nur für Ausnahmefälle

Mobile Luftreiniger an Bremer Schulen

An Bremer Schulen werden Luftreiniger auch in Zukunft nur ausnahmsweise zum Einsatz kommen. Dagegen hat die Bildungsbehörde insgesamt 252 CO2-Ampeln bestellt – allerdings stockt die Auslieferung.
29.10.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Mobile Luftreiniger an Bremer Schulen
Von Frank Hethey

Mobile Luftreiniger werden an Bremer Schulen keine entscheidende Rolle spielen. Das hat jetzt noch einmal die Bildungsbehörde bekräftigt. Nur für Ausnahmefälle seien 25 Luftreinigungsanlagen bestellt worden, sagt Ressortsprecherin Annette Kemp. Dabei stützt sich die Behörde auf eine Empfehlung des Umweltbundesamts. Das Amt hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, einem generellen Einsatz mobiler Luftreinigungsgeräte kritisch gegenüber zu stehen. Lediglich in Sondersituationen sei ihre Verwendung „als zusätzliche Maßnahme“ gerechtfertigt. Zur Begründung heißt es, in vielen Fällen sei nicht eindeutig nachgewiesen, dass Luftreiniger die Virenlast reduzieren könnten.

Um die Luftqualität zu messen, hat die Bildungsbehörde bereits Ende August 252 CO2-Ampeln bestellt. Bislang sind allerdings nur rund 50 Geräte angekommen. Die Ampeln würden nach und nach eintreffen, so Kemp, die Hersteller hätten derzeit Lieferschwierigkeiten. Der Kohlendioxidgehalt ist ein wichtiger Indikator für die Güte der Raumluft. Eine erhöhte CO2-Konzentration sagt laut Umweltbundesamt zwar nichts über virushaltige Aerosole aus, aber über mangelhafte Lüftung und damit über ein erhöhtes Infektionsrisiko.

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Doch nicht alle Unterrichtsräume müssen laut Kemp mit CO2-Ampeln ausgestattet werden. Vielmehr reiche es nach Maßgabe des Umweltbundesamts aus, mithilfe der Ampeln das richtige Lüften zu üben. Danach könne die Ampel im nächsten Klassenraum eingesetzt werden.

In 13 Schulen gibt es noch Probleme mit Fenstern, die nicht geöffnet oder nur auf Kipp gestellt werden können. Für diese Fälle hat die Behörde die Luftreiniger geordert. Wenn Schulvereine auf eigene Faust Luftreiniger beschaffen wollen, ist eine enge Abstimmung mit den jeweiligen Schulleitungen nötig, die sich wiederum an Immobilien Bremen und die Bildungsbehörde wenden müssen. „Die Luftreinigungsanlagen müssen ‚Normen‘ erfüllen“, sagt Kemp.

Um frierende Schüler braucht sich nach Expertenmeinung niemand zu sorgen. Beim fünfminütigen Stoßlüften sinkt die Temperatur laut Kemp um zwei bis drei Grad. Die unvermeidliche Abkühlung hält nach Verlautbarung des Umweltbundesamts aber nur für wenige Minuten an und ist aus medizinischer Sicht unbedenklich.

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An die neuen Richtlinien für Schulen hält sich auch die Volkshochschule. Lüftungsmöglichkeiten gebe es in sämtlichen Räumlichkeiten, so der kommissarische Betriebsleiter Werner Dammann. Probleme sieht er nur bei den Räumen am Breitenweg. „Da könnte es ein bisschen lauter werden, so dass kein Unterricht durchgeführt werden kann.“ Parallel hat die VHS sämtlichen Kursteilnehmern dringend empfohlen, mit Maske zu erscheinen. Dieser Empfehlung wird laut Dammann auch Folge geleistet.

Das regelmäßige Lüften alle 20 Minuten bleibe „in jedem Fall das A und O“, sagt Kemp. Ziel ist laut Umweltbundesamt, die Raumluft jedes Mal komplett gegen Frischluft von außen auszutauschen. Geschieht das bei weit geöffneten Fenstern, ist von Stoßlüften die Rede. Als bessere Alternative verweist das Umweltbundesamt aufs Querlüften – womit gemeint ist, gegenüberliegende Fenster gleichzeitig weit zu öffnen. Lüften mit gekippten Fenstern oder nur einem offenen Fenster ist unzureichend, zumal bei dauerhaft gekippten Fenstern auch unnötig viel Wärme entweicht.

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