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Nasse Füße und Räuberschlacht auf der Breminale

Elena Matera, Vanessa Ranft und Jonas Mielke 06.07.2019 0 Kommentare

So geht Breminale: Kinder hüpfen von Bierkiste zu Bierkiste, um an den Stand zu kommen.
So geht Breminale: Kinder hüpfen von Bierkiste zu Bierkiste, um an den Stand zu kommen. (Fotos: Anne Werner/Torsten Spinti)

Ein Fischverkäufer watet für seine Kunden durch das Wasser, Kisten schwimmen und eine Band spielt auf einer überfluteten Bühne – es ist erneut Hochwasser auf der Breminale. Doch von Panik ist an diesem Tag keine Rede. Die Besucher und Künstler bleiben gelassen. Die jüngeren Festivalbesucher kämpfen am Nachmittag gegen Räuber und singen Kinderlieder. Erwachsene spielen Tetris, trinken und schlemmen. Auch musikalisch ist für jeden etwas dabei. Der vierte Breminale-Tag in Häppchen.

Ahoi, Breminale!

Langsam beschleicht einen das Gefühl, dass die Weser unbedingt am Festival teilnehmen möchte. Wie bereits in den vergangenen Tagen steigt das Wasser erneut an, doch am Sonnabend ist der Pegel um einiges höher. Gegen 18.30 Uhr steht rund die Hälfte des Geländes unter Wasser. Die meisten Budenbetreiber sind jedoch darauf vorbereitet. Sobald das Wasser anrückt, stellen sie den Strom aus und verlassen die Buden. Die Polizei Bremen und Veranstalter sorgen am Sonnabend dafür, dass die Besucher vom Wasser fern gehalten werden und auf den Deich gehen. An den Ein-und Ausgängen ist viel Personal im Einsatz. Die Stimmung ist gelassen. Neugierig blicken viele auf das Naturspektakel. Etwa eine Stunde später zieht sich das Wasser bereits wieder zurück. Strom an!

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Verspätete Konzerte

Durch die Hochwasser-Pause verzögern sich die Konzerte am Sonnabend etwas nach hinten. Veranstalter Jonte von Döllen gibt kurz nach 20 Uhr das Kommando: „Die Bühnen gehen jetzt wieder an. Alle Konzerte werden stattfinden. Einige werden durch das Delay etwas kürzer ausfallen.“ Auf dem Festivalgelände an der Weser spielt erst gegen halb neun die erste Band des Abends auf der Flut-Bühne. Im Park bei der Kunsthalle läuft das Programm normal weiter. Mit der Verspätung kommt auch das gute Wetter. Sonnenstrahlen brechen am Abend durch die Wolken. Und wie sagt man so schön: Das Beste zum Schluss.

Schlacht an der Räuberhütte

Die Bremer Stadtmusikanten feiern ihren 200. Geburtstag. Das nehmen auch die Breminale-Veranstalter in ihrem Programm mit auf. In Kooperation mit dem Stadtmusikantensommer gibt es einen großen Musikmob, der sich am Deich entlang bewegt. Mit Trompeten, Posaunen, bunten Kostümen und zahlreichen Kindern geht die Menge Richtung Räuberhütte, die sich auf der Kinderwiese befindet. Diese wurde in den vergangenen Tagen von den jüngeren Festivalbesuchern fleißig zusammen gezimmert. Die Räuber, einige verkleidete Erwachsene, sind am Mittag in die Hütte eingezogen. Der Musikantenmob vertreibt die Räuber in einer Schlacht. Danach wird auf der Kinderwiese gefeiert.

Fotostrecke: Bilder vom Hochwasser: Weser umspült Buden auf der Breminale

Kinder trotzen Regen

Auch sonst genießen die Kinder am Sonnabend ein buntes Programm. Bei ­zahlreichen Aktionen können sie basteln, riesige Seifenblasen herstellen oder Künstlern lauschen. Auf der Pappinale, auf der sonst eher DJs spielen, tritt am Nachmittag die Band Matt & Basti auf. Sie singen mit den kleinen Festivalbesucher Kinderlieder. Auch vor der Bühne Luftschloss tummeln sich viele Kinder. Ihnen scheint der Regen ganz und gar nichts auszumachen. Sie lauschen ­gespannt den fünf Blasmusikern „Brasserie“.  

Tetris zocken

Zwischen Bremen-Vier-Bühne und dem WESER-KURIER-Stand können Besucher der Breminale in diesem Jahr Tetris spielen. Die Firma Neuland, ein Büro für Informatik aus der Überseestadt, hat den Stand organisiert. Eigentlich programmiert die Firma keine Spiele, sondern baut Onlineshops für große Firmen. Für die Breminale wollten sie etwas Neues wagen. „Wir haben das Tetrisspiel selbst gebaut und programmiert“, sagt Tim Ötting, einer der Mitarbeiter vor Ort. Auch seine Kollegen Tobias Schnackenberg und Sebastian Korten betreuen den Stand. Das Display ist analog, ein sogenannter Flipdot-Display. Dieser wurde früher in vielen Bahnhöfen und Flughäfen eingesetzt. Er besteht aus vielen kleinen Plättchen, die sich bewegen können. „Es sind durchgängig Menschen hier“, sagt Ötting.

Spenden für das Festival

Individuell bedruckte Breminale-Shirts, Jutebeutel und Festivalbändchen gibt es am Merchandise-Stand. Die Fanartikel werden vor allem für den Erhalt der Breminale verkauft, erklärt Ralf Waller, der seit neun Jahren Ideen für die Finanzierung des Festivals mitentwickelt. „Wir wollen, dass das Festival für alle zugänglich bleibt, aber wir sind auch auf Spenden der Besucher angewiesen“, erklärt er. Die Preise der Artikel seien daher eher als Richtwert zu sehen. „Wir freuen uns, wenn die Leute was oben drauflegen.“ Erhältlich sind erstmals auch T-Shirts einer Limited Edition, die vom Geschäft „Disko Streetwear“ im Steintor designt und handgedruckt wurden. „Die Shirts sind Unikate aus Bio-Baumwolle – noch dazu vegan bedruckt“, sagt Waller. 


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Fotos von der Breminale

Fotos
Die Breminale am Tag danach
Talk-Reihe WESER-Strand

WESER-Strand heißt das Talk-Format des WESER-KURIER. An jedem ersten Freitag im Monat hatte bisher Moderator Axel Brüggemann einen prominenten Gast. Seit 2019 hat Bärbel Schäfer die Moderation übernommen. Alle Artikel und Videos dazu finden Sie hier.