Biohof Kaemena

Bremer Spezialitäten in drei Gängen

Die Bremer Bio-Landwirtin Birte Kaemena nimmt an der neuen NDR-Reihe "Die Heimatküche" teil. Anderen Bauern hat sie ein typisch bremisches Gericht serviert.
17.07.2018, 19:30
Lesedauer: 2 Min
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Von Sebastian Krüger
Bremer Spezialitäten in drei Gängen

Die Bremer Bio-Milchbauern Birte und Harje Kaemena (Mitte) am Set der neuen NDR-Reihe "Die Heimatküche".

Doclights

Bremen. Mit Lebensmitteln kennt Birte Kaemena sich eigentlich gut aus. Schließlich betreibt sie gemeinsam mit ihrer Familie den Biohof Kaemena im Blockland. Vergangene Woche haben ihre Gäste sie dennoch aus dem Konzept gebracht – Kaemena nimmt Teil an der neuen NDR-Serie "Die Heimatküche" und musste andere Landwirte bekochen.

"Vor laufender Kamera zu kochen war aufregend", erzählt sie. Vier Frauen und zwei Männer aus der Landwirtschaft besuchen sich gegenseitig auf ihren Höfen. Dabei sei darauf geachtet worden, dass jeder Teilnehmer eine Spezialisierung vorweist, sagt Melvina Kotius von der Produktionsfirma Doclights. Ein Spargelhof sei vertreten, ebenso wie ein Betrieb, der sich auf den Weinbau konzentriert. Kaemenas Hof repräsentiere die Milchwirtschaft.

Zum Konzept der Sendung gehört auch, dass die Gastgeber ihren Gästen Speisen aus regionalen Zutaten servieren. Kaemena hat sich für Bremer Scheerkohl entschieden. "Das ist eine ganz alte Gemüseart. Es ist eine Unterart des Rapses", sagt sie. Er schmecke leicht nach Grünkohl, sei aber milder. "Ich habe eine Soße daraus gemacht. Sie sah klasse aus und kam gut an." Im Bremer Umland gebe es nur noch zwei oder drei Betriebe, die Scheerkohl anbauen.

Als Vorspeise servierte sie Knipp, eine weitere Bremer Spezialität. Die Scheerkohlsoße gab es zu Tafelspitz und Sesamkartoffeln. Als Zwischengang habe Kaemena Pralinen aus der hauseigenen Rohmilch hergestellt. Zum Nachtisch gab es die Spezialität der Kaemenas: das selbstgemachte Eis. "Ich habe mich für den Klassiker entschieden: Vanilleeis. Das passt geschmacklich am besten zur roten Grütze."

Sie freue sich, die anderen Teilnehmer kennenzulernen. Auf deren Höfen erhalte sie viele neue Einblicke in unbekannte Aspekte der Landwirtschaft. "Ich habe mit Ackerbau gar nichts zu tun", sagt sie. Zuerst waren die sechs Vertreter auf einem Spargel- und Erdbeerhof Richtung Hapstedt. Kommende Woche gehe es an den Dümmer See bei Osnabrück.

Ihre Gäste sind nicht mit dem Auto angereist, sondern auf einem Torfkahn. "Es war ganz idyllisch" schwärmt sie. Von der Wümme sehe das Blockland ganz anders aus als von der Straße." Die Gäste haben auf jedem Hof eine Tagesaufgabe. In der ersten Folge musste sie Spargel stechen. "Das habe ich noch nie in meinem Leben gemacht. Es ist gar nicht so einfach." Durch den Austausch mit den Bauern aus andren Bereichen bekomme sie neuen Respekt vor solchen Tätigkeiten. Auch ihre Gäste mussten tatkräftig mit anpacken: Sie haben in der Eisproduktion mitgeholfen und ihr eigenes Dessert hergestellt.

Auf Kaemenas Hof wurde die zweite Folge der Serie gedreht. Die sechs Schauplätze seien über den gesamten Norddeutschen Raum verteilt: Bremen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, sagt Kotios. "Dahinter steht die Idee, das moderne Landleben zu zeigen." Darüber gebe es heute viele Klischees. "Die Sendung soll auch zeigen, dass Norddeutschland kulinarisch ganz unterschiedlich sein kann."

Die Dreharbeiten ziehen sich bis über den Sommer. Am 10. Oktober startet die wöchentliche Ausstrahlung der sechs Folgen. "Wir möchten das moderne Landleben zeigen", sagt Kotios. Die Treffen seien ein nettes Zusammenkommen, da alle Protagonisten in derselben Branche tätig sind. "Sie haben die gleichen Sorgen und Probleme."

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