle. Die Bandbreite der Wettbewerbe reicht von Fußball, über Beach-Volleyball bis hin zu Billard, Schach und Segeln. Zum ersten Mal wird bei den Spielen in diesem Jahr ein Wettbewerb im Formationstanzsport ausgetragen.

Und das ließen sich die Bremer Männer, die sich „Bre.Mens“ nennen, nicht zweimal sagen. „Wir zeigen stets gerne unser Können, aber dass wir nun die Chance auf einen Titel haben und Maßstäbe im Formationstanz setzen können, hätten wir uns nie erträumt“, sagt Teammitglied Wolfgang. Bereits Ende 2007 hatten einige schwule Väter vom Bremer „Rat und Tat-Zentrum für Schwule und Lesben“ die Idee, Equality-Tanzsport zu machen, und wendeten sich an den Bremer Club der Rosatanzendenmit dem Wunsch, eine Männer-Tanzformationzu gründen. Gesagt, getan. Inzwischen ist das Tanzteam auf zehn Männer angewachsen. Vier Paare und ein Ersatzpaar sind nun in Köln und hoffen auf den Weltmeistertitel.

Trainiert werden die Männer allerdings von einer Frau. Silvia Wetzel, die früher selbst als Formationstänzerin in der TSG Bremerhaven aktiv war, betreut die Männerformation. Inzwischen hat sich die 51-Jährige einen Namen im gleichgeschlechtlichen Tanzsport gemacht. Als erfolgreiche Turniertänzerin und ausgebildete Wertungsrichterin hat sie 1999 die Frauentanzschule Bremengegründet. „Die große Lust der Frauen am Tanzen hat mich darin bestätigt, ein professionelles Konzept für Frauen und Tanzen zu entwickeln“, sagt Wetzel. Seitdem trainiert die Tanzschulinhaberin eine Frauenformationmit homo- und heterosexuellen Frauen.

Die Rosatanzenden seien 2008 auf sie zugekommen mit der Bitte, ihre Männerformation zu trainieren, sagt sie. „Ich vermute, dass sie lieber einen Mann als Trainer hätten. Den haben sie aber nicht gefunden. Und so bin ich es geworden“, sagt sie. Und die "Bre.Mens" wollen ihre Trainerin jetzt nicht mehr missen. Monate lang haben sie sich auf den Wettbewerb in Köln vorbereitet.

Unterschiede zwischen Männer - und Frauenformationen

„Reine Männergruppen tanzen kraftvoller und dadurch transportieren sie mehr Power. Frauen tanzen hingegen graziöser und weicher“, fasst Wetzel die Unterschiede im Tanzstil von gleichgeschlechtlichen Gruppen zusammen. Außerdem probierten Männer im Training Schritte oder Figuren eher aus, während Frauen neue Schrittfolgen zunächst theoretisch besprechen würden und Bedenken äußerten, bevor sie Schritte ausprobierten, spricht die Trainerin aus Erfahrung.

Auch die Bremer Frauenformation hat sich gut auf die Gay Games in Köln vorbereitet. Die Frauen hoffen ebenso wie ihre männlichen Kollegen, dass sie einen Titel holen. Trainerin Silvia Wetzel ist zuversichtlich und wünscht sich für ihre Jungs und Mädels zumindest eine Medaille. Da der Tanzsportwettbewerb erstmals für gleichgeschlechtliche Formationen ausgetragen wird, gibt es keine Anhaltspunkte dazu, wie die Konkurrenz aussieht. Neben den beiden Bremer Teams treten bei den Gay Games am 5. August in Köln noch drei weitere Frauenformationen und eine Männerformation aus London an.

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