Häfen Bremerhaven wird Basis für Windrad-Montage

Bremerhaven. Nach starken Einbußen im Hafenumschlag in Zeiten der Wirtschaftskrise soll künftig ein Teil des Containerterminals Bremerhaven als Montage- und Umschlagplatz für Offshore-Windkraftanlagen dienen.
10.05.2010, 15:27
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Bremerhaven. Nach starken Einbußen im Hafenumschlag in Zeiten der Wirtschaftskrise soll künftig ein Teil des Containerterminals Bremerhaven als Montage- und Umschlagplatz für Offshore-Windkraftanlagen dienen. Das vereinbarten der Terminalbetreiber Eurogate und das Windenergieunternehmen RWE Innogy am Montag. RWE werde auf der 17 Hektar großen Fläche von Mitte 2011 an zunächst 48 Windturbinen vormontieren und zu einem Windpark 35 Kilometer nördlich von Helgoland bringen lassen, sagte der Geschäftsführer von RWE Innogy, Fritz Vahrenholt.

Eurogatevermietet die Terminalfläche für zunächst zwei Jahre. In der Zwischenzeit wird in Bremerhaven ein neuer Spezialhafen geplant. Der künftige Offshore-Basishafen ist laut Vahrenholt der einzige Platz an der deutschen Küste, der für RWE Innogy infrage kam. Das Areal am Südende des Containerterminals biete nicht nur genügend Platz, sondern stünde auch exklusiv für sein Unternehmen zur Verfügung. Das Energieunternehmen will dort bis zu 160 Meter hohe Windräder vormontieren lassen, dessen Teile bei dem Hersteller Repower im benachbarten Fischereihafen produziert werden.

Derzeit lässt RWE in Korea ein Spezialschiff bauen, das jeweils drei Anlagen gleichzeitig zu dem Standort auf hoher See bringen und dort aufstellen kann. Obwohl die vormontierten Rotoren der Windräder einen Durchmesser von 120 Metern haben, sieht Eurogate-Vorstand Emanuel Schiffer keine Beeinträchtigungen für den Schiffsverkehr auf der Weser sowie für den Terminalbetrieb. Der Montage- und Umschlagsplatz mache nur acht Prozent der gesamten Terminalfläche aus.

Um Platz für die Windanlagen zu schaffen, rücken alle Containerumschlagsunternehmen auf dem Terminal enger zusammen. Als Folge der Weltwirtschaftskrise ist die Anlage derzeit nicht ausgelastet. Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) und Bremerhavens Oberbürgermeister Jörg Schulz (SPD) sehen in dem Vertragsabschluss einen wichtigen Beitrag, die führende Position Bremerhavens in der Offshore-Industrie auszubauen.

Außerdem verschaffe die Terminalnutzung der Politik Zeit für die Planung eines neuen Spezialhafens. Nach Angaben von Schulz will der Senat am 15. Juni die Weichen für das neue Hafenprojekt stellen. Allein RWE will bis 2020 rund 200 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 1300 Megawatt von Bremerhaven aus an Standorte in der Nordsee bringen. (dpa)

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