Bundesmittel fraglich

Finanzierung für "Seute Deern"-Ersatz könnte platzen

Das abgewrackte Segelschiff "Seute Deern" soll in Bremerhaven einen Nachfolger bekommen. Jetzt äußert der Bundesrechnungshof offenbar Bedenken an der Finanzierung durch den Bund – es geht um 46 Millionen Euro.
07.10.2021, 17:48
Lesedauer: 1 Min
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Finanzierung für
Von Felix Wendler

Die vom Bund bewilligten 46 Millionen Euro für einen Nachfolger des historischen Segelschiffs "Seute Deern" in Bremerhaven stehen offenbar auf der Kippe. Der Bundesrechnungshof zweifelt der "Nordsee-Zeitung" zufolge an, dass es an dem Projekt ein erhebliches Bundesinteresse gibt. Damit sei die Finanzierung in Gefahr. Die Zeitung beruft sich auf einen nicht öffentlichen Zwischenbericht der Prüfstelle. Auf Nachfrage des WESER-KURIER wollte der Rechnungshof am Donnerstag keine inhaltlichen Auskünfte erteilen. Ein Sprecher bestätigte lediglich, dass es ein laufendes Prüfungsverfahren gebe. Der Zwischenbericht liege aktuell bei der zuständigen Bundesbeauftragten für Kultur und Medien. Das Ressort von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) teilte am Donnerstagabend mit, den Antrag für das Projekt vorübergehend zurückgestellt zu haben. Weitere Auskünfte lehnte ein Ressortsprecher mit Verweis auf das laufende Verfahren ab.

Die "Seute Deern" war vor etwa zwei Jahren im Museumshafen gesunken. Einige Monate zuvor hatte es auf der Dreimastbark einen Brand gegeben. Inzwischen wurde das Schiff abgewrackt. Ein originalgetreuer Nachbau der "Seute Deern" würde die bewilligten Mittel übersteigen, heißt es in einem Gutachten der Stadt Bremerhaven. Stattdessen will das Land Bremen den historischen Frachtsegler "Najade" nachbauen lassen und zur neuen Attraktion im Museumshafen machen. Der 1888 gebaute Dreimaster aus Stahl stammte, anders als die "Seute Deern", ursprünglich aus Bremerhaven. Für die Rekonstruktion beziehungsweise den Ersatzbau hat der Haushaltsausschuss des Bundestages 46 Millionen Euro bewilligt. 

Ob das millionenschwere Projekt auch ohne Bundesmittel bezahlbar wäre, ist fraglich. Bis über die Finanzierung Gewissheit herrscht, könnte noch einige Zeit vergehen. Seitens des Bundesrechnungshofes heißt es, die Ressorts hätten in der Regel drei Monate Zeit, um eine Stellungnahme zu Zwischenberichten abzugeben. Warum die "Najade"-Finanzierung in den Fokus der Prüfstelle geraten ist, konnte der Sprecher nicht beantworten. Er ließ jedoch wissen, dass es sich um keine routinemäßige Kontrolle handele.

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