"Wir würden gerne weitermachen"

Breminale-Veranstalter zufrieden mit dem Festival

Am Abend endet die Breminale. Veranstalter Jonte von Döllen zieht im Interview trotz einiger Lärmbeschwerden und vielen Einsätzen eines Awareness-Teams ein positives Fazit. Indes bleibt die Zukunft des Festivals ungewiss.
07.07.2019, 17:57
Lesedauer: 3 Min
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Breminale-Veranstalter zufrieden mit dem Festival
Von Elena Matera

Sind Sie zufrieden mit dem Festival?

Jonte von Döllen: Ja, total. Es hat alles wunderbar funktioniert. Mit dem Hochwasser war das natürlich eine sehr spezielle Situation, aber so etwas ist auch aufregend. Man hat daran gesehen, wie gut das Team zusammenarbeitet.

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Was ist nicht so gut gelaufen?

Wir haben noch keine Endbilanz der Behörden. Im Vergleich zum letzten Jahr, wo wir keine angezeigten sexuellen Übergriffe hatten, gab es dieses Jahr schon ein paar. Aber wir hatten auch unser Awareness-Team da. Die hatten etwas zu tun und sie ziehen eine sehr gute Bilanz. Sie konnten vielen Menschen helfen.

Wie war die Stimmung in den vergangenen Tagen?

Am Freitag und Samstag war auf dem Osterdeich richtige Festivalstimmung. Im Park war das ganz anders, ruhiger und kultureller. Aber es ist gut, dass sich die Besucher entscheiden können, ob sie lieber oben oder unten sein möchten.

Was war Ihr persönliches Highlight?

Das war das Konzert von "Oberer Totpunkt" am Samstagabend auf der Dreimeterbretter-Bühne. Das war das einzige Konzert, das ich mir von Anfang bis Ende angeschaut habe. Ich habe fast alle Konzerte gesehen, aber natürlich nur Ausschnitte. Aber das eigentliche Highlight ist, wenn ein Tag funktioniert hat und man oben steht und sieht, dass alle gut gelaunt sind und alle Spaß haben. Alle Tage waren total gut.

Gab es von Anwohnern Beschwerden?

Ja, als Reaktion auf eine Drum-and-Bass-Party am Donnerstagabend gab es eine Sammelbeschwerde der Anwohner, die über der Parkgarage wohnen. Wir haben dann mit ihnen gesproche und die Dezibelgrenze auf der Bremen-Next-Bühne und auf der Dreimeterbretter-Bühne heruntergedreht. Wir haben dafür positives Feedback bekommen. Das war auch das erste Mal, dass wir das gemacht haben. Wir müssen Kompromisse finden. Und das Festival liegt nun mal mitten im Wohngebiet. Hier wohnen Menschen.

Sie wollten das Festival in diesem Jahr nachhaltiger machen, unter anderem mithilfe der Respekt-Kampagne. Hat das soweit funktioniert?

Das werden wir erst im Nachhinein sehen, ob wir das auch in Zahlen beziffern können. Die Taschen-Aschenbecher sind fast weg, das waren 10.000 Stück. Die Aschetonnen sind voll. Das Plastikgeschirr-Verbot hat auch geklappt. Die Respekt-Kampagne ist präsent gewesen. Wir sind sehr zufrieden. Die Menschen haben darüber gesprochen. Wir können darauf auf jeden Fall aufbauen.

Sie haben in diesem Jahr auch mehr für die Kinder angeboten. Haben Sie dazu Rückmeldungen erhalten?

Ja, ganz viele. Und die kommen nicht nur von Familien. Das Kinderprogramm ist auf jeden Fall präsenter. Das wollen wir auch weiter so hochhalten. Es soll ein Festival für alle sein – für die ganz Kleinen und für die ganz Großen. Die Stimmung ist dann auch einfach viel schöner.

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Waren Sie auf das Hochwasser vorbereitet?

Das war auf jeden Fall eine Ausnahmesituation. Wir wissen natürlich, wann das Wasser kommt. Wir planen die Termine anhand des Tidekalenders ein Jahr im Voraus. Aber es gibt eben Einflüsse, die man nicht vorher planen kann, das ist in diesem Fall der Wind. Der drückt oben von der Nordsee in die Weser. Aber wir haben uns dann gut vorbereitet und uns mit den Gastronomen abgesprochen. Das hat alles sehr gut geklappt.

Bevorzugen Sie Hochwasser oder Hitze, wie im vergangenen Jahr?

Ich persönlich bevorzuge die Hitze. Für die Gastronomen ist das Wetter in diesem Jahr besser, weil die Besucher schon tagsüber zu essen und zu trinken anzufangen. Ich hätte mir ein bisschen mehr Sonne gewünscht.

Wie geht es jetzt mit der Breminale weiter?

Das entscheidet die Kulturbehörde. Die wollte das schon lange entschieden haben. Dann kamen die Bürgerschaftswahlen dazwischen. Wir sind sehr gespannt. Wir wollen auf jeden Fall weitermachen und sind überzeugt von unserem Konzept und der Breminale. Wir möchten sie weiterentwickeln und haben tolle Ideen.

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