Coronakrise

Bremer Verein „Help Dunya“ unterstützt Risikogruppen

Der Verein „Help Dunya“ setzt in der Corona-Krise ein Zeichen der Mitmenschlichkeit. Seine freiwilligen Helfer bieten Angehörigen von Risikogruppen an, Einkauf und Transport von Lebensmitteln zu übernehmen.
21.03.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Bremer Verein „Help Dunya“ unterstützt Risikogruppen
Von Jürgen Theiner
Bremer Verein „Help Dunya“ unterstützt Risikogruppen

Mitglieder der Hilfsorganisation Help Dunya e.V. bieten Einkaufsservice in Zeiten von Corona an.

Morteza Eshghparast

Die Verunsicherung durch die Corona-Krise erfasst vor allem ältere Menschen. Senioren und andere Angehörige von Risikogruppen trauen sich oft kaum noch vor die Tür – zu groß ist die Befürchtung, sich mit dem Covid-19-Virus anzustecken. Für diesen Personenkreis bietet die Hilfsorganisation „Help Dunya“ jetzt einen kostenlosen Bringdienst für Lebensmittel und Hygieneartikel des täglichen Bedarfs.

2018 hatten der gebürtige Iraner Morteza Eshghparast und einige Mitstreiter ihre privaten karitativen Aktivitäten auf eine professionelle Grundlage gestellt und „Help Dunya“ aus der Taufe gehoben. Das Wort Dunya steht im Persischen, aber auch in einigen anderen Sprachen, für den Begriff Welt – und nicht weniger als die Elendsgebiete der gesamten Welt hat der Verein bei seinen Bemühungen im Blick. Eshghparast und andere Aktivisten reisen unter anderem nach Somalia, Bangladesch, Indonesien und in den Jemen, um dort vor Ort Brunnen zu bohren und Sanitäranlagen einzurichten, medizinische Stützpunkte aufzubauen und Hilfsgüter zu verteilen.

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Nun also die Hilfe vor Ort, im eigenen Lebensumfeld. Die Idee dazu kam Eshghparast vor wenigen Tagen, als die Corona-Krise ihre Dynamik zu entfalten begann. Es habe erste Anfragen aus dem Bekanntenkreis gegeben, aber auch von der Anbieterseite. „Supermärkte und einzelne Händler traten an uns mit der Frage heran, ob wir Verteilerdienste übernehmen könnten“, berichtet der 44-Jährige und fügt hinzu: „Wir können.“ Für den Werbefachmann aus dem Bremer Westen ist Corona auch eine Chance, „dass wir als Gesellschaft wieder enger zusammenrücken und den Materialismus zurückdrängen“.

Eine freiwillige Helferin aus der „Help Dunya“-Gruppe hat derweil ein Auto für die Transporte bereitgestellt. Wer einer Risikogruppe angehört und den Service in Anspruch nehmen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0171/3788202 bei den Organisatoren melden. Der Mindesteinkaufswert sollte in etwa 50 Euro betragen. Wer mehr über die Hilfsorganisation erfahren will, kann sich auf der Website helpdunya.com im Internet informieren, auch auf Facebook ist der eingetragene Verein mit einer eigenen Seite präsent.

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