Ordnungsdienst-Mitarbeiterin über ihre Arbeit

„Unser Ansatz ist das Gespräch“

Christina Behrens trägt seit gut einem Jahr die dunkelblaue Uniform des Ordnungsdienstes. Die Pandemie bestimmt ihren Alltag, sie hat aber auch noch andere Einsätze.
19.04.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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„Unser Ansatz ist das Gespräch“
Von Nina Willborn
„Unser Ansatz ist das Gespräch“

Werden alle Corona-Schutzregeln eingehalten? Christina Behrens schaut mit ihrem Kollegen Jens Hartwig in der Obernstraße nach.

Christina Kuhaupt

Dienst ist Dienst, da macht Christina Behrens auch während des Fototermins für den WESER-KURIER in der Obernstraße keine Ausnahme: Keine Chance für den Radfahrer, der durch ihr Blickfeld rollt - Fußgängerzone! -, auch ein Passant mit bloßem Gesicht entgeht ihr nicht. „Hier gilt die Maskenpflicht“, ermahnt sie. Die 27-Jährige ist seit gut einem Jahr für den Ordnungsdienst auf Streife, meistens im Südosten der Stadt. Nie allein, immer mit mindestens einer Kollegin oder einem Kollegen. Wie die anderen aus der, wie sie die Ausbildungsjahrgänge nennen, Kohorte 3, war sie eigentlich davon ausgegangen, sich um viele verschiedene kleine und größere Themen zu kümmern, die in einer Großstadt für Ärger sorgen können: von der Kontrolle der Glücksspielbuden über Müll- und Hundethemen bis zu den illegalen Bier- und Ticketverkäufern rund um Werderspiele. „Jetzt ist Corona natürlich der Schwerpunkt“, sagt sie.

Ab und zu vermischen sich die Themenbereiche. „Letztens haben wir das Hygienekonzept in einer Lokalität überprüft“, erzählt Christina Behrens. „Dabei habe ich mir dann auch die Duldung des Besitzers angeguckt. Die war aber abgelaufen, da kam dann ziemlich schnell die Polizei.“ Die Zuständigkeit des Ordnungsdienstes endet, wo das Strafrecht beginnt. „Grundsätzlich ist unser Ansatz das Gespräch, und damit bekommt man auch fast alles geregelt“, sagt sie. „Was Kommunikation angeht, habe ich durch die Arbeit für den Ordnungsdienst viel dazugelernt.“ Im Notfall und zur eigenen Verteidigung kann sie aber auch Schlagstock und Handschellen einsetzen. Vor ihrer Ausbildung an der Hochschule für Verwaltung war Christina Behrens als geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft unter anderem für die Aufteilung der Ordner bei Werderspielen zuständig.

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Ihr bislang denkwürdigster Einsatz? „Einmal mussten wir uns um einen Kangal-Hirtenhund kümmern“, sagt Christina Behrens und lacht, „eine Kollegin und ich sind in den Zwinger gegangen, ein anderer Kollege hat lieber draußen die Umgebung abgesichert“. Das aus ihrer Sicht Spannendste am Ordnungsdienst ist die Abwechslung. „Ich weiß morgens nicht, was der Tag bringt“, sagt sie. Zum Teil arbeiten die Teams Hinweise von Bremerinnen und Bremern ab, dazu kommen Schwerpunkt-Aktionen zu verschiedenen Themen, aktuelle Einsätze – und natürlich der Pandemie-Alltag. Was den angeht, sagt die Ordnungsdienst-Mitarbeiterin, seien sie und die Kollegen nach inzwischen mehr als einem Jahr etwas rigoroser bei Verstößen gegen die Maskenpflicht. „Es gibt immer noch Leute, die uns erzählen, sie hätten noch nie davon gehört“, sagt sie. „Dabei bekommen wir doch die Lage nur alle gemeinsam in den Griff.“

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