Neue Einschränkungen nach Corona-Gipfel

Präsenzunterricht an Bremer Schulen wird reduziert

Ab ersten Februar gilt in Bremer Schulen Wechselunterricht und Halbgruppen ab der ersten Klasse. Die Anwesenheitspflicht bleibt wegen Corona weiterhin ausgesetzt, aber die Schulen sind prinzipiell geöffnet.
21.01.2021, 21:08
Lesedauer: 2 Min
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Präsenzunterricht an Bremer Schulen wird reduziert
Von Timo Thalmann
Präsenzunterricht an Bremer Schulen wird reduziert

Ab 1. Februar soll an Bremer Schulen in Halbgruppen unterrichtet werden, die Präsenzpflicht bleibt aber weiter ausgesetzt.

Sina Schuldt / dpa

Die vom gemeinsamen Beschluss des Bundes und der Länder geforderte restriktivere Auslegung der Corona-Regelungen zu Schulen und Kindergärten wirkt sich jetzt auch in Bremen aus. Ab der ersten Klasse gilt ab Februar an allen Schulformen inklusive der Förderzentren durchgängig Wechselunterricht in Halbgruppen. Diese Reduzierung des Präsenzangebots hat der Senat am Donnerstag beschlossen. Die Präsenzpflicht bleibt parallel dazu weiterhin ausgesetzt. Schülerinnen und Schüler, die nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, erhalten demnach Lernangebote aus der Distanz. Gleichzeitig bedeutet das aber auch: Die Schulen in Bremen bleiben weiter prinzipiell geöffnet.

Für die Kindertagesstätten sind ab 1. Februar ebenfalls noch einmal deutlich strengere Corona-Maßnahmen beschlossen. Sie bleiben demnach zwar ebenfalls weiter geöffnet, das Angebot soll aber von der bisher geltenden Stufe eins des Reaktionsstufenplans zur Stufe zwei wechseln.

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Das bedeutet eine strikte Trennung der jeweiligen Gruppen in den Einrichtungen. Ein gruppenübergreifender Personaleinsatz ist zu vermeiden und nur noch in Gruppen mit reduzierter Kinderzahl gestattet. Der Mindestbetreuungsanspruch reduziert sich auf 20 Wochenstunden, wobei die Zeiten so geplant werden sollten, dass möglichst alle Kinder eine Mittagsverpflegung erhalten. Zugleich wird weiterhin an die Eltern appelliert, ihre Kinder nur in den Fällen und in dem Maße in die Tagesstätten zu bringen, in denen eine persönliche oder sonstige Kinderbetreuung nicht möglich ist.

Die Kita-Träger werden gebeten, auf Basis ihrer Erfahrungen aus den Schließungen im Frühjahr 2020 regelmäßig den Kontakt zu den Kindern aufrecht zu erhalten, die die Einrichtungen auf Wunsch der Eltern nicht besuchen. Weil die neuen Regelungen zu geringeren Betreuungszeiten führen als vertraglich vereinbart, wird für die Zeit von Januar bis Mai an einen generellen Beitragserlass gedacht.

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Das betrifft vor allem die Krippenbetreuung für Kinder unter drei Jahren, da die Kindertagesstätten im Allgemeinen ohnehin beitragsfrei sind. Ergänzt werden diese grundsätzlichen Regelungen durch zahlreiche Details. So soll der Wechselunterricht in den ersten bis sechsten Klassen ausdrücklich tageweise organisiert sein, sodass bei einer Entscheidung der Eltern für eine Teilnahme ihrer Kinder keine längeren Zeiten ohne Schulbesuch entstehen.

Bis Klasse sechs fällt außerdem der Schwimmunterricht ersatzlos aus. Allgemeiner Sportunterricht soll mit entsprechenden Hygieneregeln aber an allen Schulformen bestehen bleiben. Ausgesetzt sind auch beim Präsenzunterricht sämtliche Ganztagsangebote, allein die Angebote für ein Mittagessen in den Schulen sollen soweit wie möglich gewährleistet werden. Die Teilnahmepflicht an prüfungsrelevanten Klausuren in der Schule bleibt für die betreffenden Jahrgänge bestehen. Das gilt ebenfalls über alle Schulformen hinweg, inklusive der berufsbildenden Schulen.

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Dort ist für die Abschlussklassen laut Senatsbeschluss außerdem ein „Unterrichtsangebot mit alternierenden Präsenzphasen“ vorgesehen. Die übrigen Klassen der berufsbildenden Schulen genießen ausschließlich Distanzunterricht.

Fest steht nun auch, dass die Abiturprüfungen in den Juni verschoben werden sollen. Die schriftlichen Prüfungen werden demnach zwischen dem 1. und 12. Juni absolviert, die mündlichen Prüfungen vom 14. bis 18. Juni. Die Abiturzeugnisse gibt es dann am 21. Juli. Der für die Abschlussnoten relevante Unterricht des letzten Halbjahres – Bildungskürzel Q2.2 – wird bis 30. April verlängert. In diesem Zusammenhang soll die Wirtschaftssenatorin prüfen, ob und unter welchen Bedingungen der Ausbildungsbeginn in Bremen auf den 1. September verlegt werden könnte. Gewöhnlich starten die betrieblichen Ausbildungen immer am 1. August.

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