Protestanten auf Sparkurs Bremische Evangelische Kirche will "Forum Kirche" verkaufen

Die Bremer Evangelische Kirche will die ehemalige Bankiersvilla in der Hollerallee 75 loswerden. Die in Aussicht stehenden Kosten für Sanierungen seien angesichts des Sparzwanges "nicht darstellbar".
23.11.2022, 14:08
Lesedauer: 1 Min
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Bremische Evangelische Kirche will
Von Timo Thalmann

Die Bremische Evangelische Kirche (BEK) will das Gebäude des "Forum Kirche" in der Hollerallee 75 verkaufen. Die sechs in der denkmalgeschützten Villa untergebrachten zentralen Einrichtungen wie unter anderem das Evangelische Bildungswerk oder der kirchliche Dienst in der Arbeitswelt müssen sich einzeln oder gemeinsam neue Quartiere suchen. Konkrete Verkaufsverhandlungen wurden bislang aber noch nicht geführt. "Die Verkaufsabsicht ist zunächst der Beschluss der Kirchenleitung", sagt Sabine Hatscher, Sprecherin der BEK. Eine Arbeitsgruppe der betroffenen Einrichtungen soll alternative Standorte für ihre Arbeit ausloten.

Die Entscheidung zum Verkauf der 1991 von der BEK erworbenen ehemaligen Bankiersvilla ist eine konkrete Folge des Sparkurses der Kirche. Gerade erst hat Schatzmeister Oliver Gampper den 151 Delegierten des aktuell tagenden Kirchenparlaments deutlich gemacht, dass 2023 weiterhin ein strukturelles Haushaltsdefizit vorliegt. Knapp 2,7 Millionen müssen daher aus den Rücklagen zugeschossen werden.

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Der ebenfalls vom Kirchentag genehmigte Jahresabschluss für 2021 verlangte zum Ausgleich einen Zuschuss aus den Rücklagen von rund 800.000 Euro. Insgesamt sind diese von 109 Millionen Euro im Jahr 2010 bis Ende 2021 auf 62,3 Mio Euro abgeschmolzen. Schon seit längerem gibt es außerdem den grundsätzlichen Beschluss der BEK, sich lang- und mittelfristig von 30 Prozent ihrer Gebäude zu trennen. "Wir wollen in Menschen und nicht in Steine investieren", beschreibt es Hatscher.

Vor diesem Hintergrund sind nach Angaben von Schriftführer Bernd Kuschnerus in Aussicht stehende Sanierungskosten von geschätzt drei Millionen Euro für das Gebäude in der Hollerallee "nicht darstellbar". Das zwischen 1900 und 1903 entstandene Haus ist offenbar energetisch nicht auf dem neuesten Stand und derzeit auch nicht barrierefrei. Dem steht ein taxierter Verkaufserlös von rund fünf Millionen Euro gegenüber. Er soll verwendet werden, um für die betroffenen Einrichtungen neue Quartiere zu schaffen. Der Plan sieht vor, dass dabei ein Erlös verbleibt, der wieder in die Rücklage der BEK fließen kann.

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