Twitter-Studie zu falschen Followern

Bremer Politiker aktiv bei Twitter

Bremen. Wer gehört werden will, muss Kanäle benutzen, die das Volk nutzt. So nutzt auch die Bremer Politik soziale Netzwerke mehr oder weniger intensiv.
29.08.2012, 17:04
Lesedauer: 2 Min
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Bremen. Wer gehört werden will, muss Kanäle benutzen, die das Volk nutzt. So werden soziale Netzwerke bei Prominenten immer beliebter. Auch die Bremer Politik ist darauf aufmerksam geworden und nutzt soziale Netzwerke mehr oder weniger intensiv.

Natürlich ist der Aufbau einer Fangemeinde beschwerlich, doch man kann dies auch einfach haben. In den letzten Wochen wurde bekannt, dass einige Politiker und Unternehmen Facebook-Fans oder Twitter-Follower kaufen. Die gekauften Follower stellen sich meist als Fake-Accounts heraus, die man meist daran, dass sie völlig inaktiv sind oder nur mit Werbung um sich werfen. Natürlich ist nicht jeder Fake-Account automatisch ein gekaufter. Oft folgen Fake-Accounts auch einfach prominenten Namen in der Hoffnung deren meist große Fangemeinde zu erreichen. Doch kann eine große Menge an Fake-Accounts ein Hinweis auf gekaufte Fans sein.

Ein Hamburger Statistik-Unternehmen wollte es nun genau wissen und hat die Twitter-Aktivitäten der Bundespolitiker unter die Lupe genommen. Mit dem Ergebnis, dass einige Politiker schon eine beachtliche Menge an Fake-Followern haben. In der Spitzengruppe der Politiker mit den meisten Followern (unter anderem Gregor Gysi, Peter Altmeier und Christian Lindner) waren durchschnittlich 15 Prozent aller Follower nur Fakes. Trauriger Spitzenreiter dabei der Linken-Politiker Gregor Gysi mit 23 Prozent künstlichen Followern.

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Auch unter den Bremer Politikern wird getwittert. Auffällig ist hier, dass die meisten Politiker Twitter ausprobierten, aber wohl schnell die Lust daran verloren haben. Sie haben eine hohe Fake-Follower-Quote. Nun ist solch ein Wert bei inaktiven oder nur sporadisch betriebenen Accounts eher ein Hinweis auf schlechte Pflege. Gekauft haben, dürfte diese Fakes wohl keiner der Politiker. An der Spitze ist in der Bremischen Bürgerschaft ist Elombo Bolayela, der im März 2011 ganze sechs Tweets schrieb. Von seinen sieben Followern sind drei Fakes. Die gleiche Geschichte gilt für Ulf Eversberg und die Europaabgeordnete Gesine Meißner. Beide Accounts sind inaktiv und haben – im Falle von Eversberg – 33 Prozent falsche Follower beziehungsweise 11 Prozent bei Frau Meißner.

Die meisten aktiven Twitterer in der Bremischen Bürgerschaft haben hingegen gute Werte vorzuweisen. An der Spitze steht hier Frank Schildt. Der SPD-Politiker ist äußerst aktiv und twittert für eine eher kleine Follower-Schar, in der aber nahezu alle echt sind. Eine ebenfalls geringe Fake-Quote weist die Followerliste seines Parteikollegen Rainer Hamann auf, wobei er mit mehr als 700 Followern eine deutlich größere Menschenmenge mit Informationen versorgt. Auch Hamann ist sehr aktiv.

Doch nicht nur in der Bürgerschaft wird getwittert. Auch die Senatoren haben den Micro-Blogging-Dienst für sich entdeckt. Mit Anja Stahmann und Martin Günthner sind immerhin zwei Senatoren am twittern, auch wenn sie dies nicht so intensiv nutzen wie ihre Kollegen aus der Bürgerschaft. Beide gehören zudem zu den positiven Beispielen aus Bremen, denn sie haben nur wenig Fake-Follower. (dds)

Eine genaue Aufschlüsselung gibt es in unserer Fotostrecke.

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