Gestaltung der Bremer Überseestadt Die wichtigsten Projekte auf der Überseeinsel

Was planen die großen Grundstückseigner auf der Überseeinsel? Ein Überblick über die Projekte auf den Arealen von Kellogg, Reimer, Esso, Rickmers Reismühle und den Schuppen 2, 4 und 6.
13.12.2020, 05:00
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Die wichtigsten Projekte auf der Überseeinsel
Von Jürgen Hinrichs

Kellogg

Auf dem ehemaligen Kellogg-Areal hat sich schon viel getan: Abrissarbeiten, die dem alten Reislager des US-amerikanischen Frühstücksflocken-Giganten den Garaus gemacht haben. Aus der Baugrube wächst im kommenden Jahr das Gebäude einer Markthalle heraus. Übernehmen wird sie später die Brüning-Gruppe aus Fischerhude. Einen besonderen Clou hat sich die Überseeinsel GmbH mit den Silotürmen ausgedacht. Sie bleiben stehen und werden auf zehn Ebenen 120 Hotelzimmer aufnehmen. Das 15 Hektar große Areal bekommt außerdem zwei neue Quartiere, mit Hunderten von Wohnungen, Werkstätten, Büros, einer Kita und Gesundheitseinrichtungen.

Reimer

Noch hat das Speditionsunternehmen Reimer Logistics seinen offiziellen Sitz an der Stephanikirchenweide zwischen Europahafen und Weser. Das knapp drei Hektar große Grundstück ist aber bereits verkauft, der Umzug steht bevor. Reimer wechselt in den Gewerbepark an der Hansalinie. Dort hat das Bremer Familienunternehmen mit 450 Mitarbeitern und acht Standorten in Deutschland auf einer Fläche von zwölf Hektar ein Logistikzentrum gebaut. Die Zukunft für Reimer liegt damit an der Autobahn und nicht länger im Hafen. Sein altes Grundstück hat der Spediteur an den Bremer Unternehmer Kurt Zech verkauft. Zech hatte erklärt, das Areal möglicherweise für zwei Speditionen zu nutzen, die er unlängst erworben hat. Das dürfte aber wohl nur ein Druckmittel sein, um in den Verhandlungen mit der Stadt ein Ergebnis zu erreichen, das dem Unternehmer erlaubt, auf dem Areal im großen Stil Wohnungen zu bauen. Über die Baumasse ist er sich mit den Behörden dem Vernehmen nach noch nicht einig geworden.

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Esso

Das sogenannte Esso-Gelände hat eine Top-Lage, ist aber mit großen Problemen behaftet. Als ehemaliger Raffinerie-Standort trägt die Erde schwer an ihren Altlasten. Eigentümer ist der Esso-Nachfolger Exxon Mobil, mit dem die Stadt seit vielen Jahren über die Sanierung der Fläche und einen Verkauf verhandelt. „Wir befinden uns in engen Gesprächen mit dem Ziel, das Grundstück zu übernehmen, um es dann im Zusammenhang mit der Rahmenplanung Überseeinsel zu entwickeln“, erklärt die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB). Ein Plan ist dem Vernehmen nach, an der Stelle einen Park zu schaffen. Wohnungen sind aber auch nicht ausgeschlossen. Doch zunächst muss es eine Lösung für das Gift im Boden geben. Es strahlt auch auf die angrenzenden Flächen aus, darunter das Reimer-Grundstück.

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Rickmers Reismühle

Gut 30.000 Quadratmeter groß und mit einer Wasserfront von 400 Metern – das Grundstück von Rickmers Reismühle ist auf der Überseeinsel eines der schönsten. Lange Zeit sah es so aus, als ob das Unternehmen mit seinen mehr als 100 Mitarbeitern von diesem Platz nicht weichen will. Doch nun steht der Verkauf bevor, bis Jahresende sollen die Verträge unterschrieben sein. Käufer ist Rolf Specht, Chef der gleichnamigen Unternehmensgruppe. Rickmers zieht mit seiner Produktion an einen anderen Standort in Bremen, nach Oslebshausen oder an die Stahlwerke. Wie im Falle von Zech mit der Reimer-Fläche, ringt auch Specht mit der Stadt um das Volumen, das er an dem exponierten Ort verbauen darf. Eine Lösung, heißt es aus Verhandlerkreisen, gibt es noch nicht.

Die Schuppen 2, 4 und 6

Die drei Schuppen am Kai des Europahafens sind voll in Betrieb. Am besten in Schuss ist der Schuppen 2. Er wurde vor 20 Jahren nach und nach saniert und beherbergt heute Büros, Gewerbe und Geschäfte. Die Schuppen 4 und 6 gehören der Spedition Vollers. Die Grundstücke sind von der Stadt in Erbpacht vergeben worden. Vollers nutzt den Schuppen 6 für die Produktion von Tee. Das Unternehmen möchte das Gebäude sanieren und teilweise neu nutzen, es will dafür das Grundstück erwerben. Darüber hat es mit der Stadt nach jahrelangen Verhandlungen aber noch keine Einigung gegeben.

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