Fragestunde in der Stadtbürgerschaft

Sielwall-Sperrung bringt wenig Entlastung

Die temporäre Sperrung des Sielwalls hält viele Autofahrer nicht von der Fahrt durchs Steintor ab: So lautet eine erste Einschätzung des Innenressorts auf eine Grünen-Frage in der Stadtbürgerschaft.
14.09.2021, 19:01
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Sielwall-Sperrung bringt wenig Entlastung
Von Nina Willborn
Sielwall-Sperrung bringt wenig Entlastung

Seit Ende Juni ist der Sielwall an Wochenenden abends für Autos gesperrt.

Frank Thomas Koch

Autoposer: Die Sielwallsperrung an den Wochenenden führt bislang nicht dazu, dass dann insgesamt weniger Autos im Oster- und Steintor unterwegs sind. So jedenfalls laute eine erste Einschätzung der dort eingesetzten Polizeikräfte, wie Olaf Bull (SPD), Staatsrat für Inneres, in der Stadtbürgerschaft auf Nachfrage der Grünen um Verkehrssprecher Ralph Saxe antwortete. Genau ließe sich das mangels Zahlen zur vorherigen Frequentierung aber nicht sagen. Insgesamt habe sich das temporäre Durchfahrtsverbot noch nicht "flächendeckend" herumgesprochen, so die Einschätzung des Senats. Ein Effekt des gesperrten Sielwalls: "Das Posinggeschehen hat sich verstärkt auf den Osterdeich, die Schlachte, den Innenstadtbereich und die Überseestadt verlagert", sagte Bull. Auch in Osterholz-Tenever entwickele sich ein neuer Hotspot der Poser. Seit diesem Monat riskieren Autofahrer, die mehrfach andere durch unnützes Hin- und Herfahren belästigen, Unterlassungsverfügungen in Form von empfindlichen Geldbußen. Insgesamt seien allein in diesem Jahr bis Juni 65 Bußgeldverfahren eingeleitet worden, seit der Einführung der Kontrollgruppe "Posing" 2019 insgesamt 148.

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Besucher-Leitsystem: Bis Ende 2022 sollen die bisherigen analogen Stelen aus den 90er Jahren, die Besucher der Stadt unter anderem zu den touristischen Highlights führen, modernisiert und digitalisiert werden. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Frage der CDU-Fraktion um Carsten Meyer-Heder hervor. Die Wirtschaftsförderung Bremen werde das Gesamtkonzept im zweiten Halbjahr 2021 in Zusammenarbeit dem Verkehrsressort und dem Amt für Straßen und Verkehr konkretisieren, sagte Wirtschaftsstaatsrat Sven Wiebe (parteilos). "Das neue System sieht moderne, digitale Welcome- und Abhol-Punkte vor", sagte er, auch soll das freie öffentliche WLAN verbessert werden. Finanziert wird die Maßnahme mit bis zu 500.000 Euro aus Mitteln des "Aktionsprogramms Innenstadt“.

Drogenmissbrauch von Jugendlichen: Die Pandemie hat ersten Einschätzungen der Hilfeeinrichtungen nicht zu einem "drastischen Anstieg" von jugendlichen Drogenkonsumenten geführt, wie Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) auf eine Frage der Grünen-Fraktion antwortete. Allerdings sei in Suchtpräventionsprojekten der Eindruck entstanden, dass diejenigen, die bereits Rauschmittel konsumieren, dieses in höherem Maße getan haben. Auch psychische Belastungen und Medienkonsum hätten zugenommen. Gesicherte Daten, sagte Bernhard, würden mit den Ergebnissen der sogenannten Schulbus-Studie und des epidemiologischen Suchtsurveys im Sommer 2022 erwartet.

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