Anlage auf dem BWK-Gelände geht Anfang 2012 vom Netz / Kläranlage an der Aue wird verkleinert Brewa stoppt Verbrennung von Flüssigabfall

Blumenthal. Die Hochtemperatur-Verbrennung belasteter Flüssigabfälle auf dem BWK-Gelände ist bald Geschichte. Die Brewa GmbH gibt dieses Geschäftsfeld Anfang 2012 auf. Die Anlage war Mitte der 80er Jahre in Betrieb gegangen und seither immer wieder Gegenstand von Bürgerprotesten. Rund 200000 Tonnen Chemiebrühe wurden in der Eindampf- und Feuerungsanlage (EFA) alljährlich durch den Schlot gejagt, vor allem Wollwaschwasser aus dem Produktionsprozess der Bremer Woll-Kämmerei.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Brewa stoppt Verbrennung von Flüssigabfall
Von Jürgen Theiner

Blumenthal. Die Hochtemperatur-Verbrennung belasteter Flüssigabfälle auf dem BWK-Gelände ist bald Geschichte. Die Brewa GmbH gibt dieses Geschäftsfeld Anfang 2012 auf. Die Anlage war Mitte der 80er Jahre in Betrieb gegangen und seither immer wieder Gegenstand von Bürgerprotesten. Rund 200000 Tonnen Chemiebrühe wurden in der Eindampf- und Feuerungsanlage (EFA) alljährlich durch den Schlot gejagt, vor allem Wollwaschwasser aus dem Produktionsprozess der Bremer Woll-Kämmerei.

Als diese im Februar 2009 endgültig ihren Betrieb einstellte, entfiel auf einen Schlag gut die Hälfte der Zulieferung, und sofort wurden aus der Ortspolitik und aus den Reihen kritischer Blumenthaler Bürger die Rufe nach einer kompletter Einstellung dieses Betriebszweigs der Brewa laut.

Doch so schnell wollte sich Geschäftsführer Günter Timmer nicht aus diesem Geschäftsfeld verabschieden. Noch wurden genügend Deponiesickerwasser, Fettemulsionen und Rückstände aus der Kosmetik-Industrie angeliefert, um die Anlage auskömmlich zu betreiben, und zwar rund um die Uhr.

Allerdings wusste man bei der Brewa zuletzt nicht mehr recht wohin mit dem erzeugten Dampf, den früher die BWK als Prozesswärme abnahm. "In den vergangenen anderthalb Jahren haben wir mehrere Fallstudien zur Wirtschaftlichkeit gemacht", sagt Timmer heute. Ergebnis: Die Verbrennung wird eingestellt, die Eindampfung von Flüssigabfällen soll für die Kunden aus der chemischen Industrie weiterhin angeboten werden, wenn auch in verringertem Umfang. Rund 70 Prozent der Kapazität sollen abgebaut werden, kündigt der Brewa-Chef an.

Ebenfalls reduziert wird der Betrieb der Kläranlage, die früher vor allem Produktionsabwässer der BWK behandelte und anschließend über die nahe Auemündung in die Weser einleitete. Rund zwei Drittel der Anlage werden nach Timmers Angaben stillgelegt.

Beim Heizkraftwerk (HKW), das der Abfallwirtschaftsgesellschaft in Bassum gehört und von der Brewa betrieben wird, bleibt derweil alles beim Alten. Das als hoch modern geltende Kraftwerk wird mit Müll befeuert. 65000 Tonnen karren große Lkw der Bassumer Abfallwirtschaft alljährlich heran.

Diese Fahrzeuge rumpelten bis vor kurzem durch die Landrat-Christians-Straße, sehr zum Verdruss der Anwohner. In ihrem Namen hatte der Blumenthaler Beirat hatte bereits mehrfach eine andere Streckenführung verlangt. Auch in diesem Punkt gibt es jetzt eine Verbesserung. Seit wenigen Tagen fahren die Mülltransporter nicht mehr durch den Ortskern, sondern steuern das BWK-Gelände über die Straßen Zur Westpier und Marschgehren an. Die letzten Meter bis zum HKW wurden jetzt durch eine private Erschließung geebnet.

Werden die Veränderungen bei der Brewa zu einem positiven Imagewandel des gesamten BWK-Geländes beitragen? Günter Timmer dämpft die Erwartungen. "Das Areal behält ja seinen gewerblich-industriellen Charakter", sagt der Brewa-Chef, und das sei auch gut so. Immerhin gebe es auch nach dem Ende der BWK rund 250 Arbeitsplätze auf dem Gelände, wenn man HKW, Brewa, Chemiefaser und kleine Gewerbebetriebe aufaddiere. Einiges werde in den nächsten Jahren noch dazukommen, denn die Restrukturierung der 40 Hektar stehe ja erst am Anfang.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+