Rückgang um 24,3 Prozent

Deutlich weniger Energiesperren in Bremen

Im Jahr 2019 wurden im Land Bremen deutlich weniger Gas-, Strom- und Wasseranschlüsse gesperrt. Die Zahl der Energiesperren durch die SWB sank von 5581 auf 4.227 Anschlüsse.
24.06.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Mario Nagel
Deutlich weniger Energiesperren in Bremen

Der Energieversorgers SWB meldet, dass sich die Anzahl der Energiesperren seit dem Jahr 2015 um 42,6 Prozent verringert habe.

Karsten Klama

Die Zahl der Gas-, Strom- und Wassersperren im Land Bremen ist im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 24,3 Prozent gesunken. Während 2018 noch 5581 Anschlüsse in Bremen und Bremerhaven gesperrt wurden, waren es im vergangenen Jahr 4227 Anschlüsse. Das teilte der „Runde Tisch Energie- und Wassersperren im Land Bremen vermeiden“ mit. Die Initiative des Energieversorgers SWB hatte im Jahr 2015 ihre Arbeit aufgenommen. Seither sank die Anzahl der Energiesperren nach eigenen Angaben um 42,6 Prozent. Für Iris Klauck, SWB-Projektleiterin und Sprecherin des Runden Tisches, ist das ein beachtlicher Erfolg: „Das sind Zahlen, die wir sehr gerne sehen und die uns in unserer Arbeit und auf unserem Kurs bestätigen.“

Vor allem eine effizientere Gestaltung des SWB-Forderungsmanagements habe im Jahr 2019 zur Abnahme der Sperrzahlen geführt, teilte der Runde Tisch mit. Seit Anfang des vergangenen Jahres verzichtet die SWB demnach in der Regel auf Mehrfachsperren in einem Haushalt. Ist ein Anschluss gesperrt, würden bei weiterhin unbezahlten Rückständen nicht automatisch auch die weiteren ­Anschlüsse gesperrt. „Jeder dieser Sperrvorgänge würde den Kunden 86 Euro kosten und weitere Außeneinsätze für SWB-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter bedeuten. Beides wird auf diese Weise eingespart“, erklärt Klauck. Ob sich diese Maßnahme bewährt, werde noch ausgewertet.

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Rund 20 Vertreterinnen und Vertreter von öffentlichen Stellen, Beratungseinrichtungen und der SWB arbeiten derzeit für die SWB-Initiative „Runder Tisch Energie- und Wassersperren im Land Bremen vermeiden“. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, die betroffenen Bürgerinnen und Bürger im Land Bremen, die aus unterschiedlichsten Gründen Zahlungsrückstände bei Strom, Gas oder Wasser haben, schnell und unkompliziert zu unterstützen. Erhält ein Verbraucher eine Sperrandrohung, kann er sich an die Mitarbeiter des Runden Tisches wenden. Dort kann der Sperrprozess dann unterbrochen werden.

Weil Ende Juni der gesetzlich vereinbarte Zahlungsaufschub für Verbraucherinnen und Verbraucher, die ihren Verpflichtungen aus Strom- oder Gasverträgen wegen der Corona-Pandemie nicht nachkommen konnten, endet, könnten die Zahlen der Energiesperren jedoch wieder steigen. Regan Mundhenke, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Runden Tisches, richtet deshalb einen Appell an die in finanzielle Not geratenen Bürger: „Betroffene Menschen sollten frühzeitig die entsprechenden Beratungsstellen aufsuchen und sich Unterstützung holen. Die SWB ist immer daran interessiert, eine Lösung zu finden, damit es nicht zu Sperren kommt.“ Angela Dittmer, Pressesprecherin der SWB AG, bestätigt das: „Jeder, der Fälligkeiten hat, die er noch nicht bedient hat oder bedienen kann, sollte sich bei uns melden. Wir suchen nach einer Lösung, es gibt immer einen Weg.”

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