Auf Straßen mit hohen Schadstoffwerten Bremer Umweltbehörde will Abgasschleudern verbieten

Möglicherweise dürfen bald nur noch Autos mit einer blauen Umweltplakette am Dobben und an der Nordstraße fahren. Da die Grenzwerte dort oft überschritten werden, denkt die Umweltbehörde über Maßnahmen nach.
08.04.2016, 21:50
Lesedauer: 1 Min
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Bremer Umweltbehörde will Abgasschleudern verbieten
Von Frauke Fischer

Möglicherweise dürfen bald nur noch Autos mit einer blauen Umweltplakette am Dobben und an der Nordstraße fahren. Da die Grenzwerte dort oft überschritten werden, denkt die Umweltbehörde über Maßnahmen nach.

Wenn die blaue Plakette in Bremen eingeführt werden sollte, müssen sich Fahrer von Autos mit schlechten Abgaswerten neue Wege durch die Stadt überlegen. Überall dort, wo die Grenzwerte von Stickoxiden überschritten werden, könnte das dazu führen, dass nur noch saubere Autos, also solche mit einer blauen Plakette, dort lang fahren dürfen. Aus heutiger Sicht sind solche „Hotspots“ die Bismarckstraße/Ecke Am Dobben, die Nordstraße sowie die Cherbourger Straße in Bremerhaven, erläutert Jens Tittmann, Sprecher der Umweltbehörde. Doch er betont auch: „Frühestens in zwei Jahren wäre das der Fall.“ Erst müsse ein entsprechendes Gesetz auf Bundesebene umgesetzt werden.

Auf dieses Verfahren haben sich die Umweltminister von Bund und Ländern verständigt (wir berichteten). Sie reagieren damit auf den Diesel-Abgasskandal, in den neben VW auch andere Autohersteller verwickelt sind. Bremen gehört mit vier anderen Bundesländern zu den Initiatoren des Verfahrens.

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"Es geht um die Gesundheit der Bürger"

Man wolle mit der blauen Plakette nicht die Autofahrer abstrafen, so Tittmann. „Aber wir müssen Grenzwerte einhalten, und die werden an den drei Stellen momentan oft überschritten.“ Es gehe um die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger. Dass es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Abgasskandal und der Stickoxid-Belastung gibt, liegt für den Behördensprecher nahe. 2015 seien die Stickoxid-Werte an den Messstellen nämlich wieder höher gewesen als 2014, dabei seien die Feinstaubwerte gesunken.

Die blaue Plakette, die im Übrigen keine schärfere flächendeckende Umweltzone sei, werde hier auch nur eingeführt, wenn zu dem Zeitpunkt weiterhin Grenzwerte überschritten würden, so der Sprecher. „Wenn die Autohersteller bis dahin ihre Hausaufgaben gemacht haben, ist sie hier vielleicht gar nicht mehr nötig.“

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