Zukunftslabor der Kammerphilharmonie Bühne frei für neue Stadtteil-Oper

Bremen. Die Spannung steigt, denn am Donnerstag wird um 19.30 Uhr bereits die fünfte Stadtteil-Oper im großen Zelt auf dem Grünen Hügel an der Neuwieder Straße in Osterholz-Tenever uraufgeführt.
07.05.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Sigrid Schuer

„Drachensöhne und Feentöchter“, das ist der Titel der Stadtteil-Oper, die Karsten Gundermann im Auftrag der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen für das Zukunftslabor mit Sitz in der Gesamtschule Bremen-Ost komponiert hat.

Premierenfieber vor dem großen Ereignis: Ganz Osterholz-Tenever ist auf den Beinen, wenn morgen um 19.30 Uhr die fünfte Stadtteil-Oper „Drachensöhne und Feentöchter“ im großen Zelt auf dem Grünen Hügel an der Neuwieder Straße uraufgeführt wird. Rund 600 Mitwirkende, darunter 300 Schülerinnen und Schüler, sind an der Opern-Produktion beteiligt, für die an der Gesamtschule Bremen–Ost (GSO) seit Monaten geprobt wird. Eine von ihnen ist Jennyta Sivakumar, sie steht als Wassermelonen-Kern auf der Bühne. Die Kerne spielen eine ganz besondere Rolle in der Stadtteil-Oper, die von dem Waisenjungen An Tiem erzählt, der als Erwachsener mit seiner Frau, Prinzessin Oanh, von dem vietnamesischen König auf eine karge Insel verbannt wird und dort nur durch eine Melonenzucht überleben kann.

Von dem renommierten Komponisten Karsten Gundermann stammt die Musik für die Oper „Drachensöhne und Feentöchter“, die auf einem 5 000 Jahre alten Märchen aus Vietnam basiert. „Das Thema ,Das Leben in der Fremde’ ist ein sehr berührender Stoff, der bei den Schülern auf großes Interesse stößt“, betont Regisseurin Julia Haebler. Ein Stoff, der durchaus auch die Lebensrealität des multikulturell geprägten Stadtteils widerspiegelt.

Julia Haebler und Karsten Gundermann sind ein eingespieltes Team. Schon vor fünf Jahren realisierten sie die erste Stadtteil-Oper „Faust II“. Es folgten die Opernproduktionen „Afrika kommt!“, „Polski Blues“ und „Iolanta“, alle realisiert vom mehrfach ausgezeichneten Zukunftslabor der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, das an der Gesamtschule Bremen-Ost seinen Sitz hat. Die Stadtteil-Opern-Projekte sind weltweit einmalig und haben mit dem Musical-Format „Die Melodie des Lebens“ zur Aufwertung eines Stadtteils beigetragen, der lange als sozialer Brennpunkt abgestempelt war. „Inzwischen ist die GSO eines der Bremer Bildungsinstitute mit der höchsten Anwahlquote“, weiß Schulleiter Franz Jentschke. Auch Schüler aus Oberneuland und Schwachhausen fänden es mittlerweile cool, auf die GSO zu gehen.

„Die Musik von Karsten Gundermann ist traumhaft“, schwärmt Musiklehrer Henning Grossmann, in dessen Bläserklasse auch Jennyta geht. Für die elfjährige Bremerin, deren Eltern aus Sri Lanka stammen, ist es die erste Stadtteil-Oper, an der sie mitwirkt. „Aber ich habe im Herbst 2013 in dem Musical „,Die Melodie des Lebens’ schon Bühnenerfahrung gesammelt. Die Entwicklung der Stadtteil-Oper war für mich wirklich spannend“, erzählt sie stolz.

Henning Grossmann spielt gerade mit seiner Klasse 7.1 auf chinesischen Maultrommeln, die die Hochzeits-Szene von An Tiem und der vietnamesischen Königstochter Oanh einleitet, zu der auch ein Glitzerdrachen erscheint. „Auftritt, Tempo, Tempo. Ihr macht das sehr gut“: Julia Haebler dirigiert am Mikro souverän die Mitwirkenden. Schülerinnen führen mit pinkfarbenen Fächern einen Hochzeitstanz auf. Bald darauf hat auch Jennyta, die nicht nur singt und tanzt, sondern auch einen eigenen Text vorträgt, ihren Auftritt als Melonenkern.

In Workshops wurden die Klassen von den Kammerphilharmonikern vorbereitet. Eine Besonderheit: Die Schülerinnen und Schüler spielen auf vietnamesischen Instrumenten, die sie auch selbst gebaut haben, darunter so exotische Exemplare wie Erdtrommeln, ein Monochord namens Dan Bao und Xylophone aus Bambus und Stein.

Die Stadtteil-Oper „Drachensöhne und Feentöchter“ wird am Donnerstag, 8. Mai, und Freitag, 9. Mai, um 19.30 Uhr im Zelt an der Neuwieder Straße aufgeführt. Karten gibt es unter anderem im Pressehaus Martinistraße 43, Nordwest-Ticket, Telefon 36 36 36. Sie kosten 26 Euro, ermäßigt 19 Euro.

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