Barrieren im Testgebiet selbst erleben BSAG-Rollstuhl-Parcours eröffnet in Sebaldsbrück

Wo sich im Stadtraum Hindernisse für Menschen mit Behinderungen finden, das können Bremerinnen und Bremer ab sofort selbst ausprobieren: In einer Wagenhalle der BSAG in Sebaldsbrück ist ein Rollstuhl- und Blindenparcours eröffnet worden.
23.06.2015, 20:20
Lesedauer: 2 Min
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BSAG-Rollstuhl-Parcours eröffnet in Sebaldsbrück
Von Sara Sundermann

Zu wenig Platz zum Wenden im Rollstuhl – das ist im Alltag immer wieder ein Problem. Vielleicht kommt man sogar im Rolli bis zur Wohnungstür, aber dann ist dort zu wenig Raum zum Manövrieren.

Franz Grafe vom Verein „Selbstbestimmt Leben“ und Reinhard Lutz vom Behinderten-Sportverband Bremen führen vor, wie man mit Erfahrung, Tricks und Technik auch auf engem Raum durch die Tür kommt. Dennoch – ohne Übung kommt man hier schwerlich alleine klar.

Wo sich im Stadtraum Hindernisse für Menschen mit Behinderungen finden, das können Bremerinnen und Bremer ab sofort selbst ausprobieren: In einer Wagenhalle der BSAG in Sebaldsbrück ist ein Rollstuhl- und Blindenparcours eröffnet worden. Besucher können im Rollstuhl oder mit Blindenstab an verschiedenen Stationen testen, ob sich Barrieren überwinden lassen.

Ins Leben gerufen wurde der Parcours von der BSAG, den Freunden der Bremer Straßenbahn, der AOK Bremen-Bremerhaven, der Hochschule Bremen, dem Verein „Selbstbestimmt Leben“ und dem Sanitätshaus Martens, das unter anderem Rollstühle und Rollatoren verkauft.

Einen Perspektivwechsel anstoßen

Derzeit wird der Parcours bereits für die Ausbildung genutzt: Studierende der Hochschule, die später als Architekten und Ingenieure Stadtraum gestalten, erfahren hier am eigenen Leib, welche Barrieren sie beim Bauen und bei der Verkehrsplanung vermeiden sollten. Auch angehende Straßenbahn-Fahrer kommen im Zuge ihrer Ausbildung bei der BSAG hierher.

>> Noch mehr Hintergründiges zum Parcours lesen Sie hier.

Neben einer möglichst barrierefreien Technik sei es auch wichtig, einen Perspektivwechsel bei den Menschen anzustoßen, sagt Volker Arndt, Chef der Verkehrsplanung bei der BSAG. Bremens Straßenbahnen sind seit einigen Jahren komplett niederflurig und mit Hublift für Rollstuhlfahrer ausgestattet. Was also könnten nächste Schritte sein, um weitere Barrieren abzubauen? „Gebraucht werden größere Stellflächen für Spezial- und Elektrorollstühle in den Bahnen“, sagt Reinhard Lutz. Arndt stimmt dem zu: „Wir wollen die Anzahl der Mehrzweckstellplätze für Rollstühle, Rollatoren, Fahrräder und Kinderwagen erhöhen.“ Wenn die BSAG neue Straßenbahn-Fahrzeuge anschaffe, sollten diese ihm zufolge mehr Raum für Rollifahrer bieten.

Der Rollstuhl- und Blinden-Parcours in der Schloßparkstraße 45 ist jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat geöffnet. Die Tageszeit kann abgesprochen werden. Der Besuch ist kostenlos und bietet sich besonders für Gruppen an. Interessierte können sich anmelden unter Telefon 55 96 76 42.

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