Skulpturen für Loriot-Denkmal

Bremer Möpse für Brandenburg

Loriot und Bremen – eine besondere Verbindung. Nun wird die Bremer Loriot-Geschichte um ein Kapitel erweitert. Eine Findorffer Bronze-Gießerei arbeitet an einem Loriot-Denkmal in Brandenburg.
17.02.2015, 00:00
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Bremer Möpse für Brandenburg
Von Silke Looden
Bremer Möpse für Brandenburg

Vier sind schon fertig, 16 sollen es werden. Thomas Schmalz bei der Arbeit an seinem Mops-Rudel.

Frank Thomas Koch

Loriot und Bremen – eine besondere Verbindung. Immerhin hat der Komiker einige Jahre seiner Schaffenszeit an der Weser verbracht. Nun wird die Bremer Loriot-Geschichte um ein Kapitel erweitert. Eine Findorffer Bronze-Gießerei arbeitet an einem Loriot-Denkmal in Brandenburg.

Hinter einem unscheinbaren Garagentor in Findorff gießen Thomas Schmalz und Volker Borchert Mops-Skulpturen aus Bronze für die Bundesgartenschau in Brandenburg. Es sind nicht irgendwelche Möpse, sondern die wilden Waldmöpse von Loriot alias Vicco von Bülow (1923-2011). Der Komiker hatte die ulkige Kreatur für einen Sketch erfunden. Die Persiflage auf eine Tiersendung der 70er-Jahre dient als Vorlage für ein Denkmal. Mit einem Mops-Rudel aus Bronze will Loriots Geburtsstadt Brandenburg an den berühmten Sohn der Stadt erinnern.

Erschaffen hat die Möpse die Berliner Künstlerin Clara Walter. Geboren werden sie jedoch in Bremen bei Statuarius Kunstguss in Findorff. Nach den Keramik-Vorlagen der 23-Jährigen arbeitet Schmalz seit Wochen an den zum Schoßhund mutierten Elchen. Die Künstlerin bringt die Modelle, sitzende, liegende, stehende, ja sogar pinkelnde Möpse nach Bremen, wo Schmalz zunächst ein Silikon-Negativ davon erstellt. Daraus formt er ein Wachsmodell für den eigentlichen Guss. 1300 Grad Celsius ist die Bronze heiß, wenn sie in den Hohlraum eindringt und ihn schließlich ausfüllt. Aus dem Ofen kommt dann ein etwa 20 Kilogramm schwerer Bronzemops.

Das rote, etwa 50 Zentimeter hohe und 35 Zentimeter breite Wachsmodell eines sitzenden Mopses auf dem Arbeitstisch sieht aus wie aus einem Horrorfilm. Nägel durchdringen den Körper, Abluftröhrchen hängen heraus. „Ohne geht es nicht“, sagt Thomas Schmalz und erklärt das über 5000 Jahre alte Wachsschmelzverfahren, mit dem er Skulpturen von Bildhauern gießt. Erst nach dem Guss kann er die Hilfskonstruktion entfernen und die Löcher, die die Nägel hinterlassen, glätten. Zum Schluss versieht er den Mops mit einer künstlichen Patina. Dann sieht das Tier aus, als sei es schon Jahrzehnte draußen gewesen.

Vier Bronze-Möpse sind schon fertig. Zwölf weitere werden folgen. Ursprünglich sollten es nur acht sein. Die hatte der Kulturverein der Stadt Brandenburg für das Loriot-Denkmal in Auftrag gegeben. Vorsitzender ist Bundesaußenminister Walter Steinmeier, der den Mops schon zum neuen Wappentier der Stadt erklären wollte. Schnell fanden sich Sponsoren für weitere Möpse, und die Künstlerin bekam nach dem erst kürzlich abgeschlossenen Innenarchitekturstudium alle Hände voll zu tun mit den Geweih-Hündchen.

Die Jury hatte sich unter 100 Einsendungen für den Vorschlag von Clara Walter entschieden, die sich damit gegen namhafte Bildhauer durchsetzte. Walter wiederum entschied sich für die Gießerei in Bremen, die sie eher zufällig im Internet gefunden hatte. „Normalerweise geht das über Beziehungen“, sagt Schmalz. Der 56-Jährige ist nicht unbedingt ein Loriot-Fan, und Möpse sind nicht gerade seine Lieblingstiere, aber die wilden Waldmöpse faszinieren ihn. Auf jeden Fall will der Bremer zur Eröffnung der Bundesgartenschau am 18. April nach Brandenburg fahren, um zu sehen, wie die Skulpturen an Stangen über dem Rollrasen schweben und noch lange an Loriot erinnern werden.

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