vor 50 jahren

Brill wird nach Neujahr größte Baustelle der Innenstadt

Nach der soeben veröffentlichten Schulstatistik wurden im Schuljahr 1966 in den öffentlichen Schulen der Stadt Bremen 94393 Schüler in 3399 Klassenverbänden von 3419 Lehrkräften unterrichtet. Gegenüber 1965 sind das 3302 Schüler, 100 Klassenverbände und 86 Lehrer mehr.
31.12.2016, 00:00
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Von Erika Thies
Brill wird nach Neujahr größte Baustelle der Innenstadt

In Blockdiek und Osterholz wurden Anfang 1967 80 Müllkästen aufgestellt.

KLAUS SANDER, Klaus Sander

Nach der soeben veröffentlichten Schulstatistik wurden im Schuljahr 1966 in den öffentlichen Schulen der Stadt Bremen 94393 Schüler in 3399 Klassenverbänden von 3419 Lehrkräften unterrichtet. Gegenüber 1965 sind das 3302 Schüler, 100 Klassenverbände und 86 Lehrer mehr. Die Klassenräume (2359) haben um 122, die Sonderräume (544) um 58, die Spezialräume (358) um 10 und die Turnhallen/Gymnastikräume (97) um 7 zugenommen... Bei den allgemeinbildenden Schulen betrug die durchschnittliche Klassenfrequenz 30,6 Schüler. Am günstigsten war sie, abgesehen von den Sonderschulen, beim Wirtschaftsgymnasium mit 26,4 und bei den übrigen Gymnasien mit 28,3. Bei den Realschulen betrug sie 33,3, bei den Grundschulen 33,2 und bei den Hauptschulen 29,9…“ (28. Dezember 1966)

„Der Brill wird bald nach Neujahr zur größten Baustelle der Innenstadt werden. Wenn zwei Jahre später der Umbau beendet ist, werden die Fußgänger in diesem Bereich unter die Erde verbannt sein und die Kraftfahrer fünf statt zwei Fahrspuren vorfinden. So wie die Fußgänger vom Brill, werden die Autofahrer aus der Hutfilterstraße verschwinden, die reine Fußgängerzone wird. Elf feste und fünf Rolltreppen stellen die Verbindung zwischen dem ,unterirdischen Reich‘ und der Welt über Tage her. Rund zehn Millionen Mark kostet der Brillumbau. Eine halbe Million ist davon bereits im vergangenen Jahr für die Verlegung der Leitungen ausgegeben worden. Von den übrigen 9,5 Millionen werden etwa zwei Drittel für den Tunnelbau verbraucht, ein Drittel wird für den Straßenbau benötigt. Bis etwa Weihnachten 1968 soll der Brill eine moderne Kreuzung mit einer mehr als verdreifachten Leistung sein…“ (30. Dezember 1966)

„Für den aus Bremen stammenden Berliner Städtebauer und Architekten, Professor Dr.-Ing. Hans Scharoun, gibt der Senat am Freitag im Gästehaus an der Parkallee ein Frühstück. Der 73jährige Professor spricht am selben Tag um 20 Uhr im Goldenen Saal der Böttcherstraße auf Einladung der Wittheit über das Thema ,Bauen und Leben‘. Scharoun, der in Bremerhaven aufwuchs, war an zahlreichen städtebaulichen Projekten und Wettbewerben beteiligt. So sind von ihm unter anderem die Pläne für den Neubau auf der Insel Helgoland, für die Amerika-Gedenk-Bibliothek in Berlin, für Theaterbauten in Kassel und Mannheim, die neue Berliner Philharmonie und dazu für verschiedene Wohnbauten wie die Großsiedlung Siemens-Stadt in Berlin und moderne Wohnhochhäuser in Stuttgart entworfen worden…“ (3. Januar 1967)

„Die Müllabfuhr in Bremen, die jetzt im gesamten Stadtgebiet nach dem staubfreien Verfahren vorgenommen wird, soll noch weiter rationalisiert werden. Das Amt für Stadtentwässerung und Stadtreinigung hat vor 14 Tagen in den neuen Wohngebieten in Blockdiek und Osterholz damit begonnen, auf freien Plätzen nahe bei den Wohnblocks 1,1 Kubikmeter fassende Müllbehälter aus Blech zu installieren, die fahrbar sind.

Bisher wurden 80 dieser neuartigen Müllkästen aufgestellt, in die der Haushaltsunrat aus den von der Stadt gelieferten Mülltonnen entleert werden kann. Die auf Rollen stehenden Blechbehälter werden ebenso wie die Mülltonnen staubfrei in die automatisch arbeitenden neuen Müllwagen entleert. Wie es heißt, sollen die 1,1-Kubikmeter-Behälter auch in anderen Wohngebieten der Hansestadt eingeführt werden. Vorgesehen ist dafür zunächst noch die Gartenstadt Vahr. Vom Amt für Stadtentwässerung und Stadtreinigung wird diese Form der Müllabfuhr, mit der man in anderen Städten gute Erfahrungen gemacht haben soll, als rationeller bezeichnet…“ (4. Januar 1967).

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