Nach Motor-Bränden

BSAG zieht 19 Busse aus dem Verkehr

Nachdem am Sonntagabend in Burglesum ein zweiter Bus der BSAG in Flammen aufgegangen ist, hat das Unternehmen jetzt die Reißleine gezogen und alle weiteren Fahrzeuge der Baureihe außer Dienst gestellt.
08.02.2016, 06:09
Lesedauer: 2 Min
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BSAG zieht 19 Busse aus dem Verkehr

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen ist ein Linienbus in Bremen in Flammen aufgegangen.

Frank Thomas Koch

Nachdem am Sonntagabend in Burglesum ein zweiter Bus der BSAG in Flammen aufgegangen ist, hat das Unternehmen jetzt die Reißleine gezogen und alle weiteren Fahrzeuge der Baureihe außer Dienst gestellt.

„Nach dem Vorfall haben wir entschieden, die restlichen 19 Busse bis auf weiteres stillzulegen“, sagte BSAG-Sprecher Jens-Christian Meyer. Über die Ursachen der Brände konnte Meyer noch keine abschließenden Angaben machen. „Wir wissen bisher nur, dass beide Brände im Motorraum ausgebrochen sind – aber an unterschiedlichen Stellen.“

Um die Hintergründe zu klären, wird der am Sonntag ausgebrannte Bus derzeit von Gutachtern untersucht. Der erste Vorfall in Arbergen vor eineinhalb Wochen beschäftigt derzeit noch Experten von der Dekra. „Der Abschlussbericht ist noch nicht fertig“, sagte Meyer. Es sei jedoch klar, dass es sich um technische Defekte gehandelt habe. „Das hat mit den Fahrern nichts zu tun.“

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Für den Hersteller Solaris sind die Bremer Brände besonders brisant. Alle Busse stammen aus der 2008er Baureihe der polnischen Firma. „Wir stehen in engem Kontakt mit dem Hersteller“, sagte Meyer. Derzeit geht die BSAG davon aus, dass die Busse für mindestens zwei Tage ausfallen werden. Solange werde die Untersuchung wohl dauern, sagte Meyer. „Wir setzten die Busse erst wieder ein, wenn wir eine weitere Gefährdung sicher ausschließen können.“

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Bei beiden Vorfällen wurde niemand verletzt, weil die Brände rechtzeitig bemerkt wurden. Die Fahrer konnten jeweils rechtzeitig anhalten und die Passagiere sicher ins Freie bringen. „Unsere Leute im Fahrdienst sind für diese Fälle vorbereitet“, sagte Meyer. „Sie gehen wie ein Kapitän als letzter von Bord.“ So hatte der Fahrer am Sonntag beim letzten Kontrollgang Rauch eingeatmet und wurde vorsorglich ins Krankenhaus eingeliefert. Aber Meyer kann Entwarnung geben: „Der Kollege hat keine Rauchvergiftung.“

Um die Löcher im Fuhrpark zu stopfen hat die BSAG ihre komplette Reserve mobilisiert. Allerdings fehlten am Montagmorgen immer noch neun Busse. „Das heißt, an neun Haltestellen mussten die Menschen einen Bus später nehmen.“ Die Ausfälle wurden auf unterschiedliche Linien im ganzen Stadtgebiet verteilt, um den Ärger bei den Fahrgästen möglichst gering zu halten. Um wieder die Gesamtstärke von 210 Bussen auf die Bremer Straßen zu bringen, laufen derzeit Anfragen bei Partnerfirmen aus dem VBN-Gebiet. „Möglicherweise können die uns aushelfen“, sagte Meyer. (jör)

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