Zaun soll zum Spenden animieren Breminale will noch expandieren

Bremen. Erstmals steht ein künstlerisch gestalteter Zaun mitten auf dem Breminale-Gelände an der Weser. Dort kann, wer will, für das Festival spenden. Breminale-Geschäftsführer Harald Siegel erklärt, was hinter der Idee steckt.
30.06.2010, 19:50
Lesedauer: 2 Min
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Von Elke Hoesmann

Bremen. Erstmals steht ein künstlerisch gestalteter Zaun mitten auf dem Breminale-Gelände an der Weser. Dort kann, wer will, für das Festival spenden. 'Im Augenblick sind wir zwar solide aufgestellt', sagt Breminale-Geschäftsführer Harald Siegel. Das könne sich aber schnell ändern, wenn nur ein Eckpfeiler der Finanzierung wegbreche. Mit ihm sprach Elke Hoesmann.

Ein Zaun auf dem 'Umsonst-Festival' Breminale - schreckt das nicht ab?

Harald Siegel: Nein. Da kann man auch durchgehen, ohne zu bezahlen. Der Zaun ist ein superschönes Objekt mit flatternden Bändern, an dem Besucher über das Programm und die Finanzierung reden sollen. Wir planen dort auch Theateraktionen. Spenden sind natürlich willkommen, denn jeder Euro hilft, das Festival abzusichern.

Sieht es finanziell denn so schlecht aus?

Derzeit nicht. Wir sind glücklich darüber, dass es seit drei Jahren eine solide Finanzierung gibt. Das sah aber schon mal ganz anders aus, 2007 musste die Breminale sogar ausfallen. Wir sind auf öffentliche Mittel, Sponsoren und Projektpartner angewiesen. Wenn nur einer dieser Eckpfeiler wegbricht, geht das finanzielle Gerangel wieder von vorne los. Deshalb freuen wir uns auch über jede Besucherspende. Letztes Jahr kamen so rund 5000 Euro zusammen.

Warum verlangen Sie keinen Eintritt?

Dann müssten wir um das gesamte Geländen einen Zaun ziehen. Das würde den Charakter des Festivals rigoros verändern, was wir nicht wollen. Die Breminale soll weiterhin für alle zugänglich sein.

Was bekommen Sie derzeit an Mitteln?

Von der Kultur fließen 25 000 Euro, die Wirtschaftsförderung gibt 60 000 Euro. Sponsoren unterstützen uns mit 30 000 Euro, hinzu kommen Programmpartnerschaften in Höhe von 50000 Euro. Außerdem erwirtschaften wir mit der Gastronomie, die wir übernommen haben, jährlich 130000 Euro. Jedes getrunkene Bier hilft also der Kultur.

Die Breminale ist in erster Linie ein Musikfestival, warum so wenig Theater und bildende Kunst?

Das Festival war immer schon musiklastig, das ist historisch gewachsen und soll auch so bleiben. Allerdings sind auch andere künstlerische Genres vertreten, nur die Malerei ist diesmal nicht dabei.

Mit sieben statt bislang fünf Zeltbühnen ist die Breminale 2010 größer geworden. Reicht der Platz an der Weser noch?

Wir würden uns gerne vergrößern, weil auch das Besucheraufkommen seit 2008 gestiegen ist. Rund 150000 Menschen kommen jährlich auf das Gelände, da stoßen wir bei gutem Wetter an unsere Kapazitätsgrenze. Eigentlich wollten wir dieses Jahr die Wallanlagen einbeziehen, was aber wegen des Kunsthallenumbaus nicht geklappt hat. Auch die andere Weserseite mit dem Lichtluftbad wäre für uns attraktiv.

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