ADAC-Studie Brummifahrer sind meist besser als ihr Ruf

Bremen. Ladung verloren, 36 Stunden ununterbrochen am Lenkrad - Lkw-Fahrer tauchen fast nur mit negativen Schlagzeilen auf. Eine Anfrage der Grünen in der Bürgerschaft sollte nun Klarheit bringen über das tatsächliche Risiko, das von den Brummis auf Bremens Straßen ausgeht.
06.03.2010, 17:20
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von Bernd SChneider

Bremen. Ladung verloren, 36 Stunden ununterbrochen am Lenkrad - Lkw-Fahrer tauchen fast nur mit negativen Schlagzeilen in der Zeitung auf. Eine Anfrage der Grünen in der Bürgerschaft sollte nun Klarheit bringen über das tatsächliche Risiko, das von den Brummis auf Bremens Straßen ausgeht. Immerhin, so habe der ADAC festgestellt, sterben bundesweit über 1100 Menschen nach Unfällen mit Lastwagen.

Einzelergebnisse sind erschreckend, aber insgesamt lassen die Zahlen, die der Senat jetzt vorlegt, vermuten: Die weitaus meisten Spediteure und Fahrer werden ihrer Verantwortung durchaus gerecht.

So haben die regelmäßigen Kontrollen zwar das ganze Gruselkabinett an gefährlichen Unfall-Risiken zutage gefördert: schwerwiegende Überladungen, abgefahrene oder in Auflösung befindliche Reifen, Mängel an Bremsen wie unzureichender Bremsdruck, gerissene Bremsscheiben, zudem gerissene Fahrzeugrahmen und -federn. Andererseits war gerade mal jeder zwanzigste Lastwagen zu schnell. Das jedenfalls hat die Auswertung von 2585 Fahrtenschreibern im vergangenen Jahr ergeben, davon hatten es 137 irgendwann zu eilig. Und weiter heißt es: 'Manipulationen an Kontrollgeräten und am Geschwindigkeitsbegrenzer sind in Bremen selten festgestellt worden.'

Allerdings sind den Kontrollen der Polizei auf den Autobahnen enge Grenzen gesetzt. Nur elf Trucker prüfen die Beamten an einem durchschnittlichen Werktag. Zum Vergleich: Allein über die 26 stadtbremischen Kilometer der Autobahn 27 rollen täglich rund 5600 Laster. So heißt es jedenfalls beim Amt für Straßen und Verkehr. Nur zwölf Kilometer verläuft die A1 über bremisches Gebiet - aber täglich fahren hier zwischen 17000 und 19000 Lastwagen, so jedenfalls Zahlen aus dem Umweltressort, die 2008 veröffentlicht wurden.

Zudem ist auf der A1 die Möglichkeit zur Geschwindigkeitskontrolle eingeschränkt. Zwar sind in Höhe der Abfahrt Hemelingen Blitzer installiert. Die 1998 aufgestellten Geräte überwachen allerdings nur die linke und die mittlere Spur, heißt es in der Antwort der Landesregierung. Die damalige Technik habe noch keine Überwachung über drei Spuren zugelassen, so habe man auf die Überwachung der rechter Spur verzichtet, wo die Lkw überwiegend fahren. Zusätzliche mobile Blitzer seien auf diesem Streckenabschnitt allerdings nur schwer einzusetzen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+