Großdemo gegen AfD-Parteitag in Bremen BSAG rechnet mit Problemen

Bleibt heute alles ruhig in Bremen? Während die AfD ihren Parteitag fortsetzt, werden am Mittag rund 5000 Gegendemonstranten - darunter auch Autonome - durch die Innenstadt marschieren.
31.01.2015, 09:43
Lesedauer: 2 Min
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Von Jürgen Hinrichs, Ben Binkle und Justus Randt

Bleibt alles ruhig in Bremen? Während heute im Maritim-Hotel und im Musicaltheater der Parteitag der Alternative für Deutschland (AfD) fortgesetzt wird, treffen sich um 13 Uhr in der Innenstadt rund 5000 Gegendemonstranten zu einem Protestmarsch zur Bürgerweide. Die Bremer Polizei ist mit einem Großaufgebot unterwegs.

Vor der geplanten Großdemo, zu der zwei Bündnisse mit zusammen fast 100 Organisationen aufrufen, gab es in der Nacht zu Freitag am Tagungsort Maritim-Hotel einen Zwischenfall. Die Hotel-Fassade wurde mit Farbbeuteln beworfen. In einem Schreiben, das dem WESER-KURIER vorliegt, bekennt sich eine Gruppe von Autonomen zu der Tat. Bei der Demonstration werden bis zu 5000 Teilnehmer erwartet.

„Wir wollen nichts anderes als ein starkes, deutliches und lautes Zeichen gegen die ausgrenzende Politik der AfD setzen“, betonte Sofia Leonidakis vom „Bündnis gegen Rechtspopulismus und Rassismus“ am Donnerstag vor der Presse. Es sei ungerechtfertigt, die Veranstaltung mit möglichen Krawallen in Verbindung zu bringen.

Innenbehörde und Polizei rechnen damit, dass unter dem Demonstranten auch einige Hundert Autonome sein werden, die es möglicherweise nicht dabei belassen werden, friedlich durch die Stadt zu ziehen. Um für alle Fälle gewappnet zu sein, werden von der Polizei mehrere Hundertschaften zusammengezogen, teilten die Behörden mit. Darunter auch Einheiten aus Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Die Gegner des Parteitages, zwei große Bündnisse aus dem linken bis linksradikalen Spektrum, treffen sich am Sonnabend um 13 Uhr am Brill und ziehen von dort aus zur Bürgerweide vor das Maritim-Hotel, dem Tagungsort der AfD. Dort wird eine Bühne aufgebaut sein, geplant sind verschiedene Reden und der Auftritt von Musikbands. Gegen 17 Uhr, so die Erwartung der Veranstalter, dürfte die Kundgebung zu Ende sein.

Einschränkungen im Verkehr

Heute in der Zeit von spätestens 13 bis etwa 17 Uhr müssen nicht nur Autofahrer mit Problemen in der Innenstadt rechnen. „Wenn die Demo wirklich so groß wird, müssen wir von gewaltigen Auswirkungen auf den Verkehr ausgehen“, sagt Jens-Christian Meyer, Sprecher der Bremer Straßenbahn AG (BSAG). Am Brill, dem Startpunkt des für 13 Uhr geplanten Umzugs, dürften die Straßenbahnlinien 2 und 3, möglicherweise auch die 1 betroffen sein.

An der Kreuzung Martinistraße und Balgebrückstraße kreuzen die Demonstranten die Gleise der Linien 4 und 6, die laut Meyer, über die Oster- und die Westerstraße umgeleitet werden könnten. Nächster Problempunkt könnte die Kreuzung Am Wall und Ostertorstraße werden, wo wiederum die Linien 2 und 3 gekreuzt werden. Am Herdentorsteinweg schließlich „wird es dann richtig problematisch“, wie Meyer sagt.

Dort drohen Beeinträchtigungen der Straßenbahnlinien 4, 6 und 8 sowie der Buslinien 24 und 25. „Am Bahnhof ist dann nicht mehr viel zu machen“, fürchtet Meyer: Auf der letzten Etappe des Demonstrationszuges mit dem Ziel Bürgerweise könnte der BSAG-Verkehr zumindest kurzzeitig lahm liegen.

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