Hermann-Böse-Gymnasium Bremer Schüler laufen für Waisenhaus in Südafrika

Ein von Schülern selbst organisierter Spendenlauf erbrachte insgesamt 5000 Euro. Diese gehen an ein Waisenhaus in Südafrika. Dieser Lauf soll zukünftig im Schulkalender fest etabliert werden.
11.11.2019, 19:21
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Bremer Schüler laufen für Waisenhaus in Südafrika
Von Frauke Fischer

Die Arbeitsgemeinschaft „HBG für Menschen“ hat sich ein Ziel gesteckt: 18 Oberstufenschüler des Hermann-Böse-Gymnasiums (HBG) haben zum ersten Mal komplett in Eigenregie einen Spendenlauf im Nelson-Mandela-Park organisiert. Diese Benefizveranstaltung von Schülern für Schüler, die bei der Premiere gut 350 Gymnasiasten mobilisiert und 5000 Euro an Spenden erbracht hat, will die Arbeitsgemeinschaft (AG) nach Auskunft ihrer Sprecher Emma Lehbib und Janos Gründling als festen Termin im Schulkalender etablieren – immer am Tag vor Himmelfahrt.

Damit sich alle Läufer auch mit dem Projekt identifizieren, für das die Schüler Sponsoren gesucht haben, hat sich die AG auf die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen festgelegt, konkret ein Waisenhaus in Südafrika der Hilfsorganisation Greensleeves Children’s Trust. „Was wir an dem Projekt so toll finden, ist, dass wir erfahren, was mit dem Betrag passiert, den wir durch den Benefizlauf zusammenbekommen“, sagt die 17-jährige Emma Lehbib aus Horn. Denn zu dem aus zwei Wohnhäusern und einer Schule bestehenden Waisenhaus für 48 Kinder, die ihre Eltern verloren haben, hat AG-Mitglied Janna Bamberger einen engen Kontakt. Die 17-Jährige hat den Angaben zufolge einige Jahre in Südafrika gelebt.

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„Janna gehörte in dem Waisenhaus zu den Freiwilligen, die sich in viele befristete Projekte einbringen“, sagt Janos Gründling aus Horn. Die Mädchen und Jungen, die dank der Hilfsorganisation in dem Waisenhaus unterkommen, hätten zuerst einmal ein sicheres Dach überm Kopf, berichtet der 18-Jährige.

„Es gibt sieben Hausmütter, die die Kinder betreuen.“ Das bedeutet, dass die Kinder in einem familiären Umfeld aufwachsen, ermutigt, unterstützt und geliebt werden. Tagsüber würden die Kinder und Jugendlichen die Missionsschule besuchen, in der ihnen ein Team von sechs Lehrern Grundschulwissen vermittelt, sagt der AG-Sprecher weiter. Außerdem gebe es verschiedene Freizeitaktivitäten – von Kunst bis Sport. Darüber hinaus bekommen die Kinder und Jugendlichen laut Gründling psychologische Unterstützung.

Ein großes Team von Sozialarbeitern und Therapeuten arbeite mit den Waisen zusammen, um die Narbenbildung und das Trauma ihrer Vergangenheit zu überwinden. „Diese Kinder hätten sonst auf der Straße leben müssen, wären vielleicht kriminell geworden, Analphabeten geblieben“, sagt Emma Lehbib. „Jetzt haben sie die Chance auf ein normales Familienleben, Bildung und eine Zukunftsperspektive.“

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In den vergangenen neun Monaten haben die beiden AG-Sprecher aus Horn und ihre 16 Mitschülerinnen und -schüler jedoch erst einmal viel zu tun gehabt mit den Vorbereitungen für den Benefizlauf, bei dem etwa 40 Helfer im Einsatz waren. Da gab es nach ihren Aussagen mehr zu tun, als zuvor gedacht. Fünf, sechs AG-Mitglieder haben bereits zuvor kleinere Spendenaktionen initiiert.

Sie gehörten im vergangenen Schuljahr der AG „HBG für Menschenrechte“ an, die sich zu Schuljahresbeginn in „HBG für Menschen“ umbenannt hat, um ein breiteres Themenspektrum abdecken zu können. Die Schüler haben sich zuerst mit dem Thema Menschenhandel und Sklaverei befasst, konkret am Beispiel Libyen. Deshalb habe die AG verschiedene Aktivitäten initiiert, um Geld zu sammeln. Am Ende konnten demnach 1000 Euro an die International Organisation of Migration gespendet werden.

Dass die AG durch die Namensänderung auf aktuell 18 Mitglieder gewachsen ist, sodass der Benefizlauf gestemmt und als Erfolg verbucht werden konnte, ermutigt die Oberstufenschüler zum Weitermachen. „Das hätten wir nicht erwartet“, sagt Emma Lehbib über die Spendensumme. Das Kollegium und die Schulleitung seien auch begeistert und wollten überlegen, alle Schüler zu diesem Gemeinschaftserlebnis für den guten Zweck zu verpflichten und den Lauf auf einen Tag auszuweiten. Damit hätte die AG ihr Ziel auf Anhieb erreicht.

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