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Breminale-Bewerber müssen warten

Nina Willborn 14.06.2019 2 Kommentare

Die aktuellen Breminale-Macher wollten sich auf Anfrage nicht zu den Auswirkungen einer späten Entscheidung äußern.
Die aktuellen Breminale-Macher wollten sich auf Anfrage nicht zu den Auswirkungen einer späten Entscheidung äußern. (Dennis Ritter)

Wenn die Breminale am Mittwoch, 3. Juli, beginnt, ist es möglicherweise die letzte für Esther Siwinski als Geschäftsführerin der Concept Bureau UG und Jonte von Döllen, künstlerischer Leiter, als Veranstalter. Dass sie nicht wissen, ob sie auch noch 2020 Bremen größte Freiluftparty ausrichten, hängt damit zusammen, dass es noch einige Wochen dauern wird, bis der politische Betrieb in Bremen wieder in seinen normalen Bahnen läuft.

An einigen Stellen hat das Auswirkungen, so eben auch auf die Breminale. Wer das „Festival an der Weser“, so der Ausschreibungstitel der Kulturbehörde, in den Jahren 2020, 2021 und 2022 ausrichtet, wird voraussichtlich nicht vor August entschieden. Im Hintergrund wird von den Kulturfachleuten seit dem Ausschreibungsende im Februar daran gearbeitet, die vier eingegangenen Bewerbungen zu bewerten und eine Entscheidungsgrundlage zu erstellen.

Über die Sommerferien hinweg

Zuletzt wurden am 3. Juni zusammen mit Marktaufsicht, Polizei und Feuerwehr die Sicherheitskonzepte bewertet. Für diese Prüfung hatte sich das Ressort eigentlich einen früheren Termin gewünscht, den Marktleuten war das wegen Vor- und Nachbereitung der Osterwiese allerdings nicht möglich. Die Entscheidung, welche Bewerbung den Zuschlag bekommt, wird nach WESER-­KURIER-Informationen die (eventuell) neue Spitze des Kulturressorts treffen. Durch die aktuellen Verhandlungen und die sich anschließenden Personalentscheidungen müssen sich die Bewerber wohl über die Sommerferien hinweg gedulden – gegebenenfalls noch länger, je nachdem wie weit oben auf ihren „To do“-Stapel die Ressortspitze die Weserfestival-Entscheidung dann legt.

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Beworben als Ausrichter eines „Festivals an der Weser“ (die Namensrechte an der Breminale hält nicht die Stadt, sondern Harald Siegel mit seiner Breminale GmbH) haben sich neben der Concept Bureau UG auch das Team um Schlachthofkneipen-Betreiber Oliver Trey mit zwei verschiedenen Konzepten und die Schüler, Studenten und Azubis aus Horn, die seit 2015 das „Horn to be wild“ auf die Beine stellen.

Die aktuellen Breminale-Macher wollten sich auf Anfrage nicht zu den Auswirkungen einer späten Entscheidung äußern. Allerdings kennt die Concept Bureau dieses Szenario schon in verschärfter Form: 2018 stand nach Streitigkeiten zwischen den Vorgängern Breminale GmbH und Sternkultur erst im März fest, dass neben der Förderung aus dem Kulturtopf (2018: 65 000 Euro) auch die Mittel der Wirtschaftsförderung (bis zu 60 000 Euro, an Auflagen gebunden) bereitstanden und sie loslegen konnten.

Entscheidung verzögert sich durch Wahlfolgen

„Für die jetzigen Organisatoren ist die Situation undankbar, weil sie sich bei jeder Entscheidung fragen müssen: Brauchen wir das nur noch dieses Jahr oder in den nächsten drei auch noch?“, sagt Oliver Trey, der neben der Schlachthofkneipe unter anderem auch die Geschäfte beim Harz-Festival „Rocken am Brocken“ leitet. „Aber für uns andere Bewerber ist es auch so, dass sich jeder natürlich möglichst viel Planungssicherheit wünscht“, sagt er. „Für das ,Rocken am Brocken‘ buchen wir jetzt die Bands für 2020.“

Die durch die Wahlfolgen verzögerte Entscheidung kritisiert auch Claas Rohmeyer, kulturpolitischer Sprecher der CDU. „Ich hatte in der Kulturdeputation davor gewarnt, dass es genau zu so einer Situation kommen könnte“, sagt er. „Man hätte die Breminale 2019 und 2020 besser im Paket vergeben, um dann 2020 für die Zeit ab 2021 zu entscheiden.“ Wichtig sei nun, so Rohmeyer, dass eine neue Deputation schnell die Entscheidung der Behörde mitgeteilt bekomme, um die Zuschüsse bewilligen zu können.

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In die Entscheidung selbst wird die Kulturdeputation nicht eingebunden. Allerdings will man laut Andreas Mackeben, Ab­teilungsleiter beim Senator für Kultur, die ­Anregungen des Gremiums „selbstverständlich einbeziehen“. In der letzten Sitzung Ende April hatte es keinen Sachstand des Ressorts zum Stand des Verfahrens gegeben.

Das ­erklärt sich laut Miriam Strunge (Linke), Vorsitzende der Kulturdeputation, schlicht daraus, dass niemand daran gedacht hatte, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. „Es war die intensive Wahlkampfphase. Alle Fraktionen haben es versäumt, das zu er­fragen“, sagt sie. Nichtsdestotrotz müsse bei einer Entscheidung „transparent und nachvollziehbar sein, warum sich das Ressort so oder so entscheidet“.

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