Verein Brepal sucht Spender Corona-Nothilfe für Nepal

Die Notlage in Nepal spitzt sich angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen, medizinisch schlechten Versorgung und Hunger zu. Brepal und drei weitere Vereine rufen nun zu Spenden für die Menschen auf.
27.05.2021, 14:38
Lesedauer: 2 Min
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Corona-Nothilfe für Nepal
Von Ulrike Troue

Die Sorge um die Menschen in Nepal raubt Klaus Eckert in manchen Nächten den Schlaf. Die Situation in dem südasiatischen Land zwischen Indien und Tibet sei deutlich dramatischer als im letzten Jahr, sagt der Vorsitzende des Bremer Vereins Brepal. Der pensionierte Internist und Nierenspezialist hält online Kontakt zum nepalesischen Partnerverein, der vor Ort aktiv Hilfe zur Bewältigung der Pandemie leistet. 

Momentan infizieren sich nach Eckerts Auskunft jeden Tag offiziell rund 9.000 Menschen mit Covid-19. Nepal liegt damit weltweit auf Platz neun der Länder mit dem höchsten Wachstum täglicher Neuinfektionen. Schätzungen zufolge wird es bis Juli 800.000 Fälle geben. Aus eigener Erfahrung bei Hilfseinsätzen vor Ort weiß der Bremer Mediziner, dass Nepals Gesundheitssystem fragil und mit der Pandemie völlig überfordert ist, die Regierung darüber hinaus die Bevölkerung nicht über die lebensgefährliche Krankheit aufklärt.

Bereits 2011 hat Klaus Eckert den Verein Brepal gegründet, um einzelnen Gemeinden in ländlichen Regionen Nepals beim Aufbau einer guten medizinischen Versorgung zu helfen. Die dadurch entstandenen Gesundheitszentren in Banjhakateri und Bigu würden inzwischen auch infizierte Menschen aufsuchen, "für die wir wenig tun können", räumt er ein. Täglich höre das Team vor Ort von Personen, die erkrankt seien und nicht mehr in Krankenhäusern aufgenommen werden könnten. "Insbesondere Sauerstoff ist knapp", informiert der Brepal-Vorsitzende.

Mit dem aktuellen Lockdown kommen seit dem 29. April laut Eckert zur medizinischen Notlage für die Menschen noch Existenzangst und Hunger hinzu. Nahezu alle Distrikte stünden unter einer strengen Ausgangssperre, führt der Bremer aus. "Wie bereits in der ersten Corona-Welle können viele nicht arbeiten und haben kein Einkommen: Die Bauern können ihr Gemüse nicht zum Markt bringen und müssen es auf den Feldern verderben lassen", so der Brepal-Vorsitzende. "Die Menschen haben nicht die medizinische Versorgung, Nahrung oder sauberes Wasser, die sie benötigen, um diese Pandemie zu überstehen."

Als wichtigste Soforthilfemaßnahme setzt der Bremer Verein nach Worten von Klaus Eckert auf die Essensversorgung - "und damit praktisch auf präventive medizinische Hilfe". Denn Mangelernährung schwächt das Immunsystem, damit ist der Körper anfälliger für die Viruskrankheit. Brepal finanziert die Lebensmittel, aus denen Mitglieder des Partnervereins in einer Suppenküche eine Mahlzeit zubereiten und dieses Essen an unterernährte Kinder und Erwachsene in Kathmandu verteilen.

"Gerade kam auch eine Anfrage aus einem Dorf im Osten, wo wir nun auch Lebensmittelpakete hingeschickt haben", berichtet er. Klaus Eckert verdeutlicht: "Ein solches kostet 28 Euro, davon kann eine Familie mit vier Personen sich 14 Tage lang ernähren."

Seit Wochen steht der Arberger inzwischen auch mit drei anderen kleinen Vereinen eng in Kontakt, die seit Jahrzehnten in Nepal arbeiten. Gemeinsam starten Brepal, Nepali Samaj, Haus der Hoffnung – Hilfe für Nepal und Long Yang nun einen Spendenaufruf für die Corona-Nothilfe.

"Über unsere vertrauenswürdigen Netzwerke und teils langjährige Partnerorganisationen planen wir, die Menschen vor Ort durch Essensausgabe, Lebensmittelpakete und bei der Organisation der Sauerstoffversorgung zu unterstützen", sagt der Mediziner. "So können wir mit Sicherheit sagen, dass das gespendete Geld eins zu eins an die Bedürftigen durchgereicht wird."

Info

Wer die Arbeit von Brepal unterstützen möchte, kann eine Spende unter dem Stichwort Corona-Nothilfe für Nepal auf das Vereinskonto bei der Kreissparkasse Syke (IBAN: DE52 2915 1700 1011 0918 71; SWIFT-BIC: BRLADE21SYK) einzahlen und findet Näheres über die Vereinsaktivitäten im Internet unter www.brepal.de.

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